PfadnavigationHomePolitikDeutschlandNeuer Linken-Chef Pantisano„Kein Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten selbst“Stand: 15:38 UhrLesedauer: 3 MinutenDie Linke wählt auf ihrem Parteitag in Potsdam eine neue Parteispitze. Als Nachfolger von Jan van Aken soll Luigi Pantisano Co-Chef werden, der für einen jungen und aktivistischen Kurs steht. WELT-Reporterin Luisa Stangl berichtet.Luigi Pantisano ist neuer Vorsitzender der Linken – und hatte schon vor seiner heutigen Wahl Friedrich Merz frontal angegriffen. Er nannte den Kanzler einen „Versager“, der CDU warf er sogar eine „faschistische Politik“ vor. In den ostdeutschen Landesverbänden kam das nur bedingt gut an.Der neue Linken-Vorsitzende Luigi Pantisano hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) scharf angegriffen und die CDU in die Nähe des Faschismus gerückt. „Letztlich gibt es auch gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst“, sagte Pantisano der „Bild“. Ziel der Linken sei es, „die Faschisten von der Macht fernzuhalten“.Pantisano äußerte sich mit Blick auf mögliche Kooperationen mit der Union nach den anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland; dort könnte es schwierig werden, in den Landtagen eine Mehrheit gegen eine erstarkte AfD zu bilden.Mehrere Linken-Spitzenpolitiker aus ostdeutschen Landesverbänden zeigten sich anschließend irritiert über die Aussagen. Eva von Angern, Spitzenkandidatin in Sachsen-Anhalt, sagte dem Portal „t-online“: „Das möchte ich klarstellen: Die CDU ist eine demokratische Partei, in der sich viele Demokratinnen und Demokraten engagieren und die für die Menschen Politik machen.“ Auch wenn Kritik an vielen Stellen angebracht sei, sehe sie ganz klar einen großen Unterschied zwischen CDU und AfD.Der Linken-Chef von Mecklenburg-Vorpommern, Hennis Herbst, sagte dem Portal: „Ich bin doch etwas irritiert über die Aussage, denn so pauschal kann man das in meinen Augen nicht sagen.“ Weiter sagte Herbst: „Wir beobachten schon, dass die CDU in Teilen auch AfD-Politik macht, aber pauschal zu sagen, dass die CDU eine faschistische Partei sei, funktioniert für mich nicht.“Lesen Sie auchDie thüringische Landeschefin Katja Maurer kritisierte Pantisanos Aussage als verkürzt. „Man kann und muss Kritik an der CDU üben, ohne die faschistische AfD zu relativieren“, teilte sie gegenüber „t-online“ mit. Zur Realität aber gehöre auch, dass die CDU mit der AfD beispielsweise auf kommunaler Ebene gemeinsam abstimmt und arbeitet. „Das ist alarmierend.“Lesen Sie auchPantisano und Ines Schwerdtner wurden am Samstagnachmittag als neue Linken-Vorsitzenden bestätigt. Die Delegierten des Bundesparteitags in Potsdam bestätigten Schwerdtner mit 85,7 Prozent im Amt. Pantisano wurde mit nur 53,3 Prozent der Stimmen zum Nachfolger von Jan van Aken gewählt, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidierte.Pantisano nennt Merz einen VersagerPantisano kündigte einen scharfen Oppositionskurs gegen die Bundesregierung an. Er wolle dazu beitragen, „dass Friedrich Merz Angst hat vor uns Linken“, sagte er. Die Partei wolle Arbeiterinnen und Arbeiter organisieren und gegen die Politik der Bundesregierung mobilisieren. „Ich finde es auch unerhört, dass ein Versager wie Friedrich Merz, der praktisch selbst der unbeliebteste Kanzler seit Jahren ist, meint, denjenigen, die hart arbeiten, die aufstehen, die als Postbote arbeiten, vorzuschreiben, was sie zu tun haben“, sagte Pantisano.Mit der Debatte über den Leitantrag hatten die Delegierten des Linken-Parteitags ihr Treffen fortgesetzt. Mit dem Bild, die Linke „als Steinhaus“ zu bauen, will sich die Partei stärker in der Gesellschaft verankern. Am Morgen hatte der Parteitag bereits über eine Reihe von Satzungsänderungen debattiert: Keine Mehrheit erhielt unter anderem die Forderung nach einer Vergrößerung des Parteivorstands angesichts der deutlich gewachsenen Mitgliederzahl der Linken. Angenommen wurde hingegen ein Antrag zur besseren Sichtbarkeit von Flinta*, also von Frauen, Lesben, inter-, nicht-binären, trans- oder ageschlechtlichen Menschen in der Bundessatzung.AFP/coh/krott