Nach der Hitze ist vor der Hitze, der Sommer läuft sich ja erst so richtig warm. Hat es wie am Wochenende 40 Grad, melden die Händler von Klimageräten ausverkauft. Standgeräte sind dann vergriffen, Splitanlagen gibt es zumeist noch, das führt zu einer Grundsatzfrage: situativ mit einer halbgaren Lösung den ganz garen Bewohner ersparen oder zur Vermeidung desselben einen aufwendigeren Umbau an Wohnung und Haus in Kauf nehmen?Standgeräte ohne Abluftschlauch schmoren eigentlich nur im eigenen Saft. Mit Abluftschlauch kühlt es besser, dann muss freilich der Schlauch unter dem leicht hochgezogenen Rollladen oder durch ein gekipptes Fenster nach draußen geführt werden, was den kühlenden Effekt mindert. Der Schlauch selbst wird reichlich warm, strahlt also wiederum ab.Guckt sich wegDie effektivste Lösung ist ein Splitgerät, wie es in Los Angeles oder Shanghai an jedem Hochhaus zu Hunderten hängt. Schön sind die Kästen nicht, weder innen noch außen, aber sie kühlen wirklich. Dazu braucht es eine Wanddurchführung, ein 60er Loch will gebohrt werden. Da weder das Innen- noch das Außengerät immer dort stehen oder hängen können, wo das Loch gebohrt wird, etwa wegen Rollladenkästen oder der Platzierung nicht direkt über dem Bett, ist mit Kabelkanälen zu rechnen. Innen womöglich, außen auf jeden Fall. Die sind deutlich sichtbar, aber wie sagt der Handwerker so treffend? Guckt sich weg.Grundsätzlich ist ein Außengerät mit einem Innengerät verbunden. Es gibt aber auch Außengeräte, die zwei oder drei Innengeräte versorgen. Auf die Leistung wäre zu achten, sie ist vor allem abhängig von dem zu kühlenden Raumvolumen. Im Handel gibt es aufeinander abgestimmte Bundles, wer selbst zusammenstellt, muss darauf achten, dass die Geräte miteinander kooperieren.Welche Lösung man auch immer nimmt, das Kondenswasser muss irgendwohin, entweder in einen regelmäßig zu entleerenden Behälter oder sanft tropfend gen Boden. Geräusch ist ein Faktor, innen zum Schlafen und außen wegen der Nachbarn, Markenqualität etwa von Daikin, Bosch, Mitsubishi, LG oder Samsung zu kaufen lohnt. Womöglich soll das Gerät ja denn auch im nächsten Winter zum (Zu-)Heizen genutzt werden.Im Internet sind Geräte oft günstiger als beim Handwerker. Wer selbst Hand anlegt, muss sich ein bisschen auskennen. Wer sich traut: Ein Kauf in Italien oder den Niederlanden kann sich lohnen. Der Zugriff auf Fachpersonal vor Ort ist freilich auch viel wert. Geschmacksache. Der Einbau ist kein Hexenwerk, zum Erhalt der Garantie braucht es allerdings ein Gasezertifikat, das der die Anlage befüllende Profi natürlich hat. Der Stromverbrauch guter Invertergeräte ist übrigens kein K.-o.-Kriterium, um unter der Hitze nicht k. o. zu gehen.