Die Neupositionierung der Linken zum Nahostkonflikt, die sich auf ihrem Parteitag zur besonderen historischen Verantwortung Deutschlands bekannte, aber zugleich dem Genozid-Vorwurf internationaler Organisationen gegen Israel anschloss, führt zu harter Kritik des Zentralrats der Juden in Deutschland. „Die Linke leistet mit ihrer Beschlussfassung dem wachsenden Antisemitismus weiteren Vorschub“, erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster gegenüber dem Tagesspiegel.„Gerade erst hat der RIAS-Jahresbericht einen Höchststand antisemitischer Vorfälle in Deutschland belegt“, sagte er in Bezug auf den jüngsten Bericht des Bundesverbandes der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus. Der hatte in der Vorwoche von mittlerweile 24 Vorfällen am Tag gesprochen. Zentralrat beklagt „Lippenbekenntnisse“ „Statt sich mit dem wachsenden Antisemitismus zu befassen, der gerade auch von linken Gruppen forciert wird, nutzt die Linke ihren Bundesparteitag für Lippenbekenntnisse zum Schutz jüdischen Lebens, die zwischen Boykottunterstützung und ‚Genozid‘-Vorwürfen gegen Israel jede Glaubwürdigkeit verlieren“, stellte Schuster nach der Lektüre der Parteitagsformulierungen fest.In dem Beschluss ist davon die Rede, dass dem Staat Israel als Schutzraum für Jüdinnen und Juden „eine besondere historische und gegenwärtige Bedeutung zu“, weshalb man auch zu dessen Existenzrecht stehe. Zugleich werden aber auch „gewaltfreie Versuche, die Besatzungspolitik Israels zu beenden“, ausdrücklich unterstützt. Dazu zählt die Linke auch wirtschaftliche Sanktionen.Zu der Feststellung, dass mehrere internationale Organisationen und Juristen von einem Völkermord an der palästinensischen Bevölkerung im Gazastreifen sprechen, heißt es in dem Parteitagsbeschluss der Linkspartei vom vergangenen Freitagabend: „Wir schließen uns dieser Einschätzung an.Zentralratspräsident Schuster sagte dem Tagesspiegel vor dem Hintergrund der Beschlüsse der Linkspartei: „Für Jüdinnen und Juden macht sie sich damit unwählbar.“
„Linke leistet Antisemitismus Vorschub“: Zentralrat der Juden kritisiert Potsdamer Parteitagsbeschlüsse scharf
Am Wochenende hat sich die Linke wegen des Gazakriegs dem Völkermord-Vorwurf gegen Israel angeschlossen. Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hält sie deshalb für unwählbar.
Die Linke beschloss auf ihrem Parteitag, Genozid-Vorwürfe gegen Israel anzuerkennen und wirtschaftliche Sanktionen zu unterstützen. Der Zentralrat der Juden kritisiert dies als Antisemitismusförderung und erachtet die Partei damit als unwählbar für jüdische Wähler.











