PfadnavigationHomePanoramaNach heftiger Kritik„Würde das Ansehen der Stadt beschädigen“ – Halle geht gegen Deutsch-Regel im Strandbad vorStand: 20:13 UhrLesedauer: 2 MinutenEin Hinweisschild am StrandbadQuelle: Heiko Rebsch/dpaDie umstrittene Deutsch-Regel im Strandbad Halle beschäftigt nun die Stadtverwaltung. Sie fordert die Rücknahme der Maßnahme und warnt vor einem möglichen Imageschaden für die Stadt.Nach bundesweiten Diskussionen um eine umstrittene Einlassregel im Heidebad in Halle hat die Stadtverwaltung den Betreiber zum Einlenken aufgefordert. Die Stadt habe den Chef des Strandbades gebeten, die erst vor wenigen Tagen eingeführte Zugangskontrolle umgehend zurückzunehmen, berichtet die „Bild“.Der Betreiber des Heidebads, Mathias Nobel, hatte angekündigt, Badegäste abzuweisen, die nicht ausreichend Deutsch sprechen und die Baderegeln nicht verstehen. Anlass war nach seinen Angaben ein Rettungseinsatz am vergangenen Wochenende. Nobel hatte ein Kleinkind aus einem tiefen Bereich des Sees retten müssen. Die Eltern hätten seine Anweisungen nicht verstanden. Der Heidesee ist ein ehemaliges Tagebaurestloch und nach Angaben des Betreibers stellenweise bis zu 13 Meter tief.Lesen Sie auchDie Stadt Halle kritisiert das Vorgehen nun deutlich. „Die Pächterin hat zu berücksichtigen, dass ein Zugang zum Bad für die Allgemeinheit gewährleistet sein muss“, sagte Stadtsprecher Drago Bock der „Bild“. Die Ausgestaltung des Hausrechts dürfe den öffentlichen Charakter der Einrichtung nicht „durch pauschale Einlassverbote für ganze Bevölkerungsgruppen aushebeln“.Weiter erklärte die Stadt: „Ein Vorgehen, das in der Öffentlichkeit als ausländerfeindlich wahrgenommen werden kann, würde das Ansehen der Stadt beschädigen und verstieße gegen die vertragliche Wohlverhaltenspflicht.“ Nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit müssten zunächst mildere Mittel ausgeschöpft werden.Nobel weist den Vorwurf der Ausländerfeindlichkeit zurück. Es gehe ausschließlich um die Sicherheit der Badegäste. „Ich trage im Bad die Verantwortung. Wenn etwas passiert, zeigen alle auf mich. Tot ist tot“, sagte er. Zu der Aufforderung der Stadt erklärte der Badchef: „Was soll ich zurücknehmen? Dass die Leute die Baderegeln verstehen?“Lesen Sie auchNach Angaben des Betreibers löste die Regelung heftige Reaktionen aus. Das Bad habe zahlreiche kritische E-Mails, Hassnachrichten und negative Bewertungen erhalten. Nobel berichtet zugleich von Unterstützung durch Rettungsschwimmer aus ganz Deutschland.Lesen Sie auchDie Stadt kündigte an, die Sicherheitsbedenken des Betreibers ernst zu nehmen und Unterstützung anzubieten. Geplant seien standardisierte Baderegeln und Sicherheitshinweise in mehreren Sprachen. Zudem sollen Piktogramme und QR-Codes im Eingangsbereich und auf dem Gelände die wichtigsten Regeln visuell vermitteln.jra