Münchner sollen wegen Hitzewelle Wasser sparenWegen der andauernden Hitzewelle mahnen die Stadtwerke München einen sparsamen Umgang mit Trinkwasser an. „Im Vergleich zu einem „normal temperierten“ Junitag liegt der Wasserverbrauch in München aktuell um rund 20 Prozent höher“, teilte ein Sprecher der Stadtwerke mit. „Daher bietet sich die Situation an, auf verantwortungsbewusstes Handeln hinzuweisen und so unnötige Verbräuche zu vermeiden.“So sollten Münchnerinnen und Münchner vor allem auf das ausgedehnte Bewässern von Gärten und Rasen verzichten. Pools und Planschbecken sollten vorerst nicht mehr befüllt werden. Ebenso sollte das Autowaschen ausgesetzt werden, riet der Wasserversorger. Was das eigene Hydrieren angeht, würden diese Hinweise aber nicht gelten: „Bei diesem Wetter ist viel Trinken ratsam, vor allem Trinkwasser als kalorienfreier Durstlöscher.“In Gefahr sei die Versorgung mit Trinkwasser in München nicht, aber: „Auch wenn Münchens Trinkwasserversorgung stabil ausgelegt ist, belasten die andauernde Hitzewelle und ausbleibende Niederschläge die verfügbaren Wassergewinnungsressourcen“, teilten die Stadtwerke mit. „Die Münchnerinnen und Münchner können mit ihrem Verhalten dazu beitragen, diese Belastung zu reduzieren.“Die Karte zeigt, wo im Südwesten es heute besonders heiß werden soll:Hanna MasaFrankreich verzeichnet „einen Rekord für den Monat Juni“Frankreich hat am Montag die höchste jemals im Monat Juni gemessene landesweite Durchschnittstemperatur verzeichnet. Der landesweite Index – ein Mittelwert aus Tages- und Nachttemperaturen – lag am frühen Montagabend bei 29,2 Grad, wie der Wetterdienst France-Météo unter Verweis auf vorläufige Angaben mitteilte. Es handele sich um „einen Rekord für den Monat Juni“, der den bisher gemessenen durchschnittlichen Monats-Höchstwert vom 30. Juni 2025 ablöse, teilte Météo-France der Nachrichtenagentur AFP mit.Frankreich ächzt seit der vergangenen Woche unter einer Hitzewelle, am Montag war mehr als die Hälfte des Landes von der höchsten Hitzewarnstufe Rot betroffen. Vielerorts kletterte das Thermometer auf über 40 Grad. In Rennes, Bordeaux und Angers wurden neue Temperaturrekorde verzeichnet. Im südfranzösischen Carpentras wurden am Montag zwei Kinder im Alter von zwei und vier Jahren tot im Wagen ihrer Eltern gefunden, die Ermittler führten ihren Tod auf die Hitze zurück. Am Wochenende hatten die französischen Behörden bereits drei Hitzetote und mehr als ein Dutzend tödliche Badeunfälle gemeldet.Weitere traurige Nachrichten kommen aus Frankreich, das ebenfalls von der Hitzewelle betroffen ist: Zwei Kleinkinder sind in Carpentras in einem Auto tot aufgefunden worden. Wie die Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte, wurden die leblosen Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren im Auto ihrer Eltern auf einem Parkplatz der südfranzösischen Stadt entdeckt. Die Todesursache ist noch unklar, die Ermittler gehen aber von einem Zusammenhang mit der Hitzewelle aus, wie die Staatsanwältin Hélène Mourges sagte.Die Feuerwehr des südfranzösischen Départements Vaucluse teilte mit, sie habe „zwei Kinder mit Herz-Kreislauf-Stillstand“ entdeckt, nachdem gegen 13.20 Uhr ein Notruf eingegangen sei. Die Mutter der Kinder wurde von Rettungskräften versorgt und konnte zunächst nicht vernommen werden.Traurige Gewissheit aus dem Kreis Groß-Gerau: Drei seit Samstag vermisste Schwimmer sind nun tot geborgen worden.Die Stadt Erfurt hat ein vorübergehendes Verbot von Grablichtern auf kommunalen Friedhöfen erlassen. Aufgrund der anhaltenden Hitze und der damit verbundenen erhöhten Brandgefahr seien ab sofort Grabkerzen, Grablichter, Grablampen in Gefäßen sowie LED-Lichter untersagt, teilte die Stadt am Montag mit. Die Maßnahme diene