PfadnavigationHomeRegionalesHamburgNahverkehrWarum jetzt viele Hamburger U- und S-Bahnen zur Sauna werdenStand: 08:52 UhrLesedauer: 3 MinutenEine U-Bahn der Linie U3 am U-Bahnhof LandungsbrückenQuelle: Marcus Brandt/dpaWährend Busse in Hamburg meist klimatisiert sind, geraten Fahrgäste in älteren U- und S-Bahn-Zügen oft ins Schwitzen. Technische Grenzen, Energieverbrauch und volle Waggons machen die Kühlung schwierig.Fahrgäste der öffentlichen Verkehrsmittel in Hamburg müssen an heißen Tagen auch in manchen Fahrzeugen schwitzen – vor allem in älteren Zügen von U- und S-Bahn. Lesen Sie auchIn den Bussen von Hochbahn und VHH (Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein) sowie von Subunternehmen wie Umbrella sind hingegen standardmäßig Klimaanlagen im Einsatz. Es könne auch mal zu dem ein oder anderen Ausfall kommen, erklärt eine VHH-Sprecherin. Sie ergänzt aber: „Selbstverständlich werden solche Fahrzeuge umgehend zurück auf die Betriebshöfe gebracht, um entsprechend instand gesetzt zu werden.“Drei Grad unter Außentemperatur in E-BussenDie Hochbahn hat ebenfalls ihre Busse mit Klimaanlagen ausgestattet. Am kühlsten ist es in den Dieselbussen. Die meisten werden standardmäßig auf 22 Grad klimatisiert. Elektrobusse und einige wenige Dieselfahrzeuge mit einer sogenannten Modulklimaanlage auf dem Dach werden so abgekühlt, dass die Innentemperatur drei Grad unter der Außentemperatur liegt. „Es hat sich gezeigt, dass schon wenige Grad Unterschied zur Außentemperatur reichen, damit es als angenehm kühl empfunden wird“, schreibt die Hochbahn in ihrem Blog.Lesen Sie auchOffiziell hat die geringere Kühlung in den E-Bussen, die lokal emissionsfrei sind und so das Klima schützen sollen, nichts mit der Leistungsfähigkeit der Batterien zu tun. „Die drei Grad unter Außentemperatur gelten als Kompromiss im Fahrgastkomfort: Für die einen ist es zu kühl, für andere zu warm“, sagte Hochbahn-Sprecher Andreas Ernst.Alte U-Bahnzüge können nicht nachgerüstet werdenVon den U-Bahnzügen der Hochbahn sind nur die neueren vom Typ DT5 klimatisiert, von denen es 163 gibt. Die 126 älteren Züge vom Typ DT4 haben keine Klimaanlage und können nach Angaben des Unternehmens auch nicht nachgerüstet werden. Die Züge wären dann zu schwer für die Viaduktstrecken, heißt es. Lesen Sie auchAuch die Hamburger S-Bahn hat alte Züge ohne und neue mit Klimaanlagen. In den 112 alten Zügen der Baureihe 474 können Fahrgäste die Fenster öffnen. In den 82 neuen Zügen der Baureihe 490 sollen die Anlagen an heißen Tagen ab 27 Grad die Temperatur um sechs Grad herunterkühlen, wie das Verkehrsunternehmen der Deutschen Bahn auf seiner Internetseite erklärt. Dafür bräuchten die Klimaanlagen ein Sechstel der Fahrzeugenergie. „Die Klimaanlagen werden regelmäßig gewartet und umfassend geprüft“, versichert eine Bahnsprecherin. Wenn die Geräte aber mal ausfallen, fahren die Züge weiter. „Unsere wichtigste Aufgabe ist es, den Fahrgast sicher und pünktlich an sein gewünschtes Ziel zu bringen“, zitiert das Magazin der S-Bahn einen Fahrzeugtechniker. „Wenn der Zug das trotz ausgefallener Klimaanlage schafft, lassen wir ihn auch fahren. Wir haben auch nicht überall im Netz eine Werkstatt zur Verfügung.“Steuerung der Klimaanlagen schwierigOb Bus oder Bahn: Eine technische Herausforderung bei der Klimatisierung ist das ständige Öffnen und Schließen der Türen und das Ein- und Aussteigen der Fahrgäste. „Jeder Mensch strahlt durchschnittlich eine Wärmemenge von etwa 2,9 Kilowattstunden aus. Bei 100 Fahrgästen sind das 290 Kilowattstunden. Das reicht aus, um eine 100 Quadratmeter große Wohnung zu heizen“, zitiert das S-Bahn-Magazin den Leiter der Fahrzeugtechnik, Marco Wörner. Viele Menschen, die gleichzeitig an einer belebten Station einsteigen, heizen den Zug demnach auf. Aussteigende Fahrgäste nähmen dagegen kühle Luft mit nach draußen.Lesen Sie auchHinzu kommt, dass die Züge von S- und Hochbahn zum Teil durch Tunnel fahren, teils aber auch dem Sonnenlicht ausgesetzt sind.dfe, dpa