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Iran-Krieg: USA setzen Sanktionen gegen iranisches Öl aus Live-Blog Katar meldet Explosion bei Neustart von LNG-Anlage +++ Libanons Präsident berät mit Vance über Waffenruhe +++ USA und Iran einigen sich auf Vorgehen für endgültiges Abkommen +++ Der Newsblog.

22.06.2026 - 17:36 Uhr aktualisiert Artikel anhörenÖlterminal der Insel Charg: Bis zum 21. August gilt nun eine Generallizenz. Foto: IMAGO/Middle East ImagesMehrere Tote nach Explosion an Gasanlage in KatarBei einer Explosion und einem anschließenden Brand an der Gasanlage Ras Laffan in Katar sind nach Angaben der Regierung 13 Arbeiter ums Leben gekommen. Außerdem seien 66 Menschen verletzt worden, teilte Energiestaatsminister Saad al-Kaabi bei einer Pressekonferenz mit. Bei den Todesopfern handle es sich um Staatsangehörige aus Indien und Pakistan. Unter den Verletzten befinden sich demnach auch Katarer. Al-Kaabi betonte, bei dem Vorfall habe es sich um einen Unfall gehandelt. Hinweise auf Sabotage oder eine feindliche Handlung gebe es nicht. Der Brand und die Explosion hätten sich am Vorabend gegen 22.30 Uhr Ortszeit ereignet. Rubio wirbt am Golf für Iran-Abkommen – Golfstaaten sehen Abkommen kritischUS-Außenminister Marco Rubio reist in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), nach Kuwait und Bahrain, um bei den Verbündeten für das vorläufige Iran-Abkommen der Regierung in Washington zu werben. In Bahrain trifft er zudem Vertreter des Golf-Kooperationsrates, teilt sein Ministerium mit. Erläutert würden insbesondere die Bemühungen, eine freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu sichern, sagt ein Sprecher. Mehrere Golfstaaten sehen die von US-Präsident Donald Trump unterzeichnete Absichtserklärung kritisch, da sie unter anderem einen 300 Milliarden Dollar schweren Wiederaufbaufonds für die Regierung in Teheran vorsieht und das iranische Raketenprogramm ausklammert.USA erlauben Verkauf von iranischem ÖlDas US-Finanzministerium erteilt eine vorübergehende Generallizenz für iranische Ölprodukte. Diese beinhalte die Produktion, die Lieferung und den Verkauf von Rohöl sowie petrochemischen Produkten und Erdölprodukten iranischen Ursprungs bis zum 21. August, teilt das Ministerium mit. Die Genehmigung umfasse auch den Import dieser Produkte in die USA.In der Absichtserklärung, die vergangene Woche von den beiden Regierungen unterzeichnet wurde, stimmten die USA Ausnahmeregelungen für den Export von iranischem Rohöl sowie zu. Dies gilt auch für damit verbundene Dienstleistungen wie Bankgeschäfte, Versicherungen und Transporte. Transaktionen mit Nordkorea oder Kuba sind von der Lizenz ausgeschlossen. (Archivfoto) Die Flaggen des Iran und der nationalen iranischen Ölgesellschaft (NIOC) wehen auf einem Gasfeld in Assalouyeh dpaTanker-Verkehr durch Straße von Hormus zieht anNach einer Flaute am Sonntag hat sich der Verkehr von Öltankern durch die Straße von Hormus leicht belebt. Zwei Rohöltanker mit knapp zwei Millionen Barrel Öl an Bord durchfuhren die Meerenge, wie aus Daten von Schiffsverfolgungsdiensten hervorgeht. Zudem fuhren zwei Supertanker, die zusammen bis zu vier Millionen Barrel Rohöl transportieren können, durch die Meerenge in den Golf. Eines der Schiffe gab den irakischen Hafen Basra als Ziel an, wie aus separaten Schiffsverfolgungsdaten und einer Analyse von Kpler hervorgeht. Der Verkehr macht jedoch nur einen Bruchteil der durchschnittlich 125 Schiffspassagen pro Tag vor Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar aus. Der Iran hatte die Passage der Straße von Hormus vor seiner Küste als Reaktion darauf blockiert.Vance nennt Iran-Gespräche gute Grundlage für