In Spanien üben Kinder im Unterricht, wie sie sich bei Waldbränden oder Überflutungen am besten verhalten. Braucht es das auch in Deutschland?

An normalen Tagen spielen Kinder auf dem Schulhof der Joan-Baptista-Serra-Grundschule in Alcanar. Heute fahren Blaulichtfahrzeuge mit Sirenen auf den Hof. Der Katastrophenschutz ist zu Besuch.

Denn statt Mathe oder Englisch steht ein neues Fach auf dem Stundenplan: der Klimaunterricht. Er soll seit diesem Schuljahr an allen Schulen Spaniens verpflichtend Kinder und Jugendliche auf die Auswirkungen der Klimakrise vorbereiten, praktisch und lebensnah. In kaum einem anderen Land ist die Anpassung an die Erderwärmung so schnell im Lehrplan angekommen.

Auslöser dafür war eine der größten Naturkatastrophen in Spaniens Geschichte, gerade mal rund 150 Kilometer südwestlich der Serra-Grundschule. Im Oktober 2024 starben in der Region Valencia mehr als 220 Menschen durch eine Flut. Das Unglück traf die Region völlig unvorbereitet, die Regierung sah sich heftiger Kritik ausgesetzt.

Währenddessen schreitet die Erderhitzung kaum gebremst voran, mit jedem Zehntelgrad wird die Anzahl von Waldbränden, Überschwemmungen oder Dürren in den nächsten Jahren weltweit zunehmen. Die Katastrophe von Valencia hat Spanien zum Handeln gebracht. Einen Monat nach der Überflutung verabschiedete die Regierung ein Gesetz, das Klimabildung verpflichtend macht.