Für ein bisschen Abkühlung würde manch einer, der sich bei mehr als 20 Grad in der Nacht im Bett hin und her wälzt und beim Blick auf die Wetterapp und die Vorhersage für die nächsten Tage Schnappatmung bekommt, alles geben. Durchlüften am Morgen, Verschatten mit Jalousien und Verdunkelungsvorhängen, das alles reicht inzwischen in den meisten Wohnungen nicht mehr aus. Alle ächzen unter der Hitzewelle.Am Montagabend sah man zur Feierabendzeit viele Leidgeplagte bei Mediamarkt im Einkaufszentrum Skyline Plaza in die Etage mit den Kühlgeräten stürmen. Viel war nicht mehr da. An die 300 Ventilatoren habe die Abteilung am Montag verkauft, schätzt ein Verkäufer. Das einzig übrig gebliebene mobile Klimagerät: ein Vorstellungsstück und damit unverkäuflich. In den Onlineshops der Elektronikketten sieht es nicht besser aus. Die meisten Ventilatoren und Kühlgeräte sind „ausverkauft“ oder „zurzeit nicht verfügbar“.Effizient, aber nur mit Vorlauf: die fest installierte KlimaanlageFür viele rächt sich jetzt, dass sie sich nicht früher gekümmert haben. Eine fest installierte Klimaanlage, ein sogenanntes Splitgerät, mit der der Hitze im Schlafzimmer und anderswo am besten und effizientesten beizukommen ist, braucht gute Planung, die Auswahl des richtigen Gerätes, einen Techniker für die Installation und bei Mietern in jedem Fall die Zustimmung des Vermieters, weil Bohrungen an der Außenwand nötig sind.Die Stiftung Warentest hat in ihrem aktuellen Test-Heft elf Geräte getestet, die alle eine „echte Erleichterung“ bei Hitze brachten und darüber hinaus nicht einmal viel Strom verbrauchten. Zwei arbeiteten bereits mit dem Kältemittel Propan (R290), das deutlich weniger Treibhauspotential hat als das Kältemittel Difluormethan (R32), das von 2029 in der EU nicht mehr verkauft werden darf.Win-Win: Solarstrom plus KlimaanlageWas viele nicht wissen: Mit den meisten Splitgeräten kann man im Winter auch heizen, und das sogar sehr effizient, wie Laura Vorbeck, Energieexpertin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, anmerkt. „Das Thema wird angesichts der Preise für Gas und Erdöl immer interessanter“, sagt sie. Viele Haushalte setzten die Klimageräte inzwischen im Winter ein, um Geld zu sparen.Liefert im Sommer die Solaranlage auf dem Dach den Strom für das Klimagerät – die Sonne scheint ja in der Regel dann, wenn die Anlage läuft, zudem gibt es immer mehr Speicherlösungen – ist die Win-Win-Situation für die Umwelt und die eigenen Finanzen perfekt. „Das passt alles gut zusammen“, sagt Vorbeck mit der Einschränkung, dass Klimageräte Geräusche machen und auch Zugluft entstehen kann. Außerdem: Kühlen die Splitgeräte im Sommer, blasen sie warme Luft nach draußen, dann wird es noch heißer. Und: Komplett auf eine Heizung verzichten geht nicht, weil man sonst kein warmes Wasser hätte. Außerdem ist nicht jedes Zimmer mit einem Splitgerät ausgestattet.Splitgerät und Monoblock: Wer kühlt am schnellsten?Weniger Aufwand erfordert der Kauf eines mobilen Klimagerätes, in der Fachsprache Monoblock, das einfach an die Steckdose angeschlossen werden kann. Üblich im Handel sind Einschlauchgeräte. Die warme Raumluft wird in diesem Fall angesaugt, gekühlt und die Wärme über einen Schlauch nach draußen transportiert. Die professionelle, aber auch aufwändigere Lösung ist ein gebohrtes Loch in der Wand für den Schlauch. Meistens wird er aber durch das gekippte Fenster nach außen geführt. Hierbei kann trotz Abdichtung warme Luft nachströmen, weshalb die Kühlleistung geringer ausfällt als beim Splitgerät.Bei einem Test der Stiftung Warentest schaffte 2025 das beste Splitgerät im Test, einen 14 Quadratmeter großen Raum in weniger als fünf Minuten von 30 auf 24 Grad herunterzukühlen. Der Monoblock brauchte dagegen zwischen 30 und 45 Minuten. Doch auch damit sind die meisten Nutzer an heißen Tagen noch im Glück. Billig zu bekommen ist es nicht. Kompaktgeräte kosten bis zu 1000 Euro im Handel. Für Splitgeräte muss man bis zu 2600 Euro einkalkulieren, hinzu kommen Kosten für Installation und Wartung.Ventilatoren sind keine StromfresserGünstiger und bei Hitze die Lösung, die technisch sehr niedrigschwellig ist, sind Ventilatoren. Es gibt sie klein und kompakt für Tische, größer und höher als Standlüfter sowie lang und schmal als Turmlüfter. Auch, wenn Ventilatoren die Temperatur nicht senken können, machen sie die Hitze jedoch erträglicher. Weil sie einerseits die warme Luftschicht, die die Haut umgibt, wegwehen und durch kühlere Luft ersetzen. Außerdem sorgt der Luftstrom dafür, dass der Schweiß auf der Haut schneller verdunstet und sich die Haut abkühlt.Die Stiftung Warentest hat für das aktuelle Heft alle Versionen getestet und „gute“ Geräte schon für 80 Euro gefunden. Ventilatoren sind, anders als viele vermuten, keine Stromfresser. Im besten Fall kamen die Tester bei einer Laufzeit von zehn Stunden (unterschiedliche Stufen) an 90 Tagen im Jahr auf Kosten von gerade einmal 2 Euro bei einem Strompreis von 40 Cent für die Kilowattstunde.Nicht jedem bekommen solche Ventilatoren. Der Luftzug kann zu Muskelverspannungen oder trockenen Schleimhäuten führen. Deshalb sollte dieser nie direkt auf den Körper gerichtet sein. Und auch das gehört zur Wahrheit dazu: Bei einer Umgehungstemperatur von 35 Grad an kann der Körper nicht mehr effektiv schwitzen. Dann bläst der Ventilator nur noch heiße Luft heran, und das kann den Kreislauf belasten.In den nächsten Tagen, in denen Meteorologen mit Rekordtemperaturen von 40 Grad nicht ausschließen, dürften daher auch Ventilatoren an ihre Grenzen stoßen.
Hitze: Diese Geräte kühlen Wohnungen
Klimaanlagen und Ventilatoren sind in diesen Tagen heiß begehrt, viele Modelle ausverkauft. Was jetzt noch schnelle Abkühlung verspricht, und wie man mit Kühltechnik sogar heizen kann.