dem vorbeugenden Brandschutz.Die Friedhofsverwaltung bittet alle Bürgerinnen und Bürger um Verständnis und darum, auf alternative Formen des Gedenkens zurückzugreifen. Das Verbot gelte bis auf Weiteres. Über eine Aufhebung werde entsprechend der weiteren Wetterentwicklung entschieden. Die Bildungsgewerkschaft VBE fordert verbindliche und bundesweit einheitliche Regeln für Hitzeschutz an Schulen. Angesichts zunehmender Hitzeperioden sei es nicht länger hinnehmbar, dass Lehrkräfte und Schüler unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen arbeiten und lernen, sagte der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung, Tomi Neckov, am Montag in Berlin.Zum Hitzeschutz gehörten Regeln für Raumtemperaturen, ausreichender Sonnenschutz, funktionierende Lüftungssysteme sowie die Freiheit, die Unterrichtssituation entsprechend anzupassen. Schulgebäude müssten klimatisiert werden und Schulhöfe ausreichend Schattenflächen bieten. „Hitzeschutz ist kein Privileg, sondern eine Frage des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie der Bildungsgerechtigkeit“, so Neckov. Kinder reagierten deutlich stärker auf Hitze.Bislang ist der Hitzeschutz an Deutschlands Schulen nicht einheitlich geregelt. Wann es zum Beispiel Hitzefrei gibt, ist generell eine Entscheidung der Schulleitung. In manchen Bundesländern gibt es dazu Vorgaben, die aber jeweils unterschiedlich ausfallen. In mehreren anderen europäischen Ländern werden diese Woche möglicherweise neue Hitzerekorde erwartet: In Großbritannien hat der Wetterdienst für Teile Mittel- und Südenglands für Mittwoch und Donnerstag die höchste Hitzewarnstufe Rot ausgerufen. In London, Birmingham, Bath und anderen Städten muss demnach mit „außergewöhnlich heißen und schwülem Wetter“ mit Spitzenwerten von bis zu 40 Grad gerechnet werden. Der Hitzerekord für Juni, der bisher bei 35,6 Grad liegt, wird damit wohl gebrochen. Das Königliche Meteorologische Institut in Belgien erwartet in dieser Woche ebenfalls einen Hitzerekord, wie der Leiter der Vorhersageabteilung, David Dehenauw, sagte. Wegen der Hitze fielen Züge aus. Wie die staatliche Bahngesellschaft SNCB mitteilte, sind vorallem die Stoßzeiten am Montag und Dienstag von den Streichungen betroffen, mit denen technische Störungen und Pannen verhindert werden sollen. Auch der spanische Wetterdienst Aemet warnt bis Mittwoch „vor extrem hohen“ Tag- und Nacht-Temperaturen für die Jahreszeit. In einigen Regionen sind Spitzenwerte von bis zu 44 Grad vorhersagt. In Portugal liegen die Temperaturen noch knapp unter bisherigen Rekordwerten.Die intensive Sonnenstrahlung lässt den Ozongehalt in der Luft bedenklich steigen. Der Informationsschwellenwert von 180 Mikrogramm (Millionstel Gramm) Ozon pro Kubikmeter Luft sei erstmalig in diesem Jahr in Hessen überschritten worden, teilte das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie in Wiesbaden am Montag mit. In Riedstadt (Kreis Groß-Gerau) wurden am vergangenen Freitag mittags 194,5 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft gemessen. Das Reizgas Ozon könne bei hoher Konzentration die Atemwege, Schleimhäute sowie Lunge reizen und Symptome wie Atembeschwerden, Husten oder Kopfschmerzen auslösen. Ab dem Informationsschwellenwert werde Kindern, Jugendlichen und empfindlichen Personen vorsorglich empfohlen, anstrengende körperliche Tätigkeiten im Freien zu vermeiden. Bei Werten über der Alarmschwelle von 240 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft gilt diese Empfehlung allen Bürgerinnen und Bürgern. Von sportlichen Ausdauerleistungen rät das Landesamt ab. Wer auf Sport im Freien nicht verzichten wolle, solle ihn möglichst in die frühen Morgenstunden verlegen, da zu dieser Zeit die Ozonkonzentration am