Berlin ächzt unter der Hitze. Und wer in diesen Tagen durch die Hauptstadt pendelt, erlebt den Nahverkehr als thermisches Glücksspiel. Während draußen die Asphaltwüsten der Stadt glühen, entscheidet der gewählte Waggon darüber, ob man tiefgekühlt oder im eigenen Saft geschmort am Ziel ankommt. Ein Blick auf das Berliner Schienennetz zeigt, dass beim Thema Hitzeschutz die S-Bahn und die U-Bahn meilenweit auseinanderdriften.
Während alle BVG-Busse und die meisten Straßenbahnen klimatisiert sind, heizt es sich in der U-Bahn mächtig auf, und auch in manchen S-Bahnen ist an Klimaanlage nicht zu denken.
Berliner Fahrgäste blicken gerade in den Sommermonaten den Zügen der S-Bahn-Baureihe 481 mit Sorge entgegen. Die zwischen 1996 und 2004 beschafften Fahrzeuge bilden mit 500 Viertelzügen nach wie vor das Rückgrat der Berliner S-Bahn. Sie wurden einst ohne Klimaanlage bestellt, und die kleinen Klappfenster sorgen bei Hitze kaum für Luftzirkulation. Trotz eines millionenschweren Modernisierungsprogramms (‚Projekt Langlebigkeit‘), das bis 2026 abgeschlossen wurde, blieb der Einbau von Klimaanlagen aus statischen und wirtschaftlichen Gründen unmöglich. Wer den drückenden Temperaturen im Berufsverkehr entgehen will, dem bleibt oft nur das gezielte Umsteigen auf eine modernere Baureihe.












