Nach zwei schweren Erdbeben in Venezuela ist die Zahl der Toten nach Angaben der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez auf mindestens 164 gestiegen. Mindestens 971 Menschen wurden verletzt, wie Rodríguez am Donnerstag im Sender VTV mitteilte.Eine Modellrechnung der US-Erdbebenwarte USGS legte nahe, dass die Opferzahl noch weiter steigt. Wo genau die 164 Toten geborgen wurden, war zunächst nicht bekannt. Wie Rodríguez zuvor mitgeteilt hatte, wurde der Bundesstaat La Guaira an der Karibikküste am schwersten getroffen. Er liegt etwa 200 Kilometer östlich der Epizentren. Dort befinden sich auch der internationale Flughafen und der wichtigste Seehafen des Landes.Zwei Beben innerhalb einer MinuteZwischen den beiden Erschütterungen lagen laut USGS nur 39 Sekunden. Das erste Beben ereignete sich am Mittwoch um 18.04 Uhr (Ortszeit; 0.04 Uhr MESZ Donnerstag), 24 Kilometer östlich von San Felipe im Nordwesten des Landes in einer Tiefe von 21,9 Kilometern. Das zweite, stärkere Erbeben ereignete sich wenige Kilometer weiter nördlich in nur rund zehn Kilometern Tiefe. Wegen der geringen Tiefe dürften die Auswirkungen des zweiten Bebens größer sein.Allein in den relativ nahe gelegenen Städten Puerto Cabello und San Felipe leben nach USGS-Angaben zusammen etwas mehr als 400.000 Menschen. Auch dort war vom Einsturz von Gebäuden und erheblichen Schäden die Rede. Die automatische Modellrechnung der US-Erdbebenwarte basierend auf der Stärke des Bebens und der Nähe einiger Städte legte eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit von mehr als 1000 Todesopfern nahe.Bislang keine Infos über deutsche OpferErkenntnisse über deutsche Staatsangehörige unter den Opfern gibt es bislang nicht. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, die Lage sei noch unübersichtlich und das gesamte Ausmaß nicht absehbar.Aktuell prüfe das Amt Hilfsoptionen über verschiedene Partner. Am Nachmittag (14.30 Uhr) solle zur weiteren Koordinierung der Krisenstab der Bundesregierung im Auswärtigen Amt zusammentreten. Die Mitarbeitenden der Botschaft sind demnach wohlauf.In der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts sei eine niedrige dreistellige Zahl deutscher Staatsbürger in dem Land eingetragen, hieß es weiter. Die Zahl der in der sogenannten Elefand-Liste registrierten Menschen gibt nicht die tatsächliche Anzahl deutscher Staatsangehöriger im Land wieder, da Deutsche im Ausland keiner Meldepflicht unterliegen. Venezuela gilt derzeit nicht als beliebtes Reiseland, wegen der Sicherheitslage besteht seit Längerem eine Teilreisewarnung.Hilfsangebot der BundeswehrDie Bundesregierung sicherte Venezuela bereits Hilfe zu. „Deutschland steht an der Seite Venezuelas und wird helfen“, erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Donnerstag im Onlinedienst X. „Unsere Gedanken gelten den Opfern und jenen, die ihr Hab und Gut verloren haben.“Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) erklärte auf X, Deutschland stehe bereit, dem venezolanischen Volk zu helfen. Er zeigte sich zutiefst betroffen über die verheerenden Zerstörungen in dem Land. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte bereits zuvor erklärt, die Bundeswehr stehe mit sechs Transportflugzeugen A400M bereit, um Unterstützung zu leisten.
Mindestens 164 Tote bei Erdbeben in Venezuela
Nach zwei Erdbeben in Venezuela steigt die Zahl der Toten. Nach Angaben der Präsidentin kommen mindestens 164 Menschen ums Leben. Es sind noch mehr Opfer zu befürchten.










