Es war das einzige Restaurant weit im Osten der Stadt, das sich jahrelang mit einem Michelin-Stern schmücken durfte. Bereits zum elften Mal in Folge wurde die Lichtenberger Skykitchen 2025 mit der bedeutendsten Auszeichnung der gehobenen Gastronomie für ihre herausragende Küche gewürdigt. Und darauf war man sichtlich stolz: Überall war von „Sternerestaurant“ die Rede und nicht bloß „Restaurant“. Auch am Mittwochnachmittag stand noch auf der eigenen Website: „Wir sind ausgezeichnet.“ Doch seit Dienstag gibt es ganz offiziell kein Sternerestaurant in Berlin mehr, das nicht innerhalb des S-Bahn-Rings oder im Westen der Stadt liegt. Zum ersten Mal seit fast zwölf Jahren gehört die Skykitchen nicht mehr zu den Auserkorenen – und verliert damit nicht nur das Prestige, sondern auch ein zentrales Alleinstellungsmerkmal, mit dem das Lokal seine Position in der Berliner Spitzengastronomie behauptet hatte.

Skykitchen: „Sehen die Situation nicht als Rückschritt“

Zum 60. Mal wurden am Dienstagabend in Deutschland die Michelin-Sterne verliehen. Im Frankfurter Palmengarten konnten in diesem Jahr 19 Hauptstadt-Restaurants brillieren. Während sich bei den Zwei- und Drei-Sterne-Restaurants im Vergleich zum Vorjahr nichts änderte, verlor Berlin gleich drei Ein-Sterne-Gastronomien: den Bieberbau, das Prism – und die eben genannte Skykitchen. Während das Prism nach rund sieben Jahren bereits Ende August 2025 von sich aus den Betrieb eingestellt hatte – die Betreiber sprachen von Überarbeitung und Erschöpfung durch den Betrieb eines Fine-Dining-Lokals –, zeigen sich die Gastronomen des Bieberbaus in Wilmersdorf und die Betreiber der Skykitchen von der diesjährigen Entscheidung des Guide Michelin zwar enttäuscht, tragen es aber mit Fassung.