München. Diese Zahl zeigt die Misere deutscher Schulen: Einen Investitionsbedarf von 67,8 Milliarden Euro errechnete jüngst das Deutsche Institut für Urbanistik, um die Schulgebäude in Deutschland zu sanieren. In der Studie im Auftrag der staatlichen Förderbank KfW bezeichneten zwei Drittel der Städte und Gemeinden den Handlungsbedarf bei ihren Schulgebäuden als „nennenswert“ oder gar „gravierend“.Seit Jahren steht der bauliche Zustand deutscher Schulen in der Kritik. Bildungspolitiker monieren die fehlenden Voraussetzungen für ein zeitgemäßes Lernen. Den Kommunen fehlt indes vielerorts das Geld, um in großem Stil zu sanieren.Abhilfe könnte eine Zusammenarbeit mit privaten Projektentwicklern, Bauträgern und Investoren schaffen. „Wir beobachten inzwischen eine Professionalisierung auf beiden Seiten“, sagt Tanja Volksheimer, Geschäftsführerin von Next Generation Invest, einem Vermögensverwalter mit gesellschaftsdienlichem Anspruch. Nach Jahren kritischer Distanz haben Behörden und private Geldgeber vielerorts zusammengefunden.Kommunen stehen unter hohem FinanzdruckIn den oftmals klammen Haushalten der Kommunen bilden die Investitionsrückstände bei der Sanierung von Schulen (67,8 Milliarden Euro) inzwischen den größten Betrag vor den nötigen Modernisierungsausgaben für Straßen und Verkehr (53,7 Milliarden Euro).Druck kommt zudem von den wachsenden gesetzlichen Betreuungsansprüchen für Schüler, die Städte und Gemeinden erfüllen müssen. In diesem Umfeld zeigen sie sich zunehmend offener, wenn ein Schulneubau oder die Renovierung bestehender Einrichtungen von der Immobilienbranche übernommen werden kann.Daniel Stelter Warum das deutsche Bildungsdesaster gestoppt werden muss In einigen Fällen in Köln, Gießen und Hannover wurden öffentliche Schulen bereits im Rahmen des „Sale and Lease Back“-Verfahrens verkauft. In diesem Fall übernimmt ein Projektentwickler, Bauträger oder Investor die bestehende Schule zum Marktpreis, schafft mit der Renovierung ein Schulobjekt für zeitgemäßes Lernen und erzielt durch einen langfristigen Mietvertrag über 15 oder 25 Jahre eine planbare Rendite.Vereinzelt wurden auch schon 30-jährige Laufzeiten vereinbart. Weil diese Verträge in der Regel indexiert und damit an die Inflation angepasst werden, ist gerade bei einem Mieter der öffentlichen Hand das Ausfallrisiko sehr gering.Schulen mit kirchlichen Trägern auch für Immobilienbranche interessantErste Gespräche gibt es inzwischen auch mit kirchlichen Schulträgern, berichtet Expertin Volksheimer aus der Praxis. Auch dort stellen die hohen Summen für eine zeitgemäße Ausstattung von Schulen die Träger vor Herausforderungen.