Es ist heiß in Europa: An vielen Orten im Süden und Westen warnen die Behörden vor gesundheitsgefährdender Hitze, Waldbränden und Dürre. In Spanien und Montenegro sind bei Bränden drei Männer ums Leben gekommen, auf Sardinien stirbt ein Vierjähriger an Überhitzung. Auch in Deutschland rechnet der Wetterdienst am heutigen Mittwoch mit Spitzenwerten um die 37 Grad Celsius. Die Hitzelage in der Übersicht.SpanienBei einem Waldbrand nördlich von Madrid ist ein Mann ums Leben gekommen. Der etwa 50-Jährige sei am Montagabend mit schweren Verbrennungen in einem Haus der Siedlung Tres Cantos gefunden worden, berichtete der öffentlich-rechtliche TV-Sender RTVE. Er habe Verbrennungen von 98 Prozent seiner Haut erlitten und sei wenig später in einem Krankenhaus gestorben.Spanien:Eklat um ein Verbot muslimischer FesteMuslime dürfen auf dem öffentlichen Gelände einer südspanischen Kleinstadt nicht mehr feiern. In dem landesweiten Streit darüber greifen Rechtspopulisten nun die katholische Kirche an.In Videos war zu sehen, wie Feuerwehrleute dort zwischen Häusern, in Vorgärten und auf den Straßen gegen Flammen kämpften, die überall aus Hecken, Gebüschen, Bäumen und Gebäuden schlugen. Die extreme Hitze in weiten Teilen des Landes mit Höchsttemperaturen weit über 40 Grad dörrt die Vegetation aus. Im Sommer hat es zudem kaum geregnet.Wegen eines Waldbrandes mussten mehrere Orte nahe Madrid evakuiert werden. Cesar Manso/afpWährend diese Brände nahe Madrid mittlerweile unter Kontrolle gebracht wurden, kämpfen Einsatzkräfte weiter gegen Brände in León, Zamora, Ourense und Cádiz. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez äußerte seine Anteilnahme nach dem Tod eines Mitglieds der freiwilligen Feuerwehr. Der 35-Jährige wurde bei dem Versuch, in der Region Kastilien und León Brandschneisen anzulegen, von den Flammen eingeschlossen. In der Provinz León im Nordwesten mussten mehr als 5000 Menschen wegen Waldbränden in Sicherheit gebracht werden.MontenegroIn Montenegro kam ein Soldat während der Löscharbeiten eines Waldbrandes ums Leben, als ein Wassertank umkippte und auf ihn stürzte. Ein weiterer Soldat sei dabei schwer verletzt worden, berichteten montenegrinische Medien unter Berufung auf das Verteidigungsministerium.Ein serbischer Löschhubschrauber wirft Wasser über einem Waldbrand am Stadtrand der Hauptstadt Podgorica ab. SAVO PRELEVIC/AFPDie Wälder brennen an mehreren Stellen vor allem im Umkreis der Hauptstadt Podgorica, aber auch in der Nähe der Küste bei Budva sowie im Norden des Landes nahe der Grenze zu Serbien. Hilfe beim Löschen kam aus Serbien und Kroatien sowie aus Italien.AlbanienEvakuierungen gab es auch in Albanien. Florion Goga/ReutersIn Albanien wurden am Dienstag mindestens vier Dörfer im bergigen Zentrum des Landes wegen der sich ausweitenden Brände evakuiert. Ein 80-jähriger Mann fiel Behördenangaben zufolge einem Feuer südlich der albanischen Hauptstadt Tirana zum Opfer. Zwischenzeitlich wurden Dutzende Brände gelöscht, danach brachen andere Feuer aus. Die Polizei geht in vielen Fällen von Brandstiftung als Ursache aus.ItalienDas afrikanische Hochdruckgebiet Caronte hat das Urlaubsland nach wie vor fest im Griff. Mit Temperaturen bis zu 40 Grad haben die Behörden für 16 Städte die höchste Stufe der Hitzewarnungen ausgerufen, beispielsweise für Bologna, Florenz, Mailand, Perugia, Turin und Rom. Ungewöhnlich heiß ist es gerade auch in Südtirol: In Bozen sollen die Temperaturen ebenfalls auf 37 Grad steigen. Die Hitze soll noch bis Ende der Woche anhalten.Besonders wichtig dieser Tage: Die Stadt Rom bietet überall kostenloses Trinkwasser an. Filippo Monteforte/afpLaut italienischen Medienberichten ist auf Sardinien ein Vierjähriger an einem Hitzeschlag gestorben. Er soll alleine in einem geparkten Auto gewesen sein.FrankreichEine Hitzewelle mit Temperaturen von mehr als 40 Grad versetzt auch Frankreich in einen Ausnahmezustand. In großen Teilen des Landes mahnte der Wetterdienst Météo France die Bevölkerung zu besonderer Vorsicht angesichts der Hitze. Für 14 Départements wurde die höchste Hitzewarnstufe Rot erlassen, in 64 weiteren Départements gilt die Warnstufe Orange. Die Wetterlage führt in etlichen Städten zu einer erhöhten Ozonbelastung und einer Verschlechterung der Luftqualität. An der Côte d’Azur heizte sich das Mittelmeer, etwa bei Nizza, auf 26 Grad auf.Frankreich:Ein Sommer in Paris – ohne NotunterkünftePolizisten räumen vor dem Rathaus der französischen Hauptstadt ein Lager für Obdachlose, Asylsuchende und Zuwanderer. Doch wo sollen die Menschen hin?Etliche Städte reagierten mit innovativen Maßnahmen zur Bewältigung der Hitzewelle. Um der Bevölkerung die Möglichkeit zur Abkühlung zu verschaffen, hält die Großstadt Lyon etwa einen Park die ganze Nacht über geöffnet, damit Menschen dort unter freiem Himmel übernachten können. Zwei klimatisierte Museen öffneten zudem kostenlos ihre Türen, um Menschen einen kühlen, erfrischenden Raum zu bieten. In Bordeaux im Südwesten wurde ein Zentrum geöffnet, in dem Obdachlose Schutz vor der Hitze finden sollen.Im Zentrum von Paris kühlen Menschen sich in einem Nebelbrunnen ab. DIMITAR DILKOFF/AFPDie Staatsbahn SNCF strich wegen der Hitze erneut bis zum Freitag mehrere Intercity-Zugverbindungen auf den Strecken Paris–Clermont-Ferrand und Bordeaux–Marseille. Befürchtet wird, dass die Klimaanlagen in den älteren Zügen, die auf diesen Verbindungen teilweise eingesetzt werden, den Extremtemperaturen nicht gewachsen sind. Unterdessen bleibt die Waldbrandgefahr in Frankreich angesichts der Trockenheit sehr hoch.GriechenlandNahe der griechischen Hafenstadt Patras hatte die Feuerwehr Mühe, Häuser und landwirtschaftliche Einrichtungen vor einem Feuer zu schützen, das sich durch Olivenhaine fraß. „Heute ist wieder ein sehr schwieriger Tag, weil das Level der Feuergefahr in vielen Teilen des Landes weiter sehr hoch ist“, sagte Feuerwehrsprecher Vassilis Vathrakoyiannis.Eine Kirche steht unversehrt in einem abgebrannten Gebiet nahe Patras. Louiza Vradi/REUTERSDie griechische Feuerwehr war neben dem Feuer in der Gegend Patras auch mit Bränden auf dem westlichen Festland und auf der Insel Zakynthos beschäftigt.