Der türkische Staatssender TRT hat einen langjährigen Fußball-Kommentator vom Team der WM-Berichterstattung abgezogen, weil dieser die Spieler Irans und Neuseelands verwechselt hat. Nach dem Spiel der Gruppe G in der deutschen Nacht zu Mittwoch erklärte TRT auf der Plattform X, der Kommentator sei nicht mehr Teil des Teams um die Weltmeisterschaft und werde nicht mehr an der Berichterstattung mitwirken. Eine Untersuchung sei eingeleitet worden. Der Sender bezeichnete den Vorfall als inakzeptabel und nicht vereinbar mit den Standards von TRT. Dass jemand mit 30 Jahren Erfahrung in der Sport-Berichterstattung einen solchen Fehler mache, sei inakzeptabel. Der Kommentator hatte bei dem Spiel vier Minuten lang die Spieler von Neuseeland in schwarzen Trikots mit denen der Spieler Irans in Weiß verwechselt. Später korrigierte er während der Live-Übertragung seinen Fehler. Der Vorfall hatte zu scharfer Kritik in den sozialen Medien geführt. (dpa)Schiedsrichter Juan Gabriel Benitez aus Paraguay leitet das zweite WM-Vorrundenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Samstag (22.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur WM, im ZDF und bei MagentaTV) in Toronto gegen die Elfenbeinküste. Das gab der Weltverband FIFA am Mittwoch bekannt.Der 43 Jahre alte Benitez wird von seinen Landsleuten Eduardo Cardozo und Milciades Saldivar an den Seitenlinien unterstützt. Als Vierter Offizieller ist Khalid Alturais (Saudi-Arabien) im Einsatz. Die Video-Assistenten gab der Weltverband nicht bekannt.Der in Asuncion geborene Benitez steht seit 2019 auf der FIFA-Liste. Er war 2024 bei der Copa America im Einsatz, bei der Klub-WM im vergangenen Jahr pfiff er das Gruppenspiel zwischen Borussia Dortmund und den Mamelodi Sundowns aus Südafrika (4:3). Nationalspieler Felix Nmecha hat daran gute Erinnerung – er traf damals für den BVB. (sid)In der 1. und 2. Bundesliga sowie in europäischen Wettbewerben soll es anders als bei der laufenden Fußball-WM keine generell angesetzten Trinkpausen geben. „Über Trinkpausen wird weiterhin je nach Wetterlage situativ entschieden“, wie die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf Anfrage der ARD-«Sportschau“ mitteilte.Die Europäische Fußball-Union UEFA erklärte auf Anfrage, dass ihr Vorgehen bei dem Thema im Europapokal ähnlich dem der Bundesliga sei. „Die UEFA plant nicht, diese Regularien für die kommenden Wettbewerbe zu verändern. Das schließt die Champions League und die EM 2028 ein“, hieß es.In der Bundesliga sind Trinkpausen im Regelwerk weiterhin keine Pflicht, aber bei Bedarf schon länger möglich. Bei großer Hitze können die Referees reagieren und den Teams solche Pausen ermöglichen.In den medizinischen Vorschriften der UEFA heißt es, dass bei Temperaturen ab 35 Grad oder wenn der Hitzeindex WBGT den Wert von 32 überschreitet, die Pausen genutzt werden sollen. Bei geringeren Werten kann der Schiedsrichter Trinkpausen erlauben, wenn er das für angebracht hält. So machte es etwa DFB-Schiedsrichter Daniel Siebert beim Champions-League-Finale in Budapest zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Arsenal.Bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada sollen die Schiedsrichter die Partie in jeder Halbzeit nach 22 Minuten für 3 Minuten unterbrechen. Entstanden ist das Modell aus Sorge um die Belastung der Spieler wegen der teils großen Hitze. Weil aber gleiche Bedingungen für alle Teams gewährleistet werden sollen, werden auch Spiele in überdachten und klimatisierten Stadien unterbrochen, was schon zu Kritik führte. Weil die zusätzlichen Pausen nach Meinung vieler Beobachter aber unter anderem durch zusätzliche Werbemöglichkeiten zweckentfremdet werden, ist eine Debatte über die Sinnhaftigkeit entbrannt. So erwartet unter anderem das britische TV-Netzwerk ITV die kommerziell erfolgreichste Fußballübertragung seiner Geschichte. Die Werbeeinnahmen sind 30 Prozent höher als bei der EM 2024. (dpa)Österreich hat gerade nur mit Mühe die erste Hürde bei der Fußball-WM genommen, aber die Fans können dank eines bemerkenswerten KI-Videos schon vom ganz großen Sieg träumen. In der fiktiven Doku aus dem Jahr 2056 ist Stürmer Marko Arnautovic 30 Jahre nach dem Weltmeister-Titel Bundespräsident, die goldenen Statue des Komponisten Johann Strauß in Wien wurde von einem David-Alaba-Denkmal ersetzt, und ein WM-Feiertag wurde eingeführt.