Die Schiffe sind in Position. Frankreich hat seinen nukleargetriebenen Flugzeugträger in die Region verlegt, Großbritannien den Zerstörer „Dragon“, Italien Minensucher vor der ostafrikanischen Küste, wie die New York Times berichtete. Der Plan sieht eine gemeinsame, rein defensiv ausgerichtete Mission vor: Handelsschiffe begleiten, Minen räumen, die Meerenge wieder öffnen. Paris und London seien bereit, „sehr schnell zu handeln“, sobald klar sei, dass der Waffenstillstand hält, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Montag einem französischen