Wer wissen will, wo die Schmerzgrenzen der Bundesregierung verlaufen, muss zur Bundespressekonferenz gehen. Heute zog sich diese Grenze quer durch drei Kontinente: Sie verlief durch die zertrümmerten Wohngebäude in Moskau, durch den mutmaßlich größten Korruptionsskandal in der Geschichte eines bundeseigenen Unternehmens und durch eine bemerkenswerte Aussage des deutschen Außenministers zur amerikanischen Blockade gegen Kuba, die er nach eigenen Worten „nicht sehe“. Der Regierungssprecher Stefan Kornelius und die anwesenden Ressortsprecher hatten bei der heutigen Regierungspressekonferenz sichtlich Mühe, die offenkundigen Widersprüche zwischen offizieller Linie und politischer Realität rhetorisch zu glätten.
Selenskyjs Bekenntnis: G7-Rückendeckung für Drohnenangriffe auf Moskau?
Auf die Frage dieser Zeitung, ob die Bundesregierung die Aussage des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bestätigen könne, wonach die G7-Staaten – einschließlich Deutschlands – den jüngsten groß angelegten ukrainischen Drohnenangriff gegen Moskau abgenickt und unterstützt hätten, reagierte Regierungssprecher Kornelius ausweichend: Ihm sei die Darstellung in dieser Form nicht bekannt. Auch das Auswärtige Amt blieb eine inhaltliche Antwort schuldig.








