PfadnavigationHomePolitikDeutschlandAntisemitismus„Für Jüdinnen und Juden unwählbar“ – Zentralrat der Juden knöpft sich Linkspartei vorStand: 16:46 UhrLesedauer: 2 MinutenDelegierte auf dem Linke-Bundesparteitag in PotsdamQuelle: Michael Bahlo/dpaDie Linke wirft Israel „Völkermord“ in Gaza vor. Dem jüdischen Staat macht sie auf ihrem Bundesparteitag schwere Vorwürfe. Der Zentralrat der Juden kontert: Die Linke treibe den wachsenden Antisemitismus voran.Nach dem Bundesparteitag der Linken hat der Zentralrat der Juden sich scharf von der Partei distanziert. „Die Linke leistet mit ihrer Beschlussfassung dem wachsenden Antisemitismus weiteren Vorschub“, sagte Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, WELT. „Für Jüdinnen und Juden macht sie sich damit unwählbar.“Die Linke hatte auf ihrem Bundesparteitag in Potsdam am Wochenende beschlossen, den Krieg Israels im Gaza-Streifen als „Völkermord“ zu bezeichnen. Die israelische Regierung agiere „zunehmend autoritär, nationalistisch und offen expansionistisch“, heißt es im Beschluss, es herrsche eine „völkerrechtswidrige Ein-Staat-Realität, die von israelischer Hegemonie geprägt ist“. Der Beschluss bekennt sich zum Existenzrecht Israels wie zum Existenzrecht Palästinas.Lesen Sie auchDeutschland müsse „die bevorzugte Partnerschaft mit Israel im Rahmen des EU-Assoziierungsabkommens“ aussetzen und militärische Kooperation beenden. Parteichefin Ines Schwerdtner sagte zum Auftakt des Parteitags unter Jubel, dass sie das „Grauen in Gaza“ auch dann schon einen „Genozid“ nannte, als es noch keine Parteilinie war.Schwerdtner sprach sich zugleich gegen Antisemitismus aus. „Kein Mensch darf in diesem Land Angst haben müssen, eine Synagoge zu besuchen oder eine Kippa auf der Straße zu tragen. Wir schützen jüdisches Leben, hier und überall.“Lesen Sie auchAntisemitische Vorfälle in Deutschland seien weiterhin auf einem Höchststand, betonte Schuster. Die Distanzierung der Linken vom Antisemitismus hält der Zentralratspräsident nicht für glaubwürdig.Lesen Sie auch„Statt sich mit dem wachsenden Antisemitismus zu befassen, der gerade auch von linken Gruppen forciert wird, nutzt die Linke ihren Bundesparteitag für Lippenbekenntnisse zum Schutz jüdischen Lebens, die zwischen Boykottunterstützung und ‚Genozid‘-Vorwürfen gegen Israel jede Glaubwürdigkeit verlieren“, sagte Schuster WELT.Die Linke wählte zudem einen neuen Bundesvorstand. Ines Schwerdtner wurde als Vorsitzende bestätigt. Anstelle von Jan van Aken wurde Luigi Pantisano an die Parteispitze gewählt. Pantisano warf der CDU vor, „teilweise schon faschistische Politik“ zu machen. Er wurde dafür auch von Parteikollegen kritisiert und nur knapp ins Amt gewählt.Politikredakteur Kevin Culina berichtet für WELT über Gesundheitspolitik, die Linkspartei und das Bündnis Sahra Wagenknecht.