niedrigsten sei. Aufgrund der Wettervorhersage sei auch in den kommenden Tagen mit anhaltend hohen Ozonwerten zu rechnen. Weitere Überschreitungen seien nicht auszuschließen, besonders betroffen seien das Rhein-Main-Gebiet und Südhessen.Bodennahes Ozon hat nichts mit der sogenannten Ozonschicht in der Stratosphäre zu tun, die vor schädlicher UV-Strahlung schützt. Nachdem sich der Abflug eines Flugzeugs auf dem Frankfurter Flughafen verzögerte, mussten mehrere hitzegeplagte Passagiere am Sonntag von Rettungskräften versorgt werden. Wie das Polizeipräsidium Frankfurt am Main am Montag mitteilte, klagten einige Fluggäste aufgrund der Temperatur im Innenraum der Maschine über Unwohlsein.Das bereits voll besetzte Flugzeug stand mehr als eine Stunde nach dem ursprünglichen Starttermin bei hochsommerlichen Temperaturen immer noch auf dem Vorfeld. Die betroffenen Passagiere verließen den Flieger und wurden demnach von den Rettungskräften versorgt. Auch Feuerwehr und Polizei waren im Einsatz. Die Polizei nahm Ermittlungen auf. Inmitten der Hitzewelle haben die Lebensretter von der DLRG allein von Freitag bis Sonntag bisher sechs tödliche Badeunfälle erfasst. „Die Befürchtung, dass es wieder zu vielen tödlichen Unfällen kommt, hat sich leider bestätigt“, sagte ein Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Weitere Fälle könnten noch nachgemeldet werden.Ums Leben kamen den DLRG-Angaben zufolge überwiegend junge Männer: ein 22-Jähriger im Tegernsee und ein 24-Jähriger in einem See im Landkreis Coburg in Bayern, ein 16-Jähriger im Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen und ein 53-Jähriger in einem Baggersee in Kleve in Nordrhein-Westfalen, ein 23-Jähriger im Epplesee in Baden-Württemberg sowie ein 29-Jähriger im Wandlitzsee in Brandenburg. Hinzu kommen mehrere Vermisste. So wurde nach drei Männern, die im hessischen Biblis im Rhein gebadet hatten, gesucht. Im rheinland-pfälzischen Altrip wurde ein Schwimmer, der in einem Weiher unterging, vermisst. Bereits am Donnerstag waren den Erkenntnissen der DLRG zufolge drei Menschen tödlich verunglückt: Demnach wurde ein 61-Jähriger tot aus dem Großen Zernsee bei Potsdam geborgen, ein 76-Jähriger starb im Tinninger See in Bayern und ein 56-Jähriger in der Kiesgrube Roßla in Sachsen-Anhalt. Die DLRG erfasst auch Fälle, bei denen sie nicht selbst im Einsatz war. Worauf Sie zu Ihrer Sicherheit beim Baden achten sollten, können Sie hier nachlesen:Haben Sie einen Garten? Meine Kollegin Petra Kirchhoff hat Tipps zur Gartenbewässerung angesichts der Hitze:Die Waldbrandgefahr steigt in den kommenden Tagen in ganz Deutschland, besonders im Süden und Osten. Das prognostiziert der Deutsche Wetterdienst (DWD). Aktuell gilt demnach nur in einigen Regionen, etwa in Brandenburg, Bayern und Baden-Württemberg, Stufe 4 von 5, hohe Gefahr. Doch bereits ab Mittwoch sagt der Wetterdienst für große Bereiche von Süd- und Ostdeutschland hohe Gefahr voraus. Die Lage könnte sich im Verlauf der Woche noch weiter anspannen. Für Donnerstag und Freitag rechnen die Meteorologen unter anderem in überwiegenden Teilen von Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz sowie großen Teilen von Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen, Sachsen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern mit Stufe 4 auf dem Waldbrandgefahrenindex. In einigen Regionen, etwa westlich von Berlin, soll dann gar die höchste Stufe 5 eintreten: sehr hohe Gefahr. Hitze allein löst zwar keine Brände aus. Aber hohe Temperaturen, Trockenheit, geringe Luftfeuchtigkeit und Wind können das Risiko für Waldbrände steigern. Oft ist Brandstiftung der Auslöser. Experten machen den Klimawandel für die zunehmenden Extreme verantwortlich. Mehr ladenTickarooLive Blog Software