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Iran-Krieg: Verhandlungsdelegation wird in Kürze in Schweiz reisen Live-Blog Iran verkündet Schließung der Straße von Hormus +++ Hisbollah greift israelische Truppen nahe Nabatieh an +++ Pakistans Innenminister für Gespräche im Iran +++ Der Newsblog.

20.06.2026 - 20:31 Uhr aktualisiert Artikel anhörenSchweiz: Die USA und der Iran werden nach Angaben des Vermittlers Pakistan am Sonntag in der Schweiz miteinander verhandeln. Foto: REUTERSLibanon meldet mehr als 4000 Tote durch israelischen FeldzugDie Zahl der Todesopfer des israelischen Feldzugs gegen die Hisbollah-Miliz ist nach libanesischen Angaben auf mehr als 4000 gestiegen. Das gab das libanesische Gesundheitsministerium am Samstag bekannt, nachdem sich Israel und die Hisbollah erneut heftig beschossen hatten. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete mindestens 16 Tote, nach 47 Todesopfern am Freitag.Die schiitische Hisbollah hatte sich Anfang März, kurz nach Beginn der israelischen Angriffe auf den Iran, an die Seite ihrer Schutzmacht Teheran gestellt und Israel attackiert. Israel reagierte mit heftigen Gegenschlägen und einer Bodenoffensive im Südlibanon, bei denen nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums Tausende getötet oder verletzt wurden. Hunderttausende mussten ihre Häuser verlassen.Behörden: Erneut sechs Tote durch israelisches Militär in GazaBei israelischen Luftangriffen und Schusswechseln sind im Gazastreifen nach Angaben der Gesundheitsbehörden mindestens sechs Menschen getötet worden, darunter ein Kind. Unter anderem sei ein Wohnhaus in Gaza-Stadt angegriffen worden. Dabei habe es neben vier Toten auch mehrere Verletzte gegeben. Das israelische Militär teilte mit, es habe einen Militanten getroffen, ohne jedoch näher darauf einzugehen. Zu zwei weiteren Vorfällen an anderen Orten mit jeweils einem Toten äußerte sich Israel zunächst nicht. Eigentlich gilt seit Oktober ein Waffenstillstand zwischen Israel und Hamas-Kämpfern im Gazastreifen. Allerdings gibt es immer wieder Verstöße dagegen. Den Behörden zufolge wurden dabei seit Oktober mehr als 1000 Palästinenser durch israelische Angriffe getötet. Nach israelischen Angaben wurden im gleichen Zeitraum vier seiner Soldaten durch Militante getötet.US-Militär: Streitkräfte überwachen Einhaltung des Abkommens mit IranDas US-Militär ist nach eigenen Angaben weiterhin wachsam, um die Einhaltung des Abkommens mit dem Iran sicherzustellen. Die US-Streitkräfte blieben vor Ort und unterstützten die Freiheit der Schifffahrt, erklärt das Militär. Am Samstag hätten 55 Handelsschiffe die Straße von Hormus passiert, damit habe der Verkehr dort zugenommen. Mehr als 17 Millionen Barrel Öl seien durch die Meerenge transportiert worden.Bundesregierung fordert von allen Einhaltung der WaffenruheDie Bundesregierung hat alle Seiten zur Umsetzung der vereinbarten Waffenruhe im Iran-Krieg aufgerufen. Man nutze die Kontakte insbesondere zu den israelischen Partnern, damit das Rahmenabkommen über die Waffenruhe mit Leben erfüllt werde, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Dazu müsse die Hisbollah ihre Angriffe auf den Norden Israels aber auch „wirklich glaubhaft“ einstellen. „Und ich glaube, da sind wir noch nicht so ganz“, fügte er hinzu.Verhandlungsdelegation wird in Kürze in Schweiz reisenDie USA und der Iran werden nach Angaben des Vermittlers Pakistan am Sonntag in der Schweiz miteinander verhandeln. An den Gesprächen auf dem Bürgenstock würden auch Vertreter Pakistans und Katars teilnehmen, erklärt das pakistanische Außenministerium.Die Delegation werde die Einhaltung der Verpflichtungen durch die USA einfordern. Der Iran habe sich an die Verpflichtungen der Absichtserklärung gehalten, erklärt der Sprecher. Die USA seien verpflichtet, Israel zur Beendigung seiner Angriffe auf den Libanon zu bewegen. Die Gegenseite müsse so rasch wie möglich die notwendigen Maßnahmen ergreifen.Iran verkündet Schließung der Straße von HormusDer Iran will die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr sperren. Das zentrale Militärkommando des Landes begründete den Schritt laut Agentur Tasnim mit der Nichteinhaltung der Waffenruhe im Südlibanon, die im Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran vereinbart worden war.Diplomaten bemühen sich in der Schweiz weiter um DialogDie Schweiz bemüht sich weiter um einen Dialog zwischen den USA und dem Iran. Das Land biete auf dem Bürgenstock weiterhin einen diskreten und verlässlichen Rahmen für die Umsetzung einer Absichtserklärung beider Staaten, teilt das Schweizer Außenministerium (EDA) mit. Anwesende Vertreter aus verschiedenen Ländern setzen ihre Bemühungen demnach fort. Zu den Teilnehmern oder den genauen Inhalten macht das Ministerium aus Gründen der Vertraulichkeit keine Angaben. Ursprünglich waren Verhandlungen zwischen Vertretern der USA und des Irans für Freitag geplant gewesen, sie fanden jedoch nicht statt. Medienberichten zufolge sind nun der US-Unterhändler Steve Witkoff und der iranische Außenminister Abbas Araghtschi auf dem Weg zu Verhandlungen in der Schweiz. Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, sei bereits vor Ort.Jared Kushner (l.) und Steve Witkoff, Sondergesandter für Friedensmissionen (r.) ReutersHisbollah greift israelische Truppen nahe Nabatieh anDie radikal-islamische Hisbollah-Miliz hat nach eigenen Angaben israelische Truppen im Süden des Libanons angegriffen. Diese seien in der Nacht in Richtung eines Gebietes nahe der Stadt Nabatieh vorgerückt, erklärt die mit dem Iran verbündete Miliz. Sie werde sich zwar an die seit Freitagnachmittag geltende Waffenruhe halten, werde aber nicht zögern, jeden Versuch Israels, Territorium im Libanon zu erobern, zu bekämpfen. Nabatieh gilt als Hochburg der Hisbollah. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete, bei israelischen Luftangriffen auf den Südlibanon seien mittlerweile mindestens 16 Menschen getötet worden, unter ihnen zwei KinderDas israelische Militär hält nach eigener Darstellung an der Waffenruhe mit der Hisbollah-Miliz im Libanon fest. Man werde aber auch künftig gegen jede Bedrohung Israels und seiner Streitkräfte vorgehen, teilt das Militär mit.Top-Ökonomin dämpft Erwartungen an Friedenskurs von USA und IranDie Wirtschaftsweise Monika Schnitzer warnt vor zu viel Hoffnung auf eine Besserung der deutschen Konjunktur im Zuge der Annäherung zwischen den USA und dem Iran. Sie sei skeptisch, ob eine Vereinbarung auch wirklich halte, sagte Schnitzer in einem Interview des „Spiegel“. Euphorie sei deshalb nicht angesagt. „Man kann nur froh sein, wenn die Wirtschaft nicht einen noch größeren Schaden nimmt als bisher schon.“