Nach den zwei schweren Erdbeben in Venezuela ist die Zahl der Toten nach Angaben der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez auf mindestens 164 gestiegen. Mindestens 971 Menschen wurden verletzt, wie Rodríguez im Sender VTV mitteilte. Die US-Erdbebenwarte USGS befürchtet weitaus höhere Opferzahlen. Einer Modellrechnung der Behörde zufolge könnte die Zahl der Toten in die Tausende gehen; eine Zahl von mehr als 10.000 Toten sei wahrscheinlich.Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat dem Land die Hilfe der Bundeswehr angeboten. Mit bis zu sechs Transportflugzeugen vom Typ A400M sollen demnach unter anderem Personal und Material des Technischen Hilfswerks (THW) und des Deutschen Roten Kreuzes nach Venezuela geflogen und Transportflüge innerhalb des Landes ermöglicht werden, teilte das Verteidigungsministerium mit.„Die Nachricht von den vielen Tausenden Toten in Venezuela hat mich tief erschüttert“, erklärte Verteidigungsminister Boris Pistorius. „Jetzt gilt es, schnell Hilfe zu leisten.“Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz versprach Hilfe. „Die Nachrichten vom fürchterlichen Erdbeben in Venezuela machen tief betroffen. Deutschland steht an der Seite Venezuelas und wird helfen“, schrieb der Bundeskanzler auf X. „Unsere Gedanken gelten den Opfern und jenen, die ihr Hab und Gut verloren haben. Den Verletzten wünsche ich Kraft und schnelle Genesung.“ Auch Außenminister Johann Wadephul (CDU) zeigte sich auf X „zutiefst bestürzt“ und sagte Hilfe zu. Zahlreiche Gebäude sind in der Erdbebenregion eingestürzt. © REUTERS/Maxwell Briceno Die beiden schweren Erdbeben hatten am Mittwochabend (Ortszeit) den Norden und das Zentrum Venezuelas erschüttert und in der Hauptstadt Caracas zahlreiche Gebäude zum Einsturz gebracht. Delcy Rodríguez sprach von einer Tragödie und einem Erdbeben „noch nie dagewesenen Ausmaßes“ in dem südamerikanischen Land.In einer Ansprache hatte Rodríguez den Notstand ausgerufen und von einem „Vorfall mit schwerwiegenden Folgen“ gesprochen. Es habe bereits 20 Nachbeben gegeben. Rettungskräfte suchen unter den Trümmern nach zahlreichen Verschütteten.Priorität hätten nun die Rettungsarbeiten, sagte Rodríguez. Der Schulunterricht werde ausgesetzt, der Zugverkehr eingestellt. Auch der internationale Flughafen der Hauptstadt Caracas habe wegen Schäden den Betrieb eingestellt. Das Parlament sagte seine für Donnerstag geplante Sitzung ab. Erdbebenopfer werden in einem Feldkrankenhaus in der Region La Guaira behandelt. © REUTERS/Maxwell Briceno Innerhalb von weniger als einer Minute erschütterten am Mittwochabend (Ortszeit) zwei sehr starke Erdbeben Venezuela und richteten beträchtliche Schäden an. Die USGS gab die Stärke der Erschütterungen mit 7,2 und 7,5 an. Zwischen beiden Erschütterungen lagen laut USGS nur 39 Sekunden. Das erste Beben ereignete sich am Mittwoch um 18.04 Uhr (Ortszeit; 0.04 Uhr MESZ Donnerstag) 24 Kilometer östlich von San Felipe im Nordwesten des Landes in einer Tiefe von 21,9 Kilometern.Das zweite, stärkere Erdbeben ereignete sich wenige Kilometer weiter nördlich in nur rund zehn Kilometern Tiefe. Wegen der geringen Tiefe war mit großen Schäden und vielen Opfern zu rechnen.Das Erdbeben der Stärke 7,5 in Venezuela ist nach Angaben der geologischen US-Behörde USGS das Heftigste in dem südamerikanischen Land seit mehr als einem Jahrhundert. Ein noch stärkeres Beben der Stärke 7,7 gab es zuletzt im Jahr 1900 nordöstlich der Hauptstadt Caracas vor der Küste Venezuelas, wie aus Daten der Organisation hervorgeht.Aufnahmen zeigten Rettungskräfte, die bei Einbruch der Dunkelheit in die Trümmer stiegen, während verzweifelte Angehörige nach ihren Familienmitgliedern suchten.Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. In einem Krankenhaus in Caracas stürzten Deckenplatten herab. In den sozialen Medien kursierten zudem unbestätigte Videos von schweren Schäden am Hauptflughafen des Landes sowie von eingestürzten Gebäuden in der Küstenstadt La Guaira.Im Hauptstadtbezirk Chacao konnten laut Bürgermeister Gustavo Duque allein aus einem Haus 18 Überlebende gerettet werden. Er rief die Bevölkerung auf, wegen möglicher Nachbeben auf öffentlichen Plätzen Schutz zu suchen. Im Küstenbundesstaat Falcon gab es nach Angaben von Gouverneur Victor Clark 22 Verletzte, zudem würden 15 Erwachsene vermisst. In Krankenhäusern wie dem Hospital de Clinicas in Caracas wurde das Personal für die Nachtschicht verdoppelt, um die Verletzten zu versorgen. Rettungskräfte helfen einem Mann aus den Trümmern. © AFP/JUAN BARRETO Das