US-Militär greift abermals Ziele in Iran anUS-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben erneut einen Vergeltungsschlag gegen Iran verübt. Mehrere Ziele - darunter Luftabwehrstellungen, Drohnenlager und Überwachungsinfrastruktur – seien angegriffen worden, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom mit. Grund sei ein Angriff Irans auf einen Frachter gewesen. Iranische Staatsmedien berichteten über mehrere Explosionen in den Regionen Sirik und Keschm im Süden des Landes.Es ist der zweite US-Angriff auf Iran seit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen den beiden Ländern Mitte Juni. Erst in der Nacht zum Samstag hatten die USA gemeldet, iranische Raketen- und Drohnenlagerstätten sowie küstennahe Radaranlagen aus der Luft angegriffen zu haben – als Reaktion auf die Attacke auf ein Frachtschiff am Donnerstag.Ben MenglerLibanesische Staatsmedien: Israels Armee fliegt Angriffe auf Ziele in Südlibanon Einen Tag nach der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens mit Libanon über einen Weg zum dauerhaften Frieden haben libanesische Staatsmedien von israelischen Luftangriffen im Süden des Landes berichtet. Laut der libanesischen Nachrichtenagentur NNA griffen israelische Kampfflugzeuge am Samstagabend ein nicht näher benanntes Ziel in Nabatije al-Fawka im Süden Libanons an. Das Gesundheitsministerium in Beirut erklärte, mindestens ein Mensch sei getötet und zwei weitere verletzt worden.Laut NNA waren neben den Kampfflugzeugen auch Drohnen an den Angriffen auf Nabatije al-Fawka beteiligt. Eine Sprecherin der israelischen Armee hatte am Nachmittag einen Angriff in der Region der Stadt Nabatije gemeldet, der sich gegen „mutmaßliche Terroristen“ gerichtet habe. Diese hätten eine Drohung gegen israelische Soldaten ausgeprochen. In der Straße von Hormus ist heute nach britischen Angaben ein Tanker von einem Projektil getroffen worden. Bei dem Vorfall sei die Kommandobrücke beschädigt worden, teilte die Seeschifffahrtsbehörde UKMTO mit. Die Besatzung sei jedoch in Sicherheit. Zuvor hatten Iran und die Vereinigten Staaten sich gegenseitig abermals vorgeworfen, die in der vergangenen Woche vereinbarte Waffenruhe gebrochen zu haben.Wadephul: Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon „macht Hoffnung“ Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat das Rahmenabkommen zwischen Israel und Libanon begrüßt. Die Vereinbarung „macht Hoffnung“, schrieb Wadephul am Samstag in sozialen Medien. „Sie stärkt die Sicherheit beider Staaten, setzt auf direkte Verständigung und eröffnet die Chance, einen jahrzehntelangen Konflikt beizulegen“, erklärte Wadephul, der sich bei den USA und US-Außenminister Marco Rubio für die Vermittlung bedankte.Jetzt komme es auf die Umsetzung der Vereinbarung an, fügte Wadephul hinzu. Deutschland werde diesen Weg unterstützen. Entscheidend sei, dass Libanon „sein staatliches Gewaltmonopol verlässlich durchsetzt“. Ebenso wichtig seien „klare Sicherheitsgarantien für Israel“. „Nur wenn alle Seiten Verantwortung übernehmen, kann dieser Prozess zu Stabilität, Sicherheit und dauerhaftem Frieden führen“,so Wadephul. Er appellierte „an alle relevanten Akteure, vor allem Hisbollah, sich nun konstruktiv zu verhalten.