Liebe Leserinnen und Leser, haben Sie die ganze Woche auch so geschwitzt wie ich? Ich glaube, fast egal, wo man in Deutschland in diesen Tagen war, heiß war es überall.Auch bei mir in der Praxis war es warm, und meinen Mitarbeitern und mir standen nicht nur einmal die Schweißtropfen auf der Stirn. Die Hoffnung einer meiner Mitarbeiterinnen, dass der eine oder andere Patient weniger kommt, weil es ihm einfach zu heiß ist bei 35 Grad, hat sich aber nicht erfüllt.Es waren nach meinem Eindruck sogar eher noch einige mehr. Es gab zahlreiche Menschen, die die Hitze nicht gut vertragen und unter — teilweise massiven — Kreislaufproblemen gelitten haben. Ich konnte sie zwar dann ärztlich untersuchen und Schlimmeres meistens ausschließen, aber ein guter Platz zum Erholen war unsere Praxis nicht, denn wir haben keine Klimaanlage. Dazu kommt, dass unsere medizinischen Geräte eine Menge an Abwärme produzieren. Einer der Hauptproduzenten ist unser großes Ultraschallgerät.Wer in dieser Woche zu mir zu einer Ultraschalluntersuchung kam, hatte einen Saunagang automatisch mitgebucht. Teilweise war es wirklich unerträglich in diesem abgedunkelten Raum. Aber ich bin stolz: Alle Geräte haben durchgehalten, kein Computer hat vor der Hitze kapituliert.Hitzefrei hat mich als Schüler auch gefreut, jetzt stellt es mich vor ProblemeSo kämpften wir uns also durch die Woche – wie wahrscheinlich viele von Ihnen. Am frühen Morgen lüften wir kurz die Praxis durch, danach macht der Chef persönlich Jagd auf nicht geschlossene Fenster. Denn die heiße Luft soll draußen bleiben und nicht zu uns in die Praxis kommen. Denn bei diesen Temperaturen bringt ein Luftzug kaum Abkühlung, sondern nur die Wärme ins Haus.Meine Geräte und die Fenster hatte ich also trotz steigender Temperaturen gut im Griff. Bei der Arbeitsbelastung war das Management schwieriger. Ich habe viele Mitarbeiter, die Kinder haben. Nun gab es bei uns in der Gegend einige Kindergärten und Schulen, die den Kleinen Hitzefrei gegeben haben. Als ich selbst noch Schüler war, habe ich mich darüber auch gefreut, als Leiter einer Praxis war ich weniger glücklich darüber.Für mich bedeutet das nämlich, ich musste auch den Eltern dieser Kinder Hitzefrei geben, damit sie ihre Söhne und Töchter zu Hause in Empfang nehmen konnten. Da waren dann die Kreativität und der hohe Arbeitseinsatz der Übriggebliebenen gefordert!