Alexander EydlinHunderte Millionen Menschen in Europa von Hitzewelle betroffenNicht nur in Deutschland, sondern in zahlreichen europäischen Ländern erreichen die Temperaturen teils Höchstwerte. In weiten Teilen Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Spaniens, Großbritanniens und Belgiens gilt die jeweilige höchste Hitzewarnstufe. So werden in Deutschland in den kommenden Tagen Temperaturen von 35 bis 41 Grad erwartet. In 58 von 96 französischen Festland-Départements gilt die höchste Hitze-Warnstufe, ebenso in mehreren britischen Regionen. Auf die Hitzewelle bereiten sich auch Österreich, Ungarn und Kroatien vor.Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AFP erleben heute europaweit 94 Millionen Menschen Temperaturen über 35 Grad. In Gebieten mit mehr als 350 Millionen Menschen liegt die Temperatur bei mindestens 30 Grad. Die aktuelle Hitzewelle fällt nach Angaben des Weltklimarats IPCC heftiger als, als in mehreren wissenschaftlichen Prognosen vorhergesagt. »Wir werden zwangsläufig mehr von dem erleben, was wir in den vergangenen Tagen gesehen haben«, warnte IPCC-Chef Jim Skea. Katharina JamesWHO ruft Europa zu mehr Engagement für Hitzeschutz aufDie Weltgesundheitsorganisation hat die europäischen Regierungen zu mehr Investitionen in den Hitzeschutz aufgefordert. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, die Hitzewelle gefährde die Gesundheit der Menschen. Die Temperaturen in Europa stiegen doppelt so schnell wie im globalen Vergleich, sagte Ghebreyesus weiter. Das erhöhe die Wahrscheinlichkeit und die Schwere extremer Wetterphänomene. Die Politik müsse daraus Konsequenzen ziehen und »Investitionen in Klima-resiliente Gesundheitssysteme Priorität einräumen und zugleich den Klimaschutz beschleunigen und die Treiber der Klimakrise zurückfahren«. Als praktischen Tipp erklärte die WHO, wie zwischen hitzebedingter Erschöpfung und einem lebensgefährlichen Hitzschlag zu unterscheiden ist. Erschöpfung äußere sich in Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Krämpfen. Bei einem Hitzschlag träten aber auch geistige Verwirrung, körperlicher Zusammenbruch und Anfälle auf. Die WHO rät dazu, bei Temperaturen unter 40 Grad Ventilatoren zu nutzen. Bei Temperaturen über 40 Grad heizten die Geräte den Körper hingegen noch stärker auf. Bei Hitze sollten Menschen außerdem mindestens zwei bis drei Liter pro Tag trinken.Katharina JamesDeutscher Wetterdienst rechnet mit heißestem Junitag jemalsIn den kommenden Tagen könnte ein Hitzerekord für den Juni bevorstehen. Wie die Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach ankündigte, sind Höchsttemperaturen um 40 Grad möglich. Die bislang höchste gemessene Temperatur in einem Juni lag bei 39,6 Grad und wurde am 30. Juni 2019 in Bernburg (Sachsen-Anhalt) registriert.Verantwortlich für die extrem heiße Luft ist das Hochdruckgebiet Hartmut. Zudem sei auch mit zunehmend warmen Nächten zu rechnen, sagte die Diplom-Meteorologin Jacqueline Kernn. Verbreiteter gebe es sogenannte Tropennächte. Davon spricht man, wenn die Temperatur nachts nicht unter 20 Grad sinkt. Der UV-Index ist laut Wetterdienst hoch bis sehr hoch, längere Aufenthalte im Freien sollten daher vor allem am Mittag und Nachmittag vermieden werden, schrieb der DWD. Mehr zum Wetter in den kommenden Tagen lesen Sie hier:Katharina JamesÄrzte raten zu gegenseitigem Schutz wegen HitzeAngesichts der Hitze hat die Bundesärztekammer dazu aufgerufen, regelmäßig alleinstehenden, gefährdeten Menschen Hilfe anzubieten. Ein täglicher Anruf oder kurzer Besuch bei allein lebenden Nachbarinnen, Verwandten und Bekannten könne Leben retten. Die Ärzte riefen dazu auf, sich, sofern möglich, aktiv zu kühlen und gefährdete Menschen zu unterstützen. Erledigungen und Besorgungen sollten möglichst bei kühleren Temperaturen in den frühen Morgen- oder Abendstunden gemacht werden.Besonders ältere Menschen müssten sich vor Austrocknung schützen und viel trinken. Austrocknung entwickele sich häufig schleichend und werde oft zu spät bemerkt. Hinweise seien Schwindel, Verwirrtheit und Schwäche. Wer kann, sollte auf Blutdruck, Körpertemperatur und Körpergewicht achten. Auch manche Medikamente könnten bei den Temperaturen besonders belasten, weil sie den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, die Temperaturregulation oder den Kreislauf beeinflussen. Die Bundesärztekammer rät, sie daraufhin überprüfen zu lassen.Katharina JamesBritische Schulen bleiben wegen Hitze geschlossenIn Großbritannien hat der Wetterdienst die höchste Hitzewarnstufe ausgerufen – erst zum zweiten Mal in der Geschichte des Landes. Erwartet werden Temperaturen von bis zu 39 Grad. In Teilen des Landes bleiben Schulen geschlossen oder reduzieren den Unterricht. Auch der Bahnverkehr wird wegen der Hitze eingeschränkt. Die ganze Nachricht lesen Sie hier: TickarooLive Blog Software
Hitzewelle: Mehr als 350 Millionen Europäer von Hitzewelle betroffen
Temperaturen von bis zu 40 Grad herrschen in Gebieten mit fast 100 Millionen Einwohnern. Die WHO fordert mehr europäisches Engagement beim Hitzeschutz. Das Liveblog













