„Irgendein dahergelaufener Friedrich“ wolle den Achtstundentag schleifen, ruft Heidi Reichinnek den Delegierten zu. Der rappelvolle Saal jubelt. Wenige Stunden zuvor hatte Parteichefin Ines Schwerdtner ihre Genossen davor gewarnt, sich im Streit über Gaza selbst zu zerlegen. Mit ihren Reden zum Auftakt des Bundesparteitags in Potsdam formulieren die beiden wichtigsten Politikerinnen der Linken einen Plan: den Konflikt nach außen tragen und die Konflikte im Inneren klein halten. Doch ausgerechnet an den Themen Merz und Gaza zeigen sich jene Widersprüche, an denen sich die Linke immer wieder reibt.

Um über den Kurs der Partei zu entscheiden, finden sich rund 500 Deligierte an diesem Wochenende in Potsdam zusammen. Nach dem Mitgliederboom und dem starken Bundestagswahlergebnis will die Partei ihren Aufschwung verstetigen. Im Mittelpunkt stehen die Neuwahl der Parteiführung sowie die Sozial- und Wirtschaftspolitik.

Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Bundestag, spricht während des Bundesparteitags der Linken in der Metropolishalle in Potsdam.

© Michael Bahlo/dpa

„Wir machen Klassenkampf“