AbkommenUS-Vizepräsident JD Vance hat die Gespräche mit dem Iran als gute Grundlage für ein erfolgreiches Abkommen zur Beendigung des Kriegs mit dem Iran bezeichnet. „Wir haben das Haus noch nicht gebaut, aber wir haben ein erfolgreiches Fundament geschaffen, um für das amerikanische Volk ein gutes Ergebnis zu erzielen“, sagte Vance am Montag. Er und der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Kalibaf beendeten am Montag eine erste Gesprächsrunde. Der Vizepräsident deutete zudem an, dass die US-Regierung der Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte zustimmen könnte, sofern die Mittel für den Kauf von amerikanischem Soja, Mais und Weizen verwendet würden. Er sagte, der US-Unterhändler Jared Kushner, der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, habe diese Idee gemeinsam mit Vertretern aus Katar entwickelt. Katar würde Vance zufolge bei diesem Verfahren ein Mitspracherecht haben. Das Geld, das durch die Aufhebung von Sanktionen verfügbar werde, komme so dem Wohl des iranischen Volkes zugute.Vance: Iran will Atominspektionen zulassenIn den Verhandlungen mit den USA hat der Iran nach den Worten von US-Vizepräsident JD Vance zugestimmt, wieder Atominspektionen zuzulassen. Die Regierung in Teheran habe zudem eingewilligt, Mechanismen für die Verwaltung eingefrorener Vermögenswerte und die Einhaltung von Waffenruhen zu schaffen, erklärt Vance nach den Beratungen in der Schweiz. Er nennt zudem einen Mechanismus, um die für die Schifffahrt wichtige Straße von Hormus offen zu halten. Die technischen Gespräche sollen in den kommenden Tagen und Wochen fortgesetzt werden. Die Verhandlungen über die Atominspektionen könnten bereits in dieser Woche beginnen, sagt Vance.Libanons Präsident berät mit US-Vizepräsident Vance über WaffenruheLibanons Präsident Joseph Aoun hat nach offiziellen Angaben mit US-Vizepräsident JD Vance über die Aufrechterhaltung der brüchigen Waffenruhe beraten. An dem Telefonat hätten auch der US-Gesandte Jared Kushner und der katarische Ministerpräsident Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani teilgenommen, teilt das libanesische Präsidialamt mit.Eine Feuerpause zwischen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon und dem US-Verbündeten Israel ist zentral für einen Friedensschluss zwischen dem Iran und den USA. Am Wochenende kam es aber trotz der offiziellen Waffenruhe wieder zu Gefechten. Katar vermittelt in dem Konflikt.Irans Außenminister sieht „wesentliche Fortschritte“ nach GesprächenNach einem holprigen Start wollen Unterhändler aus den USA und dem Iran ihre Verhandlungen für ein dauerhaftes Kriegsende am Montag fortsetzen. Die Vermittler Katar und Pakistan würdigten „ermutigende Fortschritte“ bei den Gesprächen in der Schweiz. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi lobte Pakistan und Katar für ihre Vermittlung bei den Gesprächen in der Schweiz. Araghtschi erklärte auf der Plattform X, es seien wesentliche Fortschritte erzielt worden. Zuvor hatten Pakistan, Katar und der Iran das Ende der ersten Runde hochrangiger Gespräche bestätigt.Iranische Rohölexporte über die Straße von Hormus steigen anDer Iran hat die Menge an Rohöl, die offen durch die Straße von Hormus transportiert wird, auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn erhöht. Der Schiffsverkehr in der Region nimmt wieder zu während Teheran und Washington auf ein dauerhaftes Friedensabkommen hinarbeiten.Rund sechs Millionen Barrel iranisches Rohöl befinden sich an Bord von drei von den USA mit Sanktionen belegten Supertankern – „Elva“, „Virgo“ und „Vigor“ –, die am frühen Montag in die Meerenge einfuhren, wie Daten von Schiffsverfolgungsdiensten zeigen. Alle drei Schiffe