Seit Jahrzehnten setzt die Bundeswehr für Forschungszwecke auf lebende Tiere. In Zukunft soll es noch mehr Projekte geben, in denen sie verwendet oder getötet werden – auch wegen der »veränderten geopolitischen Lage«.
17.06.2026, 03.55 Uhr
Verteidigungsminister Pistorius mit Bundeswehrsoldaten (am 6. Juni in München)
Tierversuche gibt es bei der Bundeswehr seit Jahrzehnten – etwa für Erkenntnisse zur Behandlung verletzter Soldatinnen und Soldaten. In Zukunft erwartet das Bundesverteidigungsministerium mehr Projekte, in denen Tiere verwendet oder getötet werden. »Aufgrund der hohen Komplexität der Fragestellungen und vor dem Hintergrund der veränderten geopolitischen Lage ist bis zum Jahr 2029 mit einem Anstieg entsprechender Forschungsvorhaben zu rechnen«, heißt es in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Fraktion Die Linke. Die »Rheinische Post« berichtete zuerst darüber, der Nachrichtenagentur dpa liegt das Schreiben vor.
Das Ministerium betont darin, dass die gesetzlichen Vorgaben zum Tierschutz bei den Tierversuchen strikt eingehalten würden. Zudem würden Leitlinien verfolgt, die darauf abzielen, Tierversuche zu ersetzen, weniger Versuchstiere zu verwenden und bei ihnen Schmerzen und Stress zu minimieren. Von der Linken erfragte Zahlen zu Versuchstieren in den Jahren 2020 bis 2025 stufte das Ministerium »im Hinblick auf das Staatswohl« als Verschlusssache ein.








