Seit jeher versucht der Journalismus in seiner reinen Form, sechs vermeintlich einfache Fragen zu beantworten: Wer? Was? Wann? Wie? Wo? Warum? Wer in einer Recherche versucht, darauf die Antworten zu finden, hat am Ende in der Regel eine saubere Geschichte, die Zusammenhänge herstellt, wo vorher Lücken waren, die Erklärungen dafür liefert, was zunächst nicht zu verstehen war. Im besten Fall interessiert das Ergebnis nicht nur diejenigen, die recherchiert haben, sondern eine breite Leserschaft.Eine Suche in der Datenbank der SZ zur NSDAP-Mitgliederkartei kann schon einige dieser Fragen beantworten, aber: Die Datenbank kennt die Menschen nicht, sie kennt ihre Geschichten nicht, sie erinnert sich nicht, sie zweifelt und sie fühlt nicht. Noch so ein journalistischer Grundsatz für eine gute Recherche lautet daher: Daten sind immer nur der Anfang einer Recherche – nie ihr Ende.Für solche Recherchen brauchen wir Sie, die Leserinnen und Leser der SZ. Wenn Sie glauben, bei Ihren eigenen Recherchen auf Namen, Daten, Orte gestoßen zu sein, die hinterfragt werden sollten, dann melden Sie sich bei uns. Wenn Sie einverstanden wären, dass wir mit Ihnen zusammen in die Recherche einsteigen, wenn Sie bereit sind, mit uns vielleicht Briefe oder Dokumente oder Fotos zu teilen, und wenn Sie glauben, dahinter könnte sich eine interessante Geschichte verbergen, die auch über Ihren Gartenzaun hinaus relevant sein könnte: Senden Sie uns hier einen entsprechenden Hinweis.Erklären Sie uns mit ein paar Sätzen, was Sie gefunden haben und warum Sie glauben, dass man darüber mehr erfahren müsste. Wir werden alle Hinweise lesen und prüfen, die vielversprechendsten auswählen – und uns bei jenen Leserinnen und Lesern persönlich melden, mit denen wir konkret zusammenarbeiten wollen. Alle Zuschriften unterliegen der absoluten Vertraulichkeit, die Recherche und auch eine mögliche Veröffentlichung finden nicht ohne Ihr Einverständnis statt. Zuschriften, die nicht zu einer Recherche führen, werden zeitnah gelöscht.Millionen Datensätze: Welche Spur haben Sie darin gefunden?Allein in unserer Redaktion war die Kartei für mehrere Kolleginnen und Kollegen Anlass, tiefer in ihre Familiengeschichte einzutauchen, in eine Recherche, die bisweilen viel mehr zutage gefördert hat als die bloße Neubewertung der eigenen Ahnengalerie. Exemplarisch dafür ist die Reise von Katharina Riehl, der Leiterin des SZ-Politikressorts, in die Vergangenheit ihres Großvaters. Herausgekommen ist ein Text über einen historischen Tag an einem historischen Ort, weit hinausweisend über die Chronik der Familie Riehl.Wir, die Rechercheurinnen und Rechercheure der SZ, gehen davon aus, dass sich in den Millionen Datensätzen viele solcher Geschichten verbergen. Geschichten, die – um sie erzählen zu können – es notwendig machen, zusätzliche Informationen zu beschaffen, andere Dokumente heranzuziehen, letzte Zeitzeugen zu finden, in Archive zu steigen, mit Experten zu reden, historische Orte zu besuchen. In vielen Fällen ist es das Warum, das die meisten Menschen interessieren wird – und das für viele andere Menschen auch interessant sein kann, die sich fragen, was hinter einer bloßen Mitgliedschaft in der NSDAP eigentlich stecken kann.Wenn Sie also daran interessiert sind, mit uns Antworten zu finden auf das „Wer? Was? Wann? Wie? Wo? Warum?“, melden Sie sich. Wir freuen uns auf Sie!
Leseraufruf zu Recherchen in der NSDAP-Mitgliederdateit
Daten sind immer nur der Anfang einer Recherche – und wir wollen recherchieren, und zwar mit Ihnen, unseren Leserinnen und Lesern.








