Es wäre wahrscheinlich eine kluge Entscheidung des Bundestrainers, wenn Deniz Undav bei dieser Weltmeisterschaft Einwechselspieler bleiben würde. Diesen ersten Satz dürften manche Fans der Fußball-Nationalmannschaft spätestens seit Samstag als eine Dummheit empfinden, so groß, als hätte man Michelangelo damals nur für ein paar Minuten pro Tag Meißel und Pinsel gegeben. Doch dieser Satz wäre nicht der erste, wenn es nicht auch nach Samstag eine kluge Antwort auf die Frage gäbe, warum ein Stürmer, der in seinen ersten 56 WM-Minuten drei WM-Tore geschossen hat, weiter nur eingewechselt werden soll.Mit jeder Minute, die Undav mehr spielt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Undav-Effekt weniger messbar wird. Weil er gegen Verteidiger spielen müsste, die weniger Sprints gemacht haben. Weil diese gegen einen Stürmer spielen dürften, der mehr Sprints machen muss. Als Undav am Samstag im zweiten Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste in der 60. Minute eingewechselt worden ist und in der 68. und 94. Minute zum 1:1 und 2:1 getroffen hat, war sein Vorteil unübersehbar. Er war wie ein Boxer, der den Gegner in der zwölften Runde K.o. geschlagen hat, aber selbst erst in der achten Runde in den Ring gekommen ist.„Sobald die Räume ein bisschen aufgehen, ist er einfach super schlau im Bewegen“ – so hat das der Bundestrainer Julian Nagelsmann hinterher über Undav gesagt. Wer wollte, konnte in den ersten Teil des Satzes auch hineinhören, dass ohne diese Räume ein anderes Bild herauskommen könnte. Dass Michelangelo sich unter anderen Umständen vielleicht doch auch in Mia Julia verwandeln würde.Doch selbst im modernen Fußball, in dem fast alles gemessen wird, entscheidet in manchen Situationen immer noch das richtige Gefühl. Bei einem Schuss, bei einem Pass, bei einem Wechsel, bei einer Startelf. Und weil das richtige Gefühl so wichtig ist, kann selbst die klügste Entscheidung die falsche sein.Man kann nur spekulieren, wie sich das gerade anfühlen muss, Deniz Undav zu sein. Möglicherweise so, wie wenn man bei Super Mario einen Stern einsammelt und danach für ein paar Sekunden unverwundbar ist. Jedes Kind weiß: Wer einen Stern hat, der muss jede Sekunde davon nutzen. Jeder Fußballtrainer sollte wissen: In einem Turnier muss man manchmal einfach den Moment coachen. Und dieser Moment schreit: Undav, Undav!Damit er mehr spielen könnte, müsste aber ein anderer weniger spielen. Wer wäre das? Kai Havertz? Eher nein, weil der Bundestrainer glaubt, dass seine Momente in den großen Spielen kommen werden und auch kommen müssen, damit die deutsche Mannschaft etwas erreichen kann. Wer dann?Jamal Musiala? Siehe Havertz. Und weil Florian Wirtz sowieso unantastbar ist, bliebe damit nur noch Leroy Sané. Wenn Undav statt ihm starten würde, müsste Musiala für Sané auf die rechte Seite rücken. Das kann klappen. Bei der vergangenen Europameisterschaft haben Musiala und Wirtz an den Seiten von İlkay Gündoğan gespielt. Womöglich können sich aber auch dort schließen, wo die Angriffsformation aus vier Spielern besteht, die alle in die Mitte drängen. Und vielleicht hat Undav am Ende das Pech, dass er der Mannschaft als Einwechselspieler etwas geben kann, was Sané, Musiala und Havertz ihr in dieser Rolle nicht geben können.Egal. Am Donnerstag sollte der Bundestrainer Deniz Undav im dritten Gruppenspiel gegen Ecuador (Donnerstag, 22 Uhr, im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, im Ersten und bei Magenta TV) Meißel und Pinsel geben und schauen, was er damit von der ersten Minute an machen kann. Wenn dabei doch eher Ballermann-Kunst entstehen sollte, dann wäre auch das nicht weiter schlimm, weil die Deutschen dank der Undav-Tore den Gruppensieg und damit einen Luxus haben, den es bei einer WM eigentlich nicht gibt: ein Spiel, in dem nichts auf dem Spiel steht.
Fußball-WM 2026: Soll Deniz Undav bei Deutschland Einwechselspieler bleiben?
Soll Deniz Undav auch nach seinen Toren gegen die Elfenbeinküste Einwechselspieler bleiben? Das wäre die kluge Entscheidung. Aber im Fußball ist die kluge Entscheidung manchmal die falsche.
Questo articolo non è rilevante per Warptech Tech News. L'articolo parla di calcio e della strategia tattica di Deniz Undav in Coppa del Mondo — completamente fuori scope per una testata dedicata a manager IT, CTO e AI. Se hai un articolo **tech/business/AI** da riassumere per la newsletter o il sito, te lo analizzo subito.














