Luigi Pantisano wird auf dem Parteitag der Linken mit nur 53,3 Prozent zum Vorsitzenden gewählt. Debatten gab es zu Nahost und Abgeordnetengehältern.

Es ist spät geworden, da kommt am Samstag auf dem Bundesparteitag der Linken in Potsdam noch einmal richtig Stimmung auf. Das Fußballweltmeisterschaftsspiel Deutschlands gegen die Elfenbeinküste hat bereits begonnen, da tritt Ulrich Schneider ans Mikrofon. Ein Vierteljahrhundert lang war der heute 67-Jährige Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Nun kandidiert er für den Parteivorstand der Linken. Er wolle nicht einfach tatenlos zuschauen, „wie dieser Sozialstaat, wie all das, wofür ich Jahrzehnte mitgekämpft habe, einfach geschreddert wird von dieser Bundesregierung“, ruft er in den Saal. „Ich will nicht zugucken, wie alles kaputt gemacht wird.“

Vom „härtesten Angriff auf unseren Sozialstaat, den wir je hatten“, spricht Schneider. Konkret erwähnt er die geplanten Verschlechterungen bei der Rente, der Gesundheitsversorgung, beim Wohngeld. „Wenn wir uns nicht dagegenstellen, werden wir im nächsten Frühjahr diesen Staat nicht mehr wiedererkennen“, warnt er. Es ist eine kurze, aber eindringliche Rede. Der Beifall ist riesig. Offenkundig trifft er den Nerv der Delegierten. Es ist ein rarer Moment großer Gemeinsamkeit.