Die Empörung der Union über den neuen Linken-Chef ist völlig überzogen. Sie soll davon ablenken, dass sie selbst in der Tat immer weiter nach rechts rutscht.
Unionsfraktion im Empörungsmodus: Der Bundestag soll jetzt auf ihren Wunsch über Pantisanos Äußerungen diskutieren
Michael Kappeler/dpa
D ie Aussage des neuen Linken-Chefs Luigi Pantisano, es gebe keinen Unterschied mehr zwischen der Union und der AfD, war unglücklich und falsch. Nein, die Politik der CDU ist nicht „faschistisch“ – auch wenn ihr Migrationskurs an die Grenzen der Rechtsstaatlichkeit geht, CDU-Fraktionschef Jens Spahn an Geheimtreffen des rechtsextremen Tech-Milliardärs Peter Thiel teilnimmt und manche im Osten mit der AfD liebäugeln. Pantisano hat sich inzwischen für seinen verbalen Fehltritt entschuldigt, und damit könnte man es gut sein lassen.
Nicht aber die Union. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann lehnt die Entschuldigung des neuen Linken-Chefs; mehrere Unionsgranden fordern gar Pantisanos Rücktritt. Dieser Theaterdonner soll davon ablenken, dass die Union in der Tat immer weiter nach rechts rutscht. Das Entsetzen darüber, dass sie sich mit ihrer rabiaten Migrationspolitik zum „Steigbügelhalter“ der Rechtsextremen macht, wie es Heidi Reichinnek in ihrer berühmten „Brandmauer“-Rede vor der Wahl ausdrückte, hat der Linken enormen Zulauf beschert.