“Bahrain meldet iranischen Drohnenangriff Nach Angriffen zwischen den USA und Iran hat der Golfstaat Bahrain einen iranischen Drohnenangriff gemeldet. Mehrere iranische Drohnen hätten am frühen Morgen angegriffen, teilte das Außenministerium mit. Es handle sich um einen eklatanten Verstoß gegen die Souveränität Bahrains. Ein genauer Angriffsort wurde nicht genannt. Auch zu möglichen Verletzten oder Schäden wurden keine Angaben gemacht.Die USA hatten zuvor nach eigenen Angaben als Reaktion auf einen mutmaßlich von Iran verübten Angriff auf ein Frachtschiff mehrere Ziele an der Südküste Irans bombardiert. Es waren die ersten Angriffe seit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens mit Teheran zur Beilegung des Krieges Mitte Juni.Nachdem die USA und Israel Ende Februar den Krieg gegen Iran begonnen hatten, reagierte Teheran mit Angriffen unter anderem in den Golfstaaten. Hier liegen unter anderem wichtige Militärstützpunkte und Botschaften der Amerikaner.Irans Außenministerium verurteilt neue US-Angriffe Das iranische Außenministerium hat die jüngsten US-Luftangriffe auf mehrere Ziele an der Südküste des Landes scharf verurteilt. Es handele sich um einen „offenkundigen Verstoß“ gegen das Rahmenabkommen, schrieb das Ministerium in einer Mitteilung, die die Nachrichtenagentur Isna verbreitete. Iran werde seine Souveränität, Sicherheit und nationalen Interessen mit aller Kraft verteidigen.Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) hatte am späten Freitagabend deutscher Zeit mitgeteilt, dass neue Angriffe als Reaktion auf eine Attacke auf ein Frachtschiff erfolgt seien.Vance: „Gewalt wird mit Gewalt beantwortet“ Nach einem iranischen Drohnenangriff auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus hat das US-Militär am späten Freitagabend Ziele in Iran bombardiert. Beide Länder warfen sich gegenseitig vor, eine erst in der vergangenen Woche vereinbarte Waffenruhe gebrochen zu haben. Das amerikanische Zentralkommando teilte mit, Kampfflugzeuge hätten Raketen- und Drohnenlager sowie Küstenradaranlagen angegriffen. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten daraufhin, die Marine des Landes habe als Vergeltung US-Militärziele in der Region attackiert. Details zu den getroffenen Zielen nannte Teheran nicht. Eine Stellungnahme der USA zu den angeblichen iranischen Gegenschlägen lag zunächst nicht vor.Der amerikanische Vizepräsident J.D. Vance wies die Vorwürfe aus Teheran zurück und betonte, die Vereinigten Staaten hätten sich an die Vereinbarung zur Waffenruhe gehalten. „Gewalt wird mit Gewalt beantwortet“, erklärte er auf der Plattform X. Die Revolutionsgarden pochten dagegen darauf, dass das Abkommen Iran die Kontrolle über den Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Meerenge überlasse. Sollten die USA ihre Angriffe wiederholen, werde die iranische Antwort umfassender ausfallen. Trotz des militärischen Schlagabtauschs zeichnete sich zunächst keine größere Eskalation ab. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Mehr vom Samstag blieb der Hafen der südiranischen Stadt Sirik nach den amerikanischen Angriffen unbeschädigt. Einem örtlichen Vertreter zufolge ist die Lage dort normal.Ungeachtet der Spannungen am Golf gab es an anderer Stelle Anzeichen für eine Entspannung in dem seit vier Monaten andauernden Konflikt. Israel und Libanon unterzeichneten ein vorläufiges Abkommen zur Beendigung der Kämpfe zwischen den israelischen Streitkräften und der von Iran unterstützten Hizbullah-Miliz. Beide Seiten bezeichneten die Vereinbarung als einen ersten Schritt, der die Entwaffnung der Hizbullah und den Abzug der israelischen Truppen aus Libanon vorsehe. Es blieb jedoch unklar, wie dies durchgesetzt werden soll. Die Hizbullah erklärte, sie werde nicht kooperieren.Fabian DrahmouneProteste in Beirut nach Rahmenabkommen mit IsraelNach der Einigung zwischen Israel und Libanon auf ein Rahmenabkommen ist es in der libanesischen Hauptstadt Beirut zu Protesten gekommen. Unterstützer der proiranischen Hizbullah-Miliz zogen am Abend und in der Nacht zu Fuß und auf Motorrädern durch die Stadt und riefen Protest-Slogans gegen das Abkommen, wie unter anderem der Fernsehsender LBC International und Augenzeugen berichteten. Straßen seien mit brennenden Reifen blockiert worden.Die Hizbullah fühlt sich nicht an das Rahmenabkommen gebunden. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu solle sich nicht darüber freuen, da es der libanesischen Regierung an verfassungsmäßiger Legitimität und Autorität mangele, um dessen Bedingungen durchzusetzen, hatte Hassan Fadlallah, ein Mitglied der Hizbullah-Fraktion im libanesischen Parlament, dem libanesischen Nachrichtenportal Al Mayadeen gesagt. Das Abkommen könne nur durch einen von den USA unterstützten Bürgerkrieg durchgesetzt werden. Die Hizbullah will demnach an ihren Waffen festhalten und sich jeglichen Regierungsmaßnahmen widersetzen, die sich aus dem Abkommen ergeben.Fabian DrahmouneWeltschifffahrtsorganisation: Mindestens 2.500 Seeleute evakuiertDie Weltschifffahrtsorganisation IMO hat bis zur aktuellen Unterbrechung ihrer Mission in der Straße von Hormus etwa 2.500 festsitzende Seefahrer evakuieren könne. Die zu Wochenbeginn gestartete Mission habe mindestens 115 Schiffe umfasst, sagte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez. In Reaktion auf den Angriff auf ein Schiff im Golf von Oman unterbrach die IMO die Evakuierung dann vorläufig. Dominguez erwarte nun zunächst Sicherheitsgarantien, bevor man die Aktion fortsetze. Das betroffene Schiff habe sich nicht auf Durchfahrt im Rahmen des IMO-Evakuierungsplans befunden. Die UN-Sonderorganisation hatte am Dienstag angekündigt, 11.000 Seeleute aus der Region zu evakuieren. Fabian DrahmouneGegenseitige Angriffe trotz WaffenruheErstmals seit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens mit Teheran zur Beilegung des Kriegs hat das US-Militär wieder Angriffe gegen Iran gemeldet. Die Angriffe aus der Luft auf iranische Raketen- und Drohnenlagerstätten sowie küstennahe Radaranlagen seien als Reaktion auf die Attacke auf ein Frachtschiff am Donnerstag erfolgt, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando Centcom am späten Freitagnachmittag US-Ostküstenzeit mit. US-Präsident Donald Trump hatte den Angriff auf das Frachtschiff zuvor Iran zugeschrieben und als Verstoß gegen die Waffenruhe-Vereinbarung gewertet. Als Reaktion auf die US-Angriffe habe die Marine der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) US-Ziele in der Region attackiert, hieß es in einer Stellungnahme der iranischen Eliteeinheit. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht, eine Bestätigung von US-Seite stand zunächst aus. Am Donnerstag hatte Iran nach US-Angaben ein Handelsschiff unter singapurischer Flagge mit einer Drohne angegriffen. Die „unbegründete Aggression“ gegen das Handelsschiff sei „eindeutig“ ein Verstoß gegen die Waffenruhe gewesen.Aus der iranischen Stadt Sirik wurden iranischen Berichten zufolge in der Nacht zu Samstag Explosionsgeräusche gemeldet. Das berichtete unter anderem das Staatsfernsehen Irib. Die Stadt in der Provinz Hormusgan liegt am Persischen Golf nahe der Straße von Hormus und war bereits in der Vergangenheit immer wieder Ziel von US-Angriffen. Auch von der Insel Gheschm wurden demnach Einschläge von Projektilen gemeldet. Es handele sich um eine „kraftvolle Antwort auf den gestrigen Angriff auf ein Handelsschiff, das die Straße von Hormus durchquerte“, erklärte Centcom. Diese „unbegründete Aggression“ sei „eindeutig“ ein Verstoß gegen die Waffenruhe gewesen. US-Vizepräsident JD Vance richtete eine deutliche Warnung an die Regierung in Teheran. „Gewalt wird mit Gewalt beantwortet“, teilt Vance auf der Plattform X mit. Wenn der Iran Meinungsverschiedenheiten über die Umsetzung der Absichtserklärung habe, könne er zum Telefon greifen, erklärt Vance weiter.Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) hatte am Donnerstag von einem Angriff auf einen Frachter im Golf von Oman berichtet. Dadurch sei die Evakuierung von rund 11.000 Seeleuten zum Erliegen gekommen, die auf Schiffen in der Straße von Hormus festsitzen. Philipp von ReinersdorffNetanjahu: Abkommen ist „schwerer Schlag für Iran“Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lobt das Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon und sieht darin eine schwere Niederlage für Iran. „Das Wichtigste ist, dass Israel eindeutig an der Sicherheitszone in Südlibanon festhält“, sagte er in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video. „Das ist ein großer Erfolg, und wir werden ihn bewahren, solange die Hizbullah nicht entwaffnet ist und solange eine Gefahr für den Staat Israel besteht.“Netanjahu sagte weiter, Iran versuche, Israel mit Gewalt zu einem Rückzug aus dem Südlibanon zu zwingen. „Tatsächlich sagen Israel, Libanon und die Vereinigten Staaten zu Iran: ‚Ihr habt im Libanon keinerlei Rolle – weder Iran noch Hizbullah noch irgendein anderer Akteur. ‘“ Netanjahu fügte hinzu: „Dies ist auch ein schwerer Schlag für Iran.“Philipp von ReinersdorffHizbullah: Libanesischer Regierung mangelt es an Autorität um Abkommen durchzusetzenDie proiranische Hizbullah-Miliz fühlt sich nicht an das vom Libanon und Israel geschlossene Rahmenabkommen gebunden. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu solle sich nicht darüber freuen, da es der libanesischen Regierung an verfassungsmäßiger Legitimität und Autorität mangele, um dessen Bedingungen durchzusetzen, sagte Hassan Fadlallah, ein Mitglied der Hizbullah-Fraktion im libanesischen Parlament, dem libanesischen Nachrichtenportal Al Mayadeen. Das Abkommen könne nur durch einen von den USA unterstützten Bürgerkrieg durchgesetzt werden.Trump wirft Iran Bruch der Waffenruhe vorUS-Präsident Donald Trump hat Iran vorgeworfen, gegen die Waffenruhe-Vereinbarung verstoßen zu haben. Wie der Republikaner auf der Plattform Truth Social schrieb, startete der Iran mindestens vier Drohnenangriffe gegen Schiffe in der Straße von Hormus. Eine der Drohnen habe ein Frachtschiff getroffen. Der Frachter konnte demnach seine Fahrt trotz des Schadens fortsetzen.Das US-Militär habe die anderen drei Drohnen abgeschossen. „Dies ist offensichtlich ein törichter Verstoß gegen unsere Waffenruhe-Vereinbarung“, schrieb Trump. Nähere Angaben, wann sich genau die Angriffe ereignet haben sollen, machte er nicht. Am Donnerstag war ein Angriff auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus bekannt geworden. Die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) teilte mit, ein „unbekanntes Projektil“ habe die Brücke des Schiffes beschädigt. Der Vorfall vor der Küste des Omans ereignete sich wenige Stunden, nachdem Irans Revolutionsgarde gewarnt hatten, dass Durchfahrten nur auf von Teheran festgelegten Routen sicher seien. Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Liveblog Irankrieg: USA greifen abermals Ziele in Iran an | FAZ
USA: Vergeltung für iranischen Angriff auf Frachter +++ Libanesische Staatsmedien: Israels Armee fliegt Angriffe auf Ziele in Südlibanon +++ Vance: „Gewalt wird mit Gewalt beantwortet“ +++ alle Entwicklungen im Liveblog














