PfadnavigationHomePolitikDeutschland„Im Hinblick auf Staatswohl“Bundeswehr plant mehr Tierversuche – und stuft konkrete Zahlen als Verschlusssache einStand: 09:09 UhrLesedauer: 2 MinutenVerteidigungsminister Boris Pistorius (SPD)Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpaDie Zahl der Tierversuchsprojekte bei der Bundeswehr soll steigen. Als Gründe nennt das Verteidigungsministerium komplexere Forschungsvorhaben und die aktuelle Sicherheitslage.Tierversuche gibt es bei der Bundeswehr seit Jahrzehnten – etwa für Erkenntnisse zur Behandlung verletzter Soldaten. In Zukunft erwartet das Bundesverteidigungsministerium mehr Projekte, in denen Tiere verwendet oder getötet werden. „Aufgrund der hohen Komplexität der Fragestellungen und vor dem Hintergrund der veränderten geopolitischen Lage ist bis zum Jahr 2029 mit einem Anstieg entsprechender Forschungsvorhaben zu rechnen“, heißt es in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Fraktion Die Linke, über die die „Rheinische Post“ berichtete. Das Ministerium betont darin, dass die gesetzlichen Vorgaben zum Tierschutz bei den Tierversuchen strikt eingehalten würden. Zudem würden Leitlinien verfolgt, die darauf abzielen, Tierversuche zu ersetzen, weniger Versuchstiere zu verwenden und bei ihnen Schmerzen und Stress zu minimieren. Von der Linken erfragte Zahlen zu Versuchstieren in den Jahren 2020 bis 2025 stufte das Ministerium „im Hinblick auf das Staatswohl“ als Verschlusssache ein.Lesen Sie auchNach früheren Angaben des Ministeriums gab es 2019 knapp 400 Versuchstiere in Einrichtungen der Bundeswehr, vor allem Ratten. Demnach erprobten Mediziner beispielsweise mithilfe von Mäusen Therapieansätze bei Hautverletzungen, sie untersuchten Folgeschäden von Nierenverletzungen am Schwein und übten chirurgische Maßnahmen an Mäusen, Ratten und Meerschweinchen aus. In die Zahlen fallen auch Diensthunde, die bei Lehrgängen zur Ersten Hilfe zum Einsatz kommen sowie Esel und Maultiere in Lehrgängen für Tierärzte.In den vergangenen Jahrzehnten wurden jährlich jeweils einige Hundert Versuchstiere erfasst. Nach früheren Tierschutzberichten der Bundesregierung lagen die Zahlen bis in die 90er-Jahre deutlich über 1000, Mitte der 80er waren es jeweils mehrere Tausend Versuchstiere.Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Linken, Ina Latendorf, kritisierte, dass das Ministerium mehr Tierversuchsprojekte erwartet. „Anstatt mehr Tierversuche in der Bundeswehr bräuchte es einen konkreten gesamtgesellschaftlichen Ausstiegsplan und ein sofortiges Verbot von schweren Tierversuchen“, sagte Latendorf der „Rheinischen Post“.Deutschlandweit weniger TierversucheSchwere Versuche sind solche, bei denen Tiere starken Schmerzen, Leiden oder Ängsten ausgesetzt sind. Das Ministerium schreibt: „Aktuell sind keine Tierversuche mit höherem Schweregrad geplant.“Lesen Sie auchVor allem in der medizinischen Forschung werden Tiere immer noch häufig eingesetzt. Die meisten werden für die Grundlagenforschung und angewandte Forschung genutzt, andere für Qualitätskontrollen und Giftigkeitsprüfungen. Jedoch geht die bundesweite Zahl der Versuchstiere seit mehreren Jahren zurück. 2024 waren es noch 1,33 Millionen.dpa/nw
Bundeswehr plant mehr Tierversuche – und stuft konkrete Zahlen als Verschlusssache ein - WELT
Die Zahl der Tierversuchsprojekte bei der Bundeswehr soll steigen. Als Gründe nennt das Verteidigungsministerium komplexere Forschungsvorhaben und die aktuelle Sicherheitslage.








