ErklärtTreffen zwischen USA und Iran in der Schweiz: Was passiert jetzt am Freitag auf dem Bürgenstock?Das Abkommen zwischen den USA und Iran ist schon unterschrieben. Gibt es trotzdem ein Treffen auf dem Bürgenstock? Und was ist die Rolle der Schweiz? Die wichtigsten Fragen und Antworten.18.06.2026, 12.02 Uhr3 LeseminutenDer Bürgenstock lässt sich gut abriegeln und ist immer wieder Ort von diplomatischen Gesprächen.KeystoneWarum gibt es ein Treffen auf dem Bürgenstock?Ob es am Freitag zu einem Treffen zwischen Vertretern der USA und Iran auf dem Bürgenstock kommt, war lange unklar. Für die Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran, das ein Ende des Iran-Krieg vorbereiten soll, wurde zunächst Genf genannt.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Anfang Woche wurde dann bekannt, dass die Zeremonie auf Wunsch der Vermittler Pakistan und Katar sowie der USA und Iran auf dem Bürgenstock stattfinden soll. Als das Abkommen dann überraschend bereits am Mittwochabend digital unterzeichnet wurde, war plötzlich unsicher, ob es die Zeremonie auf dem Bürgenstock noch braucht. Am Donnerstagvormittag hiess es dann: Es bleibt laut dem Schweizer Aussendepartement (EDA) vorerst bei einem Treffen auf dem Bürgenstock, einfach ohne zeremonielle Unterzeichnung.Dass die Wahl für das Treffen auf den Bürgenstock fiel, ist allerdings keine Überraschung. Das Resort am Vierwaldstättersee, das aus rund 30 Gebäuden besteht, lässt sich leicht abriegeln. Im Juni 2024 fand auf dem Bürgenstock bereits die Ukraine-Konferenz mit fast hundert Staatschefs statt, darunter die damalige amerikanische Vizepräsidentin Kamala Harris. Der Secret Service ist mit der Örtlichkeit also bestens vertraut.Das Resort gehört zudem dem katarischen Staatsfonds. Das Emirat ist mit Pakistan eines der Länder, das das Abkommen zwischen den USA und Iran vermittelt hat.Was weiss man über Teilnehmer und Ablauf des Treffens?Bisher sind nur wenige Details zum Treffen auf dem Bürgenstock bekannt.Laut dem EDA finden am Freitag erste Verhandlungen über die Umsetzung des Abkommens zwischen den USA und Iran statt. Über den Ablauf und die Details könne man aber noch keine Angaben machen.Auch über mögliche Teilnehmer gibt es keine offiziellen Informationen. Lange sah es so aus, als ob US-Vizepräsident J. D. Vance für die Zeremonie in die Schweiz reisen könnte. Im April leitete der Vizepräsident die amerikanische Delegation bei den – ergebnislosen – Friedensgesprächen mit Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Nachdem das Abkommen nun schon am Mittwoch unterzeichnet wurde, ist allerdings unklar, ob Vance anreisen wird.Was ist die Rolle der Schweiz?Die Schweiz ist anders als bei der Ukraine-Konferenz auf dem Bürgenstock im Juni 2024 nicht Organisatorin des Treffens. Sie tritt nicht als Vermittlerin auf. Als solche fungieren Pakistan und Katar.Die Schweiz ermöglicht die Gespräche und schafft die diplomatischen Voraussetzungen, dass das Treffen in der Schweiz stattfinden kann. Dafür steht das EDA seit mehreren Tagen mit den USA, Iran, Pakistan und Katar in Kontakt.Wie sieht das Sicherheitsdispositiv aus?Die Kantonspolizei Nidwalden ist während des Treffens für die Sicherung der Bereiche ausserhalb der Hotelanlage und Zufahrtsstrassen verantwortlich. Zusätzlich hat der Bundesrat den Einsatz von bis zu 2000 Armeeangehörigen genehmigt. Sie werden die Kantonspolizei Nidwalden in den Bereichen Objektschutz, Überwachung, Erkundung, Transport und Logistik unterstützen.Für die Sicherheit in der Hotelanlage selbst ist der Secret Service zuständig. Er dürfte wie schon an der Ukraine-Konferenz 2024 jeden der über 1000 Hotel- und Service-Mitarbeiter streng überprüfen.Für die Dauer des Treffens gelten verschiedene Einschränkungen: Der Zugang zum Bürgenstock-Resorts wird gesperrt. Der Betrieb der Standseilbahn auf den Bürgenstock sowie des Hammetschwand-Lifts wird eingestellt. Auch die Postauto-Haltestelle Bürgenstock wird nicht bedient, das Postauto fährt nur bis Obbürgen. Die Ortschaft, die vor dem Bürgenstock-Resort liegt, bleibt laut der Kantonspolizei Nidwalden zugänglich. Es werden jedoch Checkpoints auf den Zufahrten errichtet. Zudem sind die Wanderwege und Bikerouten rund um die Hotelanlage geschlossen.Der Luftraum rund um den Bürgenstock ist in einem Radius von 46 Kilometern eingeschränkt. Für die Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee sind hingegen keine Massnahmen vorgesehen.Passend zum Artikel