Was für ein „Verbündeter“ Trump ist, erfährt man nun auch in Israel. Netanjahu dachte, wie schon mancher in Europa, er habe den Präsidenten im Griff. Aber die Rechnung kommt zum Schluss, und das gilt auch für den Irankrieg, auf den sich der frühere Isolationist Trump ohne Netanjahus Drängen wahrscheinlich gar nicht eingelassen hätte.Trump ist auch der „America First“-Präsident, und deshalb geht es jetzt um seine innenpolitischen Interessen vor der Kongresswahl und nicht mehr um die Sicherheitsbelange Israels. Was er mit Iran ausgehandelt hat, ist aus israelischer Sicht nahe an einem Albtraumszenario: Das Regime bleibt an der Macht (nunmehr mit gestärkter Revolutionsgarde), es soll zig Milliarden bekommen, seine ballistischen Raketen behalten (das wäre sonst „ein bisschen unfair“, sagt Trump), und in Libanon sollen die Operationen eingestellt werden. Was mit dem iranischen Atomprogramm geschieht, ist offen.Gegen Obama hatte er gewettertMan muss kein Israeli sein, um sich da die Augen zu reiben. War es nicht Trump, der jahrelang gegen Obama gewettert hatte, weil der Geld für Iran freigab? Jetzt stellt Trump sogar die Aufhebung sämtlicher Sanktionen in Aussicht und hilft bei der Rettung der Hizbullah, der wertvollsten Schattenarmee des Regimes. Netanjahus Politik der ständigen Kriege ist sicher nicht sinnvoll, davon konnte schon Biden ein Lied singen. Aber dass Trumps „Deal“ den langfristigen Interessen Israels dient, ist nicht ersichtlich.Nicht sehr viel anders sieht es am Golf aus. Die arabischen Anrainer werden froh sein, wenn sie nicht mehr beschossen werden und die Straße von Hormus wieder zum Ölexport nutzen können. Aber auch sie müssen mit der Möglichkeit rechnen, dass Iran unter alt-neuer Führung von Amerika gestärkt wird (sie sollen es sogar bezahlen). Das folgt auf die Lektion, dass man mit US-Stützpunkten im eigenen Land zu einem Ziel werden kann, statt Schutz durch sie zu erhalten.Die Versuchung, sich neue Verbündete zu suchen, wird groß sein am Golf. Die bevorzugten Anlaufstellen sind aus der Vergangenheit bekannt, es waren Moskau und Peking. Geschieht in den anstehenden Verhandlungen nicht ein Wunder, dann werden noch Trumps Nachfolger mit den regionalen Folgen des Irankriegs zu kämpfen haben.
Für Israel ist Trumps Iran-Deal nahe am Albtraum
Israel ist der Verlierer von Trumps „Deal“ mit dem alt-neuen Regime in Iran. Auch am Golf werden die Folgen erheblich sein.














