PfadnavigationHomePolitikAuslandUkraine-KriegStromausfall in Hafenstadt auf der Krim nach ukrainischem Angriff – Putin äußert sichStand: 08:14 UhrLesedauer: 2 MinutenNach ukrainischen Drohnenangriffen Mitte Juni teilte ein russischer Gouverneur dieses Foto aus Sewastopol Quelle: Uncredited/Sevastopol mayor Mikhail Razvozhaev telegram channel/AP/dpaDie Ukraine intensiviert ihre Drohnenangriffe auf die annektierte Halbinsel Krim, um Russland unter Druck zu setzen. Es kommt zu Stromausfällen. Der von Moskau eingesetzte Gouverneur ruft Eltern dazu auf, ihre Kinder zuhause zu behalten.In Sewastopol auf der von Russland völkerrechtswidrig annektierten Halbinsel Krim ist am Mittwoch der Strom ausgefallen. Grund dafür seien ukrainische Angriffe auf Energieanlagen, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Zuvor hatte er von einem Drohnenangriff auf die größte Stadt der Krim gesprochen. Wegen der Ausfälle verkehrten am Mittwoch keine Oberleitungsbusse in Sewastopol. Raswoschajew rief Eltern zudem ‌dazu auf, ihre Kinder zu Hause zu behalten. Auch in den nahegelegenen russisch besetzten Gebieten der Region Cherson sei die Stromversorgung teilweise oder vollständig unterbrochen, erklärte der dortige Russland-Vertreter Wladimir Saldo.„Spezialisten begutachten den Maßstab der Schäden und tun alles Mögliche, um die Stromversorgung wiederherzustellen“, schrieb Raswoschajew. Medienberichten zufolge ist auch in einigen anderen Teilen der Krim nach einem Drohneneinschlag in einem Kraftwerk die Stromversorgung zusammengebrochen.In den ebenfalls von Russland besetzten Teilen der südukrainischen Region Cherson haben die Behörden nach mehreren Stunden Ausfall die Energieversorgung wiederhergestellt.Die Ukraine hat zuletzt ihre Angriffe auf die Versorgungsrouten der Krim verstärkt. Zu Beginn ‌der Urlaubssaison ist der Treibstoff in der Schwarzmeer-Region knapp geworden, was bereits zu Einschränkungen des öffentlichen Lebens geführt hat. Die Behörden schlossen alle Ferienlager und setzten den Tourismus bis zum 1. September aus. Lesen Sie auchDie Treibstoffkrise hat sich inzwischen regional ‌ausgeweitet. Mehrere russische Regionen rationieren den ‌Verkauf von Benzin und Diesel – darunter auch in von der Ukraine weit entfernten ‌Gebieten wie Sibirien. Lesen Sie auchBereits am Dienstag hatte das ukrainische Verteidigungsministerium Angriffe auf eine Eisenbahnbrücke, ein Kraftwerk und weitere wichtige Infrastrukturziele auf der Krim vermeldet. Ukrainische Drohnen hätten ein Öllager am Wärmekraftwerk Kertsch im Osten der Krim, ein Umspannwerk im Westen sowie eine Verteilstation für Flüssigerdgas in Simferopol getroffen, der zweitgrößten Stadt der Halbinsel. Russlands Präsident Wladimir Putin warf der Ukraine daraufhin vor, mit Drohnenangriffen die russische Energieversorgung und Tourismusbranche stören zu wollen. Moskau sei vor entsprechenden ukrainischen Plänen gewarnt worden. Ukrainische Drohnen kämen „in einem riesigen Strom“ und zielten darauf ab, die russische Gesellschaft zu destabilisieren, so Putin.Ukraine trifft Ziele im tiefsten HinterlandUnter Beschuss ist auch die weit von der Front entfernte Wolgaregion Orenburg in Russland geraten. Der Gouverneur der Region, Jewgeni Solnzew, berichtete von einem schweren Angriff. „Einige Drohnen wurden über Industrieobjekten in der Stadt abgeschossen“, schrieb er in sozialen Netzwerken. Dort seien Katastrophenschutz und Feuerwehr im Einsatz, Verletzte gebe es nicht. Medienberichten zufolge wurde eine Anlage zur Verarbeitung von Erdgas beschossen. Über das Ausmaß der Schäden ist bislang nichts bekannt.dpa/rtr/lay