Liebe Leserin, lieber Leser,so viel vorweg: Ich interessiere mich nicht besonders für Autos. Mein Fahrzeug soll mich von A nach B bringen, wenn es nötig ist und ich nicht mit dem Zug fahren kann. Dabei sollen die Tennistaschen meines Sohnes in den Kofferraum passen. Und falls ich einen Unfall habe, soll die Knautschzone mich und andere Insassen so gut wie möglich vor den Folgen schützen.Wenn mein nächstes Auto ein Elektrofahrzeug ist, was ich aus ökologischen Gründen durchaus erwäge, gilt dasselbe. Weder möchte ich damit sämtliche anderen Menschen auf der Autobahn überholen können, noch dabei infernalischen Lärm verursachen.Beides ist anderen aber offenbar sehr wichtig. Schon vor einiger Zeit berichtete mein Kollege Haiko Tobias Prengel über den Trend zu superschnellen Elektroautos .
Jetzt hat sich mein Kollege Arvid Haitsch mit einer für mich nicht weniger verstörenden Entwicklung in der Autowelt befasst: Elektroautos imitieren zunehmend Verbrennergeräusche, sie brummen, dröhnen, heulen und produzieren sogar Lärm, der sich anhört wie eine Fehlzündung.Eine Normänderung beim »Weltforum für die Harmonisierung von Fahrzeugvorschriften« in Genf soll die Lärmoffensive jetzt legitimieren.Was das soll? Mercedes AMG-Chef Michael Schiebe erklärt es so: E-Autos könnten sich »für Leute, die das Autofahren wirklich lieben, etwas zu ruhig oder etwas zu vernünftig anfühlen«. AMG-Fans sehen sich offenbar als Typen mit Benzin im Blut, und das soll auch mit dem ersten selbst entwickelten elektrischen Modell der schwäbischen Tuningmarke so bleiben.Wie der neue Elektro-AMG und die E-Modelle anderer Hersteller sich anhören sollen, können Sie hier nachlesen.Fahren Sie langsam!Ihre Julia Koch







