In der Linken hat sich der Konflikt mit dem Jugendverband zugespitzt. Grund dafür sind das Lob für den einstigen sowjetischen Diktator Josef Stalin, den einstigen Staatsratsvorsitzenden der DDR Erich Honecker, die DDR sowie antisemitische Parolen, die Funktionäre und Mitglieder der Linksjugend verbreiten.Die Landesverbände in Thüringen und Sachsen haben am Mittwoch Mitglieder der Linksjugend, die kommunistische Diktatoren und die DDR als Vorbilder nennen und sich antisemitisch geäußert haben, zum Verlassen der Partei aufgefordert. „Sie müssen sich fragen, ob sie in der richtigen Partei sind“, sagte die Thüringer Landesvorsitzende Katja Maurer der F.A.Z. Die Aussagen seien „hochgradig problematisch“. Maurer warf den Mitgliedern Bösartigkeit vor. „Wer trotz aller gesicherten Erkenntnisse Antisemitismus verbreitet, den Unrechtsstaat DDR verherrlicht oder darüber Witzchen macht, verhöhnt die Opfer. Das ist bösartig“, sagte sie.Auch der Fraktionsvorsitzende der Linken im Thüringer Landtag, Christian Schaft, forderte Konsequenzen. „So etwas kann keinesfalls geduldet werden“, sagte er der F.A.Z. Die Landesvorsitzenden in Sachsen, Anja Eichhorn und Marco Böhme, äußerten sich ähnlich. Stalinismus, Antisemitismus und Hamas-Verherrlichung dürften keinen Platz in der Linken und in der Linksjugend haben. Wer etwa den Bruch mit dem Stalinismus ignoriere, „kann kein Mitglied in unserer Partei und unserem Jugendverband sein“.Brennende israelische Fahne gepostetZuvor hatte eine Recherche des Bayerischen Rundfunks Fälle aufgedeckt, in denen Funktionäre und Mitglieder der Linkspartei sich entsprechend geäußert hatten. So habe der Landessprecher der Linksjugend Hamburg, Finn P., im Verbandsforum geschrieben: „Lang lebe Stalin!“ und „Lang lebe Honecker!“ Das „Zentralkomitee“ des Bundesarbeitskreises „Agitprop“ habe geäußert: Stalin habe „Kapitalisten bestraft“. Zu den Mauertoten und der Verfolgung von Oppositionellen in der DDR hieß es: „Die Revolution fordert Opfer.“ Der Arbeitskreis „Klassenkampf“ habe auf Instagram gepostet: „Die DDR ist Teil unseres Erbes und dieses lassen wir uns nicht wegnehmen.“ Die DDR wurde sogar als nachahmenswert dargestellt: „Was einst funktionierte, kann auch wieder erfolgreich sein.“Bundessprecherin Selina Pfister habe zudem auf Instagram Fotos mit Symbolen der Freien Deutschen Jugend, dem SED-Jugendverband, gepostet und dazu geschrieben. „Wir knüpfen an eine Tradition an, die heute relevanter ist denn je.“ Zudem hätten Funktionäre und Mitglieder der Linksjugend an einer propalästinensischen Demonstration in Berlin teilgenommen, die vom Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitee organisiert wurde. Laut Verfassungsschutz organisieren sich in ihr auch Anhänger der Terrororganisation Hamas. Der Landessprecher der Linksjugend in Rheinland-Pfalz, Lucas H., habe in einem internen Forum eine brennende israelische Fahne gepostet, daneben stehe „Israel verrecke!“.
Linksjugend verherrlicht DDR und Stalin
Funktionäre und Mitglieder der Linksjugend verherrlichen Stalin, Honecker und äußern sich antisemitisch. Die Landesvorsitzenden der Linken in Thüringen und Sachsen fordern sie auf, die Partei zu verlassen.