geben an, dass sie in die Gewässer vor Singapur fahren, wo iranisches Rohöl bekanntermaßen auf Schiffe umgeladen wird, die diese Barrel häufig an Raffinerien in China liefern.Die Supertanker sind Teil einer allgemeinen Zunahme des Verkehrs in beide Richtungen durch die Meerenge. Diese ist eine wichtige Verbindung zwischen den energiereichen Produzenten am Persischen Golf und den globalen Märkten für Öl und Erdgas. Vor Ausbruch des Krieges Ende Februar floss etwa ein Fünftel des weltweiten Rohöls und Flüssigerdgases durch die schmale Wasserstraße. Katar meldet Explosion bei Neustart von LNG-AnlageBei einem Zwischenfall während der Wiederinbetriebnahme des Industriekomplexes Ras Laffan ist es in Katar zu einer Explosion gekommen, bei der 13 Menschen starben und Dutzende weitere Menschen verletzt wurden. Nach Angaben des Betreibers QatarEnergy trafen eine Explosion und ein Brand am Sonntag die lokale Gasversorgungsanlage Barzan. Das Innenministerium Katars teilte auf X mit, dass 54 Menschen bei der Explosion verletzt wurden, zudem werden 18 Personen vermisst.Das Gaswerk Barzan versorgt die heimische Industrie und die Stromerzeugung. Ob die Produktion von Flüssigerdgas (LNG) beeinträchtigt wird, ist unklar. Katar, vor dem Krieg der zweitgrößte LNG-Exporteur der Welt, hatte die Produktion des tiefgekühlten Brennstoffs zu Beginn des Konflikts zwischen den USA und dem Iran eingestellt.Vermittler: Iran-Gespräche gehen auf Arbeitsebene weiterNach dem Auftakt der Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz auf der Ebene der Verhandlungsführer soll es unmittelbar im Anschluss weitere Beratungen auf Arbeitsebene geben. Ziel sei es, wie im Rahmenabkommen vorgesehen innerhalb von 60 Tagen ein „finales Abkommen“ zu erreichen, hieß es in der Nacht in einer gemeinsamen Erklärung der Vermittler Katar und Pakistan. Es werde unter anderem Arbeitsgruppen zu Irans Atomprogramm und den westlichen Sanktionen geben. Zudem sei ein Gesprächskanal zwischen den Kriegsparteien eingerichtet worden, um Missverständnisse oder Zwischenfälle in der Straße von Hormus zu vermeiden, hieß es weiter. Zudem sei ein Forum geschaffen worden, um für die Einhaltung der Waffenruhe auch im Libanon zu sorgen. Die technischen Gespräche zur Umsetzung der Vereinbarungen sollen demnach den Rest der Woche im schweizerischen Luxusresort Bürgenstock fortgesetzt werden, hieß es in der von Katar auf der Plattform X verbreiteten Erklärung weiter.Iran: Einigung auf Mechanismus für Schifffahrt in Straße von HormusBei den von Katar und Pakistan vermittelten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz gibt es nach iranischen Angaben gute Fortschritte. Unter anderem sei ein Mechanismus für die sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus vereinbart worden, teilt das Außenministerium in Teheran mit. Die Arbeit der Verhandlungsdelegation sei nach 18 Stunden abgeschlossen, die technischen Teams setzten ihre Arbeit jedoch fort. Die Vermittler Katar und Pakistan würden ein Dokument mit den vereinbarten Eckpunkten veröffentlichen. Damit sei der Grundstein für Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen gelegt. Auch bei der Umsetzung der Verpflichtungen der Gegenseite gebe es Fortschritte, berichten staatliche iranische Medien übereinstimmend.Schiffsverkehr in Straße von Hormus bricht nach Iran-Blockade wieder einDer Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ist Schifffahrtsdaten zufolge nach der erneuten Blockade-Erklärung des Iran drastisch eingebrochen. Lediglich fünf Schiffe durchquerten die Meerenge am Sonntag, verglichen mit 26 am Vortag, wie aus Daten der Analysefirma Kpler hervorgeht. Das US-Militär teilt hingegen mit, dass