In der ersten Klasse geht Maxi noch gern zur Schule, sie freut sich aufs Lernen. Doch irgendwann nimmt ihr Interesse ab. Sie fängt an, sich im Unterricht mit anderen Dingen zu beschäftigen, träumt, passt nicht auf. Die Lehrerin gibt ihr Zusatzaufgaben, empfindet sie aber mit der Zeit als anstrengend. Ihre Klassenkameraden bekommen das mit. Einige beginnen, sie zu mobben. Sie hänseln Maxi, schubsen sie, kippen ihre Brotzeit aus der Box.
Die Schulsozialarbeiterin, die eingeschaltet wird, kann nichts ausrichten. Auch bei der Lehrerin findet Maxi keinen Rückhalt. Gleichzeitig setzen die Leistungsanforderungen der Schule und die Unterrichtssituation die Siebenjährige immer mehr unter Druck. Irgendwann erreicht sie so gut wie jeden Tag ein Stresslevel, von dem sie selbst nicht mehr herunterkommt, und kann kaum noch schlafen. Es wird so schlimm, dass sie nicht mehr zur Schule gehen will und die Eltern sie zu Hause lassen. Mittlerweile hat ein Psychologe Maxi attestiert, dass sie hochsensibel ist, sich also zum Beispiel in Gruppensituationen schwer konzentrieren kann.
Maxis Geschichte hat sich so ähnlich im Großraum München ereignet. Sie steht exemplarisch für Kinder, die dem Stress im Schulalltag nicht gewachsen sind, die vielleicht hochsensibel sind und möglicherweise zusätzlich gemobbt werden. Sie sind keine Einzelfälle. „Es ist zu beobachten, dass immer mehr Eltern ihre Kinder aufgrund von Stress, Überforderung oder Mobbing aus der Schule nehmen“, sagt Schulrechtsanwältin Katharina Sponholz von der Kanzlei Buse Herz Grunst Rechtsanwälte mit Standorten in Berlin und München.







