In meiner Kindheit hatten Mobbende eine gute Zeit. Heute hat sich der Wind gedreht. Ein Dank an die Grundschule.
K ürzlich kam mein Kind nach Hause und sagte: „N. hat gesagt, mein Name ist für den Mülleimer.“ Die zweite Botschaft von N.: „Deine Mutter ist eine Oma.“ Was für ein Idiot dachte ich, aber ich sagte es nicht. Ich sagte etwas wie: „Soll ich das Gespräch mit N. suchen und ihm sagen: Ich hörte, dass du dir Gedanken über mein Alter machst?“
Mein Kind wollte, wenig überraschend, nicht, dass ich das Gespräch suchte. Aber einmal, als ich N. zufällig in der Schulgarderobe traf, sprach ich ihn an: „Ich habe gehört, dass du von mir sprachst. Deswegen sage ich dir extra freundlich guten Tag.“ Das war pädagogisch nur mittel wertvoll, ich weiß das.
Zu meiner Verteidigung kann ich nur sagen, dass ich, als ich so alt war wie meine Tochter heute, lange weite Rüschenkleider trug, während alle anderen Mädchen T-Shirts und Jeans anhatten. „Umstandskleider“, schrien die Jungs. Sie hackten auch auf anderen Kindern rum, es brauchte keinen besonderen Grund, wie es auf keinem Schulhof der Welt einen besonderen Grund braucht, es sei denn, man nennt Statuskonsolidierung einen Grund.
Als ich Schulkind war, und N. hat recht, ich bin ziemlich alt, war diese Art von Austeilen nichts Ungewöhnliches, ich wäre nicht auf die Idee gekommen, deswegen zu meiner Klassenlehrerin zu gehen, und ich glaube nicht, dass ich meinen Eltern davon erzählt habe. Es fiel nicht in die Kategorie Mobbing, sondern in einen Graubereich davor. Aber später, auf dem Gymnasium, hatte ich einen Mitschüler, der einen anderen über Jahre mobbte, einen blassen, schmalen Jungen, der einen Kopf kleiner war als er. Es hat außer dem Opfer und seiner Familie niemanden interessiert.