weiterhin Handelsschiffe in dem Gebiet verkehren.Berichte: Protest der iranischen Delegation nach Trump-DrohungenNach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim hat die iranische Delegation in Bürgenstock Protest gegen die jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump eingelegt. Dem englischsprachigen Staatssender Press TV zufolge prüfe die iranische Abordnung nun eine angemessene Reaktion darauf. Laut Tasnim gelten auch Drohungen im Rahmen des Abkommens zwischen den USA und dem Iran als Verstoß, der Teheran zu einer Reaktion berechtigt. Tatsächlich verpflichten sich beide in der Vereinbarung, auf Angriffe und Drohungen zu verzichten. Kurz darauf berichtete die iranische Nachrichtenagentur Isna, das Treffen zwischen dem Iran, der USA, Pakistan und Katar sei nach 80 Minuten für interne Beratungen unterbrochen worden. Vertreter der iranischen Delegation haben sich dazu bislang nicht offiziell geäußert. US-Regierung widerspricht iranischem Militär zu Straße von HormusDie US-Regierung hat die Angaben des iranischen Militärs zu einer erneuten Blockade der Straße von Hormus als falsch zurückgewiesen. In den vergangenen 24 Stunden hätten 67 Schiffe die Meerenge passiert, sagte Energieminister Chris Wright dem Sender Fox News. Was den Transport von Öl und Ölprodukten angeht, entspreche dies in etwa dem Verkehrsaufkommen vor Kriegsbeginn.Wright räumte ein, manche Reeder hätten immer noch Bedenken, die Meerenge wieder zu nutzen. Der Iran habe im zentralen Teil der Wasserstraße verlegte Minen auch noch nicht geräumt. Die USA hätten jedoch eine Route im Süden der Meerenge geöffnet und eskortierten Schiffe, die diese nutzen.In einer am Donnerstag unterzeichneten Rahmenvereinbarung sagten beide Seiten zu, die Blockaden aufzuheben. Doch am Samstag erklärte das gemeinsame Militärkommando des Iran, die Meerenge werde wegen der israelischen Angriffe auf die mit dem Iran verbündete Hisbollahmiliz im Libanon erneut gesperrt. Das US-Militär widersprach und kündigte an, sicherzustellen, dass der Schiffsverkehr durch die Meerenge ungehindert fließt.Trump fordert Iran auf, Hisbollah aufzuhaltenUS-Präsident Donald Trump verlangt von der iranischen Regierung in einem Truth-Social-Post, diese solle ihre „gut bezahlten“ Stellvertreter im Libanon davon abhalten, weiter Probleme zu bereiten. Damit dürfte vor allem die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz gemeint sein, gegen die sich die israelischen Luftangriffe und die Bodeneinsätze im Südlibanon richten. Sollte der Iran das nicht tun, würden die USA das Land erneut angreifen, droht Trump.Dass Trump sich während der laufenden Verhandlungen in der Schweiz zu Wort meldet, dürfte als Zeichen des Drucks auf die iranische Delegation zu werten sein. Diese macht den Ausgang der Beratungen vor allem davon abhängig, ob Israel die Angriffe im Libanon tatsächlich einstellt. Wegen der fortlaufenden Attacken hatte Teheran erklärt, die Straße von Hormus erneut für alle Handelsschiffe zu sperren.Vance berichtet von Verhandlungen – wenig KonkretesUS-Vizepräsident JD Vance hat nach der ersten Verhandlungsrunde in der Schweiz einen Zwischenstand vor der Presse verkündet und dabei keine Tendenz erkennen lassen. Vance sagte: „Wir wollen den Nahen Osten transformieren. Der Iran war bisher ein Treiber der regionalen Instabilität. Jetzt sehen wir die Chance auf Frieden und Wohlstand. Die Benzinpreise in den USA sinken bereits und Öl und Gas fließen langsam wieder. Jetzt schauen wir, ob wir darauf aufbauen können. Präsident Trump hat uns gebeten, eine neue Seite aufzuschlagen, und dem iranischen Volk die Hand zu reichen. Wir haben in den vergangenen Stunden großen Fortschritt gemacht und werden weitere Fortschritte machen.