PfadnavigationHomeSportFußballWMExperten einig„Das ist ein Witz“ – Deutschland profitiert von FehlentscheidungStand: 23:19 UhrLesedauer: 3 MinutenDer Treffer zählt nicht, das Tor danach schon: Aleksandar Pavlović erwischt Pedro Vite mit dem Fuß im GesichtQuelle: AP Photo/Yuki IwamuraDeutschland profitiert beim frühen 1:0 gegen Ecuador von einer Fehlentscheidung der Schiedsrichterin. Die Experten sind sich anschließend einig. Einer wittert sogar eine Kampagne.So früh hatte das DFB-Team bei einer WM zuletzt 1934 getroffen. Damals im Spiel um Platz 3 gegen Österreich in Person von Ernst Lehner gar schon in der ersten Minute. Leroy Sané brauchte nun lediglich eine Minute länger. Dass das 1:0 im dritten Gruppenspiel der deutschen Mannschaft aber überhaupt zählte, war die noch größere Überraschung als die schnelle Führung gegen Ecuador. Aleksandar Pavlović hatte in der Entstehung des Treffers seinen Fuß auf Kopfhöhe von Ecuadors Pedro Vite. Doch Schiedsrichterin Tori Penso verwandelte den anschließenden ersten Torschuss der Deutschen mit ihrer Entscheidung in eine Führung.Eine Fehlentscheidung, wie zahlreiche Experten anschließend kommentierten. „Das Bein ist sehr hoch“, fand ARD-Kommentator Philipp Sohmer unmittelbar nach der Szene im Live-Kommentar. Der kurz darauf zugeschaltete Schiedsrichter-Experte Lutz Wagner wurde noch deutlicher: „Das ist aus meiner Sicht eine sehr mutige Entscheidung, weil er den Ball in einem Bereich, wo man ihn eigentlich mit dem Kopf spielt, mit dem Fuß spielt. Und dann kommt es auch zu einem Kontakt. Aber allein die Höhe des Fußes im Kopfbereich … wenn der Gegner den Ball mit dem Kopf spielen will …“Manuel Gräfe sieht Trend gegen die KleinenDoch die Proteste der ecuadorianischen Spieler liefen ins Leere. Der Bitte, sich die Szene noch einmal anzuschauen, kam die 39-Jährige nicht nach. Auch der Video-Assistent schien mit dem Zweikampf keine Probleme zu haben. „Das wundert mich sehr, dass da kein Einspruch vom VAR kommt“, sagte Wagner, der den Fall wie folgt zusammenfasste: „Schön für Deutschland. Gut für uns. Aber wir hätten uns nicht beschweren können, wenn dieses Tor zurückgenommen wird.“Dass die Schiedsrichterin, die nach ihrem ersten WM-Einsatz bei der Partie Tschechien gegen Südafrika viel Lob bekommen hatte, mit ihrer Bewertung falsch lag, sah auch Manuel Gräfe so: „Diese Entscheidung ist natürlich ein Witz. Zu unseren Gunsten, wir freuen uns, aber objektiv müssen wir sagen: Das ist nicht akzeptabel. Man kann versuchen, den Ball in zwei Metern Höhe zu spielen, wenn kein Gegner in der Nähe ist. Wenn man den Gegner auf zwei Metern Höhe am Kopf trifft, dann ist es ein klares Foulspiel“, so der Schiedsrichter-Experte von „Bild“.Lesen Sie auchGräfe meint sogar einen generellen Trend erkannt zu haben: „Man gewinnt den Eindruck, dass die kleinen Mannschaften benachteiligt werden.“Mit Patrick Ittrich kam auch ein dritter ehemaliger Bundesliga-Schiedsrichter zum selben Urteil: „Rein regeltechnisch ein klares Foul. Pavlović mit hohem Bein, dann trifft er auch den Kopf. In diesem Sinne hätte das Tor nicht zählen dürfen“, sagte Ittrich, der bei Magenta TV als Experte die kniffligen Situationen erklärt: „Wir müssen uns auch ein bisschen bei der Schiedsrichterin bedanken. Das Foul hat hier auf der Tribüne schon für Furore gesorgt. Viele Zuschauer haben mit dem Kopf geschüttelt. Wir hatten viel Glück, dass der VAR sich nicht eingeschaltet hat.“So sah es auch Magenta-Experte Mats Hummels, der sagte: „Das Tor hätte nicht zählen dürfen.“