„Wenn ich an den Tag zurückdenk', bekomm' ich wirklich heute noch Gänsehaut“, erinnert sich ein mit KI gealterter Alaba in dem kurzen Film, der von der Wiener Videofirma Sequence Five produziert und noch vor dem österreichischen 3:1 gegen Jordanien online gestellt wurde. „Was wäre eigentlich, wenn unsere Burschen das Ding wirklich nach Hause bringen? Wir haben das Szenario mal durchgespielt“, schrieben die Produzenten zu dem Video, dass auf YouTube bereits mehr als 160.000 Mal geklickt wurde.Manche der Gags sind nicht völlig an den Haaren herbeigezogen: Arnautovic hatte nach der erfolgreichen Qualifikation für die WM einen neuen Feiertag gefordert. Danach hatte Österreichs Rekordtorschütze in einem Videoclip für einen Sponsor scherzhaft seine Präsidentschafts-Kandidatur angekündigt. Übrigens bekommen auch die nördlichen Nachbarn in dem KI-Video ihr Fett weg: Ein deutscher Tourist beschwert sich 2056 auf einem Campingplatz über eine Gruppe von singenden Österreichern: „Wir haben das Ding seitdem dreimal gewonnen. Dreimal. Aber die feiern hier jeden verdammten Tag 2026.“ (sid)Ein möglicher Spionagevorfall sorgt beim WM-Teilnehmer Südkorea für Aufregung. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll das nicht öffentliche Training des Teams in Zapopan vor dem wichtigen zweiten WM-Spiel gegen Ko-Gastgeber Mexiko mit Hilfe einer Drohne ausgekundschaftet worden sein.Die Drohne sei am Dienstag zu Beginn des Trainings gesichtet worden, als sich die Spieler um ihren Star Heung-Min Son in Zapopan aufwärmten. Ein mexikanischer Militärangehöriger, der im Basiscamp der Mannschaft stationiert ist und für die Störung von Drohnen zuständig ist, habe das Flugobjekt zum Absturz gebracht.Den Berichten zufolge konnten die mutmaßlichen Täter die Drohne wieder einsammeln und fliehen. Der Fußballverband Südkoreas habe die FIFA über den Vorfall informiert.Südkorea war mit einem 2:1 gegen Tschechien in die WM gestartet und trifft nun im Spitzenspiel der Gruppe A am Freitag (3.00 Uhr, im F.A.Z.-Liveticker zur WM und bei MagentaTV) in Guadalajara auf Mexiko. Der Ko-Gastgeber der WM hatte zuvor sein Auftaktspiel mit 2:0 gegen Südafrika gewonnen. (dpa)Lionel Messi führte Weltmeister Argentinien mit einem Gala-Auftritt zum Auftaktsieg, stellte nebenbei den WM-Torrekord ein – hätte eigentlich aber schon in der ersten Halbzeit vom Platz fliegen müssen. So zumindest sieht es Patrick Ittrich. „Für mich ist das eine Rote Karte“, sagte der Bundesliga-Schiedsrichter bei MagentaTV über ein Foul Messis im Spiel gegen Algerien (3:0): „Wir haben diverse Beispiele aus der Bundesliga, wo das mit Rot bestraft wurde. Er wollte das nicht, ohne Frage, aber das ist kein Grund, keine Rote Karte zu geben.“In der 31. Minute hatte Messi Algeriens Kapitän Aissa Mandi mit offener Sohle an der Wade erwischt. Da stand es bereits 1:0 durch den ersten Treffer des Superstars (17.), später gelangen ihm zwei weitere Tore (60./76.). Messi liegt damit in der Liste der Rekordtorjäger bei Weltmeisterschaften gleichauf mit Miroslav Klose (je 16).Eine derart frühe Rote Karte hätte das gesamte Spiel verändert. Es gebe, sagte Ittrich, „drei Kriterien für übermäßige Härte: Chancen, den Ball zu spielen, Trefferbild und Dynamik. Wenn zwei erfüllt sind, kannst du immer eine Rote Karte geben, besser sind drei. Hier sind zwei erfüllt. Chancen, den Ball zu spielen, hat er nullkommanull. Das Trefferbild sieht ganz übel aus. Das Einzige, was fehlt, ist die Dynamik. Deswegen hat sich der Videoassistent nicht eingeschaltet.“Einen Messi-Bonus sieht Ittrich aber nicht als Grund für die milde Entscheidung. „Ich bin immer vorsichtig mit solchen Aussagen, weil ich als Schiedsrichter immer nach bestem Wissen und Gewissen handle“, sagte er. Das gelte auch für den Videoassistenten: „Da ist jetzt keiner von der FIFA, der von hinten reinkommt und ruft: ‚Ey, es ist Messi‘. Das wird so nicht passieren, da müssen wir uns jetzt nichts zurechtmalen.“ Vielmehr sei das Foul in der Situation „für den Schiedsrichter völlig unerwartbar“ gewesen, „deswegen glaube ich, schaltest du ein bisschen ab“. (sid)Argentinien – Algerien Highlights | Gruppe J, FIFA WM 2026 | sportstudioLionel Messi hat Argentinien mit einem Dreierpack zu einem perfekten WM-Auftakt geführt und selbst mit WM-Rekordtorschütze Miroslav Klose gleichgezogen. Der Katar-Champion von 2022 gewann dank dreier Tore seines Ausnahme-Fußballers sein erstes Spiel in Kansas City gegen Algerien mit 3:0 (1:0).