“ Von iranischer Seite gab es zunächst keine Stellungnahme.Auf die Frage nach den anhaltenden israelischen Angriffen im Libanon sagte Vance, auch dort gebe es Fortschritte. „Frieden ist nie leicht, aber der Präsident hat sich dem Frieden in der gesamten Region verschrieben“, sagte der US-Vizepräsident.Irans Präsident signalisiert USA schriftlichen Verzicht auf AtombombeDer iranische Präsident Massud Peseschkian zeigt sich bereit, den USA auch schriftlich zu garantieren, dass der Iran künftig kein Atomwaffenprogramm verfolgen werde. „Falls notwendig, können wir schriftlich festhalten, dass wir nicht beabsichtigen, eine Atombombe zu bauen“, sagte Peseschkian laut Nachrichtenagentur Irna. Ob eine solche Zusicherung Teil der laufenden Gespräche mit den USA in der Schweiz sein wird, ließ er offen.Peseschkian verwies erneut darauf, dass bereits der frühere oberste Führer Ali Chamenei aus religiösen Gründen die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen abgelehnt habe. Chamenei war bei den militärischen Angriffen der USA und Israels am 28. Februar getötet worden und wurde anschließend von seinem Sohn Modschtaba beerbt. Die politische Führung der Islamischen Republik beteuert stets, sie strebe nicht nach Atomwaffen.Zu den anstehenden Verhandlungen mit dem politischen Erzfeind USA äußerte sich Peseschkian zuversichtlich. Die bisherigen Vereinbarungen lägen „wesentlich im Interesse des Irans“. Unter anderem erhoffe sich Teheran finanzielle Vorteile. Als ersten Schritt könnten die sechs Milliarden US‑Dollar – umgerechnet mehr als 5,2 Milliarden Euro – die von den USA in Katar eingefroren wurden, wieder freigegeben werden, so der Präsident.Anwohner berichten von Pause bei israelischen Angriffen im SüdlibanonDie Kämpfe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz sind zu Beginn der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran offenbar gestoppt worden. Anwohner im Südlibanon berichteten von einer Pause bei den israelischen Angriffen am Sonntagmorgen. Auch von der israelischen Seite gab es keine Berichte über Beschuss durch die Hisbollah. Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben Anweisungen erhalten, die Waffenruhe einzuhalten. Es handle ausschließlich defensiv, sagte ein Sprecher.Noch am Freitag und Samstag hatten sich Israel und die mit dem Iran verbündete Hisbollah heftig beschossen. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete mehr als 50 Tote bei israelischen Angriffen seit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran am Donnerstag. Zudem kamen fünf israelische Soldaten ums Leben. Israel gab an, am Samstag Infrastruktur der Hisbollah angegriffen zu haben, darunter ein Tunnelnetzwerk in der südlibanesischen Stadt Kfar Tebnit.Das amerikanisch-iranische Rahmenabkommen sieht ein sofortiges Ende des Krieges „an allen Fronten, auch im Libanon“ und die Gewährleistung der „territorialen Integrität und Souveränität“ des Libanon vor. Allerdings sind weder Israel noch die Hisbollah Vertragsparteien. Der Iran besteht darauf, dass sich Israel aus dem Südlibanon zurückziehen müsse, auch wenn der Wortlaut der Übergangsvereinbarung das nicht ausdrücklich vorschreibt. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat einen Truppenrückzug bislang verweigert.Iran und USA verhandeln nun direktDie beiden Delegationen verhandeln nach Angaben der Vertreter aus Katar nun direkt miteinander. In einer Hotelanlage nahe des Vierwaldstättersees in der Schweiz beraten die beiden Staaten erstmals darüber, wie ein endgültiges Ende des Irankriegs aussehen könnte. Katar und Pakistan haben als vermittelnde Staaten hochrangige Militärs und Regierungsvertreter entsandt, die die Gespräche begleiten.Katz: Kein Abzug Israels aus „Sicherheitszone“ im Libanon Die israelischen Truppen werden Verteidigungsminister Israel Katz zufolge in den besetzten Gebieten im Südlibanon bleiben. „Israel wird sich nicht aus der Sicherheitszone im Libanon zurückziehen“, erklärt Katz. Es habe in der Vergangenheit keine Einschränkung für israelische Soldaten gegeben, im Libanon gegen Bedrohungen vorzugehen, und es gebe auch jetzt keine. Obwohl nach monatelanger Eskalation der Gewalt seit Freitagnachmittag eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon gilt, hat Israel am Samstag nach eigenen Angaben Ziele der mit dem Iran verbündeten Miliz angegriffen. Dabei seien mindestens zwanzig Menschen getötet worden, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA.Iran: Verhandlungen dauern nur einen TagDie Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA im schweizerischen Bürgenstock sollen nach Angaben aus Teheran nur einen Tag dauern. Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte im Staatsfernsehen IRIB, es sei nicht geplant, die Gespräche über den heutigen Termin hinaus fortzusetzen. Zunächst stünden bilaterale Treffen mit den pakistanischen und katarischen Vermittlerdelegationen an, am Nachmittag folge dann die Runde mit der US-Delegation.Neben den politischen Gesprächen sind auch Arbeitsrunden auf Expertenebene geplant. Die sollen sich unter anderem um die Freigabe blockierter iranischer Bankkonten und mögliche Sanktionserleichterungen drehen. Der iranische Zentralbankgouverneur Nasser Hemmati reiste dafür eigens in die Schweiz. Allerdings ist bislang nicht geklärt, ob auch diese technischen Beratungen bereits nach einem Tag enden oder unabhängig von den Hauptverhandlungen fortgesetzt werden.Ablauf der Verhandlungen in der Schweiz unklarNach der Ankunft von US-Vizepräsident JD Vance am Schweizer Verhandlungsort Bürgenstock gibt es öffentlich keinen klaren Zeitplan für die Friedensverhandlungen mit dem Iran. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, sagt staatlichen Medien, ein Vierertreffen zwischen dem Iran, den USA, Katar und Pakistan werde am Sonntagnachmittag stattfinden. Iran werde bereits früher am Tag Gespräche mit den Vermittlern Katar und Pakistan führen. Das Schweizer Außenministerium erklärt, die Gespräche der Delegationen von Vance und dem iranischen Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf sollten unter Beteiligung von Vermittlern „im Laufe des Vormittags“ beginnen.Straße von Hormus laut iranischen Medien weiter gesperrtKurz vor Beginn US-iranischer Gespräche in der Schweiz bleibt die Straße von Hormus nach Berichten aus dem Iran weiter für die Schifffahrt gesperrt. Die Marine der Revolutionsgarden habe bislang keine Durchfahrtsgenehmigungen für die Meerenge erteilt, meldet die Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf einen Insider. Die USA und der Iran hatten sich auf eine 60-tägige Waffenruhe geeinigt, um über ein Friedensabkommen zu verhandeln. Als Reaktion auf israelische Angriffe im Libanon hatten die iranischen Revolutionsgarden die Meerenge jedoch am Samstag für geschlossen erklärt. Das US-Militär hatte dagegen mitgeteilt, dass weiterhin Handelsschiffe in der Wasserstraße unterwegs seien.Vance und Sharif in der Schweiz eingetroffenSowohl die US-Delegation um die Vizepräsidenten J.D. Vance als auch die pakistanischen Vertreter um Ministerpräsident Shehbaz Sharif sind in der Schweiz eingetroffen, um dort an den Verhandlungen mit dem Iran teilzunehmen. Pakistan gilt als wichtigster Vermittler in dem Konflikt. HB Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! 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