In einem Krieg werden oft die Signale des Satellitennavigationssystems Global Positioning System (GPS) gestört: Aktuell ist das in Osteuropa und im Mittleren Osten der Fall. Das US-Raumfahrtunternehmen Xona Space Systems hat mit einem experimentellen Satelliten die Störungen aus dem All erfasst. Das Ausmaß sei größer als angenommen, sagte einer der Gründer.

Xona Space Systems plant den Aufbau von Pulsar, einer eigenen Konstellation für Satellitennavigation. Allerdings sollen diese Satelliten in einem niedrigeren Orbit um die Erde kreisen als die von GPS und den anderen Satellitennavigationssystemen. Xonas Space Systems hat einen ersten Satelliten, Pulsar-0, ins All geschossen, um seine Technik zu testen. Der Satellit ist zudem mit einem GPS-Empfänger ausgestattet, um sicherzustellen, dass Pulsar und GPS künftig zusammenarbeiten.

Mit diesem System hat Xona Space die Signalstärke der GPS-Satelliten gemessen. Die Störungen, die Pulsar-0 im Nahen Osten und in Europa feststellte, übertrafen das erwartete Ausmaß deutlich, wie das auf Raumfahrt spezialisierte US-Onlinenachrichtenangebot Space.com berichtet.

Aufgrund der Höhe des Satelliten bildeten die Daten die Störungen nicht immer genau so ab, wie die Nutzer sie auf der Erde erlebten, sagte Kaz Gunning, einer der Gründer von Xona Space Systems, Space.com. Doch in frequentierten Umlaufbahnen im niedrigen Orbit (Low Earth Orbit, LEO) zeigten Störungen in einem Bereich von Frankreich im Westen bis zu den Grenzen Pakistans im Osten. In den am stärksten betroffenen Gebieten habe Pulsar-0 teilweise eine Signalstärke von nur noch 10 Dezibel gemessen. Normal ist 40 Dezibel.