Der neue Titel des Spiegel zum 85. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion hat in sozialen Netzwerken eine Welle der Empörung ausgelöst. Unter der Überschrift „Unser Krieg gegen Russland“ widmet sich das Nachrichtenmagazin dem Beginn der sogenannten Operation Barbarossa, mit der Nazideutschland am 22. Juni 1941 die Sowjetunion überfiel.

Doch genau diese Formulierung stößt bei Historikern, Journalisten und Politikern auf scharfe Kritik. Der Titel verkürze die Geschichte auf Russland und blende damit Millionen Opfer in anderen damaligen Sowjetrepubliken aus, insbesondere in der Ukraine und Belarus, so der Vorwurf, der am Freitag auf X, LinkedIn und anderen sozialen Medien geäußert wurde.

Kritik: Nicht Russland, sondern die Sowjetunion war Ziel des Angriffs

Zu den prominentesten Kritikern gehört der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz. „Falsche Schlagzeile: Es war ein Angriffskrieg gegen die Sowjetunion. Das genau zu benennen ist wichtig, damit die ukrainischen und belarussischen Opfer des deutschen Überfalls nicht vergessen werden“, lautet sein Kommentar auf der Plattform LinkedIn. Auch der Journalist und Osteuropa-Experte Ingo Petz reagierte auf selber Plattform verärgert. „Peinlich, peinlich, werter DER SPIEGEL! Lieber mal dekoder.org lesen, dann wäre das nicht passiert!“