Microsoft glaubt, dass Browser auf dem iPhone deutlich schneller laufen könnten, wenn Apple die Pflicht zu WebKit aufgeben würde. Kyle Pflug, Group Product Manager in der Microsoft-Edge-Web-Platform-Gruppe, behauptet, die Nutzung der Blink-Browser-Engine aus dem Chromium-Projekt könne das Web auf dem iPhone um 28,6 Prozent beschleunigen. Dies bezieht sich auf den sogenannten Web-Responsiveness-Test im Rahmen von Speedometer 3.1. JavaScript- und Wasm-Durchsatz via Jetstream 3 seien immerhin noch 13,1 Prozent schneller, das Grafikrendering um 2,1 Prozent.

Versuche mit Apples offiziellem SDK

Interessanterweise hatte Pflug dies mithilfe von Apples offiziellem SDK BrowserEngineKit umgesetzt. Das dient dazu, nach Genehmigung entsprechender „Entitlements“ durch den Konzern alternative Engines zu WebKit in einem Browser zu verwenden. Das Problem: Apple erlaubt dies nur in den Märkten der Europäischen Union sowie in Japan. In der Praxis heißt dies, dass große Browser-Hersteller dies nicht umsetzen, um unter iOS nicht mit zwei Browser-Zweigen hantieren zu müssen.

Pflug probierte die Benchmarks mit dem iPhone 17 Pro Max (A19 Pro) aus und konnte belegen, dass sich mit Blink auch ein iPad Pro mit M5-Chip und Safari mit WebKit schlagen ließ. Der Edge-Produktmanager stellte allerdings klar, dass es sich nicht um eine Produktankündigung handelt. „Aber es zeigt, dass hier die Chance besteht, echte Leistungslücken zu schließen und neue Wettbewerbsvorteile in puncto Leistung zu erzielen.“ Die Werte wurden im Rahmen von insgesamt drei Benchmarkdurchgängen unter iOS 26.5.1 erzielt.