PfadnavigationHomeSportFußballWMGruppe HUruguays Trainer verteilt Höchststrafe nach bösem Torwart-Patzer – Kap Verdes Märchen geht weiterStand: 04:22 UhrLesedauer: 4 MinutenFernando Muslera flutscht der Ball über die Finger ins TorQuelle: AP Photo/Natacha PisarenkoUruguay präsentiert sich würdelos und scheidet aus. Bei der Niederlage gegen Spanien werden die Differenzen zwischen Trainer und Mannschaft mehr als deutlich. Es profitiert WM-Neuling Kap Verde.Uruguay hat sich nach einem weiteren würdelosen Auftritt von dieser Fußball-WM verabschiedet. Nach zwei Unentschieden verloren die Südamerikaner das entscheidende letzte Gruppenspiel verdient mit 0:1 (0:1) gegen Spanien. Der Europameister und WM-Mitfavorit sicherte sich mit sieben Punkten souverän den ersten Tabellenplatz. Zweiter ist sensationell Kap Verde: Die Auswahl des kleinen Inselstaates zog durch ein zerfahrenes 0:0 gegen Saudi-Arabien bei ihrer ersten Teilnahme in die K.-o.-Runde ein. Gegner ist Titelverteidiger Argentinien und sein Superstar Lionel Messi. Saudi-Arabien beendet das Turnier hingegen als Letzter der Gruppe H.Aber zunächst zu Uruguay Scheitern: Beim Treffer von Álex Banea in der 42. Minute leistete sich Uruguays routinierter Torwart Fernando Muslera in seinem 137. Einsatz einen schweren Fehler. Er war auch in den Partien zuvor an den Gegentoren mitbeteiligt gewesen. Für Uruguays argentinischen Trainer Marcelo Bielsa dürfte es das ebenfalls gewesen sein. Uruguays Agustin Canobbio sah in der Nachspielzeit noch die Rote Karte (90.+4).Berichten aus Uruguay zufolge war die aufgeladene Stimmung zwischen Teilen der Mannschaft und dem 70-Jährigen schon vor dem Anpfiff eskaliert. Als er dann später während der Partie ausgerechnet Kapitän Fede Valverde auswechselte, gönnten sich beide keines Blickes. Valverde zog sich das Trikot vor den Mund, als er mit anderen auf der Ersatzbank sprach.Die Spanier kontrollierten zwar meist den Ball, waren aber nicht zwingend auch vor den Augen von König Felipe VI. auf der Ehrentribüne. Hinzu kamen ungewohnte Schludrigkeiten. Das Spiel in die Spitze, auch von der rechten Seite über Superstar Lamine Yamal, war zu ungenau. Damit hatten die Südamerikaner, die Trainer-Extremkauz Bielsa aufs tiefe Verteidigen ausgerichtet hatte, keine großen Probleme.Spanien tut sich schwer, bis Muslera patztTaktisch spielte Uruguay gut, körperlich gingen die Südamerikaner wie immer nicht zimperlich zur Sache. Spanien, das zwar nicht gewinnen musste, aber besser sollte, kam nicht durch. Stattdessen konnte Darwin Núñez sogar ein paar mal auf sich aufmerksam machen, der mangels Spielpraxis in der saudischen Liga bisher wie ein Fremdkörper aus dem Platz gewirkt hatte. Ein Distanzschuss von Rodrigo Bentancur (36.) ging drüber.Spaniens Yamal versuchte es mit einem Solo – fünf Uruguayer waren aber zu viel. Es sah nicht so übel aus für die Südamerikaner, die seit insgesamt schon sieben Spielen nicht mehr gewonnen hatten. Bis Muslera wieder zuschlug. Den haltbaren Flachschuss von Beana konnte der 40 Jahre alte Keeper nicht parieren. Bielsa hatte ihn zurückgeholt, bei den anderen WM-Gegentoren hatte er auch schon eine schlechte Figur abgegeben. Dass Manuel Ugarte in der 45. Minute verletzt raus musste, dramatisierte die Lage der Uruguayer noch mehr.Lesen Sie auchNun musste sich Bielsa auf seiner Getränke-Kühlbox etwas Neues einfallen lassen. Und das machte er: Muslera wurde aus dem Tor verbannt. Sergio Rochet, 33 Jahre, vor der WM lange der Stammkeeper, sollte es nun zumindest im Tor richten. Seinen Vorderleuten gingen allerdings die wenigen letzten Mittel auch noch aus.Schwere Verletzung bei Saudi-ArabienJubeln darf dagegen Kap Verde nach dem 0:0 gegen Saudi-Arabien. Auf den Tribünen vergossen viele Fans Tränen, die Spieler auf dem Platz lagen sich in den Armen. Die Mutter des 40 Jahre alten Torwarts Vozinha, dem in den sozialen Medien mittlerweile Millionen Menschen folgen, wurde jubelnd eingefangen. Es war ein zähes Spiel gegen Saudi-Arabien, das zunächst von einer schweren Verletzung geprägt wurde. Innenverteidiger Hassan Al-Tambakti musste nach minutenlanger Behandlung ausgewechselt werden. Er wurde mit einer Trage vom Platz gebracht, hatte sich offenbar am Knie verletzt. Er war später im Rollstuhl im Stadion zu sehen.Wenn einer Mannschaft im Anschluss unbedingt ein spielerisches Übergewicht hätte zugeschrieben werden müssen, dann eher Kap Verde. Die Auswahl von Trainer Pedro Leitão Brito kam zumindest dem gegnerischen Strafraum immer mal wieder nahe. Ein Schuss von Willy Semedo ging am Tor vorbei (42.). Als die spanische Führung im Parallelspiel auf der Videowand bekanntgegeben wurde, ging ein Raunen durch das Stadion – Kap Verde war zu diesem Zeitpunkt als Gruppenzweiter weiter.Kurz nach dem Wiederanpfiff hätte Jamiro Monteiro für noch mehr Sicherheit sorgen können. Sein Abschluss schon im Strafraum geriet aber zu schwach und in die Arme von Torwart Mohammed Al-Owais (48.). Der eingewechselte Laros Duarte vergab eine noch viel bessere Gelegenheit nach einem Konter (74.). Auch Wagner Pina (86.) und Nuno da Costa (90.+6) verpassten ein längst verdientes 1:0 (86.).dpa/luwi
Fußball-WM: Uruguays Trainer verteilt Höchststrafe nach bösem Patzer – Kap Verdes Märchen geht weiter - WELT
Uruguay präsentiert sich würdelos und scheidet aus. Bei der Niederlage gegen Spanien werden die Differenzen zwischen Trainer und Mannschaft mehr als deutlich. Es profitiert WM-Neuling Kap Verde.