US-Tsunami-Warnzentrum gab zunächst eine Warnung für Puerto Rico, die Jungferninseln sowie die vor der Küste Venezuelas gelegenen Inseln Aruba, Curaçao und Bonaire heraus. Diese wurde jedoch nach etwa einer Stunde wieder aufgehoben.Venezuela liegt in einer seismisch aktiven Zone, in der die Karibische und die Südamerikanische Erdplatte aufeinandertreffen. Nach Angaben der USGS kamen im März 1812 bei einem schweren Erdbeben in den Städten Mérida und Caracas schätzungsweise 30.000 Menschen ums Leben. „Äußerst alarmierende Situation“ „Wir haben es mit einer äußerst alarmierenden Situation zu tun“, sagte Innenminister Cabello im Fernsehen. In mindestens sieben Bundesstaaten sowie in Caracas sei das Beben zu spüren gewesen.Er rief die Menschen dazu auf, an sicheren Orten zu bleiben. Nach schweren Erdbeben seien normalerweise Nachbeben zu erwarten, die bereits beschädigte Gebäude zum Einsturz bringen könnten, warnte der Minister. Um Explosionen zu verhindern, hätten die Behörden angeordnet, die Gaszufuhr zu unterbrechen. Menschen umarmen sich nach dem Erdbeben und versuchen, Angehörige zu erreichen. © dpa/Ariana Cubillos Allein in den relativ nahe gelegenen Städten Puerto Cabello und San Felipe leben nach USGS-Angaben zusammen etwas mehr als 400.000 Menschen. Die Millionenstadt Caracas, aus der die ersten Bilder und Berichte kamen, lag dabei nicht besonders nah am Epizentrum, sondern mehr als 150 Kilometer östlich davon. Das Beben ereignete sich an einem gesetzlichen Feiertag zur Unabhängigkeit des Landes, weshalb sich viele Venezolaner in ihren Häusern aufhielten. In Caracas, das das letzte Mal 1967 von einem verheerenden Erdbeben heimgesucht worden war, flohen die Menschen in Panik auf die Straßen. Der Schock sitzt nach den zwei schweren Erdbeben. © dpa/PEDRO MATTEY „Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Angst gehabt, es war fürchterlich“, berichtete eine 57-Jährige aus Caracas der Deutschen Presse-Agentur. „Bei uns in der Nähe sind zwei Hochhäuser eingestürzt, am Nachbargebäude fehlen Wände“, ergänzte sie.Ihr Hochhaus sei aber weitgehend verschont geblieben. In ihrer Wohnung seien Möbel umgestürzt und Bilder von den Wänden gefallen, alles sei voller Scherben. Die Erschütterungen seien so stark gewesen, dass sie und ihr Mann zunächst gar nicht aus dem Zimmer gekommen seien. Zusammen mit Nachbarn seien sie dann schließlich auf die Straße gerannt. Zwei Anwohner hätten aus dem Aufzug befreit werden müssen. Nach den Beben sei stundenlang der Strom ausgefallen, auch das Mobilfunknetz habe nicht funktioniert. Zahlreiche Staaten bieten Hilfe an Die USA kündigten die sofortige Entsendung von Rettungskräften an. „Amerika steht in dieser schwierigen Zeit an der Seite des venezolanischen Volkes“, erklärte Außenminister Marco Rubio am Donnerstag im Onlinedienst X. Auf Anweisung von Präsident Donald Trump würden unverzüglich Such- und Rettungsmannschaften, medizinische Ressourcen und humanitäre Hilfe in das südamerikanische Land gesandt.Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Der US-Präsident hatte sich bereits auf der Plattform Truth Social geäußert. „Wir werden für unsere neuen und großartigen Freunde da sein“, schrieb Trump – wohl mit Blick auf die Übergangsregierung in Caracas. Weiter erklärte er in Bezug auf das wahrscheinliche Ausmaß der Folgen: „Die ersten Berichte sind nicht gut!!!“Der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, schrieb auf der Plattform X, es stünden 300 Rettungskräfte und Sanitäter sowie 50 Tonnen Hilfsgüter bereit, um in die Hauptstadt Caracas gebracht zu werden.Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Der Präsident der Dominikanischen Republik, Luis Abinader, erklärte, spezialisierte Such- und Rettungsteams der Streitkräfte würden am Morgen nach Venezuela aufbrechen. Auch Brasilien signalisierte Hilfsbereitschaft. Rodríguez zufolge boten auch bereits andere Staaten Hilfe an.Auch sagten mehrere deutsche Hilfsorganisationen und Initiativen finanzielle Hilfe für die Betroffenen in dem südamerikanischen Land zu. So kündigten etwa das Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ am Donnerstag in Bonn eine Nothilfe in Höhe von einer Million Euro an, Unicef Deutschland und Malteser International je 250.000. (Reuters, dpa, epd, Tsp)
Mindestens 164 Tote bei Erdbeben: Pistorius bietet Venezuela Hilfe der Bundeswehr an
Nach den schweren Erdbeben in Venezuela plant das deutsche Verteidigungsministerium, Hilfe zu schicken. Es waren die heftigsten Erschütterungen in dem Land seit mehr als 100 Jahren.









