PfadnavigationHomeSportFußballParaguay„Lass dir Eier wachsen“ – Wilde Pöbeleien kosten Reporter die AkkreditierungStand: 10:09 UhrLesedauer: 3 MinutenIm WM-Spiel zwischen der Türkei und Paraguay sorgt eine Rote Karte nach einer Hand-vor-dem-Mund-Geste für Diskussionen. Experten verweisen jedoch auf die klare Regel gegen verdeckten Trash-Talk.Paraguay hofft bei der WM noch auf das Weiterkommen. Für einen Reporter aus dem südamerikanischen Land ist das Turnier dagegen bereits vorbei. Die Fifa entzog ihm wegen eines Wutausbruchs die Arbeitserlaubnis. Sein Arbeitgeber kämpft für ihn.Sportlich verläuft der Auftritt der Nationalmannschaft Paraguays bei dieser WM bislang eher unauffällig. Auf die 1:4-Auftaktniederlage gegen die USA folgte ein glückliches 1:0 gegen die Türkei.Echte Schlagzeilen lieferte das Team nur in Person von Miguel Almirón, der beim Sieg im zweiten Gruppenspiel als erster Fußball-Profi die Rote Karte sah, weil er sich in einem Disput mit dem Gegner die Hand vor den Mund hielt. Nun folgte außerhalb des Platzes der nächste Platzverweis für einen Paraguayer. Die Fifa entzog Radioreporter Jorge Vera die Akkreditierung, nachdem dieser in seinem Kommentar während des Türkei-Spiels gegen die Fifa, deren Präsident Gianni Infantino, den Präsidenten des südamerikanischen Fußballverbands und den Schiedsrichter gewettert und wüst beschimpft hatte.Ursache für den Furor war Almiróns Platzverweis, der mit vorgehaltener Hand etwas zu seinem türkischen Gegenspieler Mert Müldür gesagt hatte. Durch die neu eingeführte Regel soll diskriminierendes Verhalten verhindert werden. Indem sie den Mund verdecken, wollen Spieler häufig verhindern, dass erkannt werden kann, was sie sagen. Infantino hatte sich öffentlich für die neue Regel eingesetzt.Sender kämpft für den ReporterSchiedsrichter Iván Barton aus El Salvador traf die Entscheidung gegen Almirón allerdings erst nach einem Hinweis des Videoschiedsrichters. „Nummer zehn, Paraguay, Hand vor seinem Mund“, sagte Barton bei der Durchsage im Stadion und rief: „Rote Karte.“Lesen Sie auchDie Entscheidung ließ den Journalisten vom paraguayischen Sender ABC jeglichen Respekt verlieren. Vera beschimpfte den Unparteiischen als „Dieb“ und klagte die Fifa an: „Sie haben den Fußball getötet. Fifa, ihr habt den Fußball getötet“, rief er und personalisierte seine Wut: „Infantino, du bist verantwortlich hierfür (...) Eine Schande. Ihr solltet euch schämen!“Einmal in Fahrt, bekam auch noch Alejandro Domínguez, Präsident des südamerikanischen Kontinentalverbands Conmebol sein Fett weg: „Alejandro Domínguez, weniger Fotos mit Infantino. Lass dir ein paar Eier wachsen. Ihr scheiß Diebe!“Zu viel für die Fifa, die ihm nun die Turnierakkreditierung entzog. Zu viel, findet auch Vera selbst. „Was ich gesagt habe, war falsch, und es liegt an mir, die Verantwortung dafür zu übernehmen. In diesen Sekunden war ich kein gutes Vorbild“, schrieb er bei Instagram entschuldigend.Dennoch darf er wie die Nationalmannschaft Paraguays noch auf eine Fortsetzung im Turnier hoffen. Sein Sender setzt sich für ihn ein und fordert die Fifa auf, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken. Es handele sich schließlich um einen isolierten Vorfall. „Wir sind der Auffassung, dass der dauerhafte Entzug einer Akkreditierung für die gesamte Dauer des Turniers eine extreme und offenkundig unverhältnismäßige Sanktion für ein erstmaliges Fehlverhalten darstellt, das sofort eingeräumt wurde.“lwö
WM 2026: „Lass dir Eier wachsen“ – Wilde Pöbeleien kosten Reporter die Akkreditierung - WELT
Paraguay hofft bei der WM noch auf das Weiterkommen. Für einen Reporter aus dem südamerikanischen Land ist das Turnier dagegen bereits vorbei. Die Fifa entzog ihm wegen eines Wutausbruchs die Arbeitserlaubnis. Sein Arbeitgeber kämpft für ihn.














