Liebe Leserin, lieber Leser,mein älterer Sohn hatte bereits als Kleinkind eine besondere Fähigkeit: Mit zwei Jahren kannte er jede Automarke. Wenn irgendjemand auf ein Auto zeigte und ihn fragte „Uunnd, was ist das?“ lag er in 95 Prozent der Fälle richtig. Teslas gefielen ihm besonders gut, die streichelte er auch gern mal.Ich habe dann immer gelächelt und gesagt: „Also von mir hat er das nicht.“ Tatsächlich interessiere ich mich bei Autos vor allem für die Kofferraumgröße, weniger für die zerkratzte Felge.Die Auto-Obsession hat sich bei meinem Sohn mit den Jahren immer weiter entwickelt. Heute ist er acht und liest gern „Auto Motor Sport“ und „Auto Bild“. Er interessiert sich für „Facelifts“, so nennt man das offenbar auch bei Autos, und wenn wir irgendwo einen „Erlkönig“ sehen, wird er sehr nervös. Als er neulich nicht schlafen konnte, bat er mich, ihm etwas über meine Lieblingsautos zu erzählen. Ich stammelte ziemlich rum, irgendwann erlöste er mich und fragte, worüber ich denn gerne sprechen würde. Mein Exkurs über verkannte weibliche Genies in der Geschichte hat ihn dann aber doch nicht so gekickt, am Ende haben wir über unsere Lieblingsessen gesprochen (Döner, Spaghetti bolognese).Nun habe ich noch einen weiteren Sohn, der aktuell in einem ähnlichen Alter ist wie mein älteres Kind beim Beginn seiner Leidenschaft. Als Zweitgeborener möchte er seinem großen Bruder natürlich alles nachmachen und ruft auch fröhlich Automarken durch die Gegend. Das Problem: Aus seiner Sicht ist alles ein Lamborghini.Mazda Cabrio? Lamborghini. Toyota Corolla? Lamborghini! Gestern rief er beim Anblick eines elektrischen Fiat 500, also so ein Auto Typ Überraschungsei, begeistert „Lamborghini“. Sein älterer Bruder fand es stümperhaft, die Fahrerin hat es sehr gefreut.Mein Großer steht für das, worauf dieses Land mal stolz war: Detailwissen und Präzision. Ingenieursgeist. Kenne dein Produkt, kenne deinen Markt, mach keine Fehler. Deutschland war jahrzehntelang der Achtjährige, der jede Automarke kennt.Mein Kleiner steht für etwas, das uns abhandengekommen ist: Euphorie über das eigene Produkt. Alles, was vier Räder hat, könnte ein Lamborghini sein.Ich glaube ja, meine beiden Söhne beschreiben ganz gut, was es braucht, um Deutschland wieder erfolgreich zu machen. Echtes Expertentum gepaart mit dem Glauben, dass mehr möglich ist, auch wenn das Produkt vielleicht noch nicht ganz da ist.Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.Ihre Charlotte MorréHead of DigitalFlamingo-Proteste: Es geht längst um viel mehr als nur Naturschutz. Foto: REUTERSDie „Flamingo-Revolution“In Albaniens Hauptstadt Tirana protestieren Tausende Menschen gegen ein Luxusresort, das mit der Trump-Familie in Verbindung steht. Weil das Projekt in einem sensiblen Naturschutzgebiet entstehen soll, haben die Demonstranten den Flamingo zu ihrem Symbol gemacht. Doch längst geht es um mehr als Umweltschutz – die Proteste drehen sich zunehmend um die Frage, wem Albanien gehört und wer über die Zukunft des Landes entscheidet.Johanna Schlotmann mit Großmutter Renate Strate, Tante Friederike Strate und Mutter Simone Strate (v. l.): Seit drei Jahrzehnten führen drei Frauen die Geschäfte der Brauerei. Foto: PRWarum diese Brauerei anders istViele Traditionsbrauereien kämpfen ums Überleben. Die Brauerei Strate in Detmold besteht dagegen seit 160 Jahren und wird seit drei Jahrzehnten von Frauen geführt. Wie das Familienunternehmen seinen Platz im Markt behauptet und warum schon der Name ihres Biers „Thusnelda“ für das Selbstverständnis des Familienunternehmens steht, lesen Sie hier.Frauen auf dem Arbeitsmarkt (Illustration): Die KI-Transformation betrifft sie mehr als Männer. Foto: Lina KneesDer Gendergap der Künstlichen IntelligenzKünstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt – und zwar nicht für alle gleichermaßen. Eine exklusive Analyse zeigt, dass Frauen häufiger in Berufen arbeiten, deren Tätigkeiten sich automatisieren lassen. Gleichzeitig nutzen sie KI bislang deutlich seltener als Männer. Warum Unternehmen diese Entwicklung ernst nehmen sollten und welche Maßnahmen helfen können, die KI-Lücke zu schließen, erfahren Sie hier.Farage, Burham, Starmer (v. l.): Wie geht es weiter in Großbritannien? Foto: Bloomberg (3), Reuters, Getty [M]Die Rückkehr der Brexit-DebatteAm 23. Juni jährt sich die Brexit-Entscheidung zum zehnten Mal. Erstmals mehren sich Anzeichen, dass die Briten ihren Austritt aus der EU inzwischen kritisch sehen – und sich sogar eine Rückkehr vorstellen können. Sollte sich dieser Stimmungswandel verfestigen, wäre das ein eindeutiges Signal gegen den populistischen Nationalismus, dessen Aufstieg oft mit Donald Trump verbunden wird, zu dem aber auch der Brexit maßgeblich beigetragen hat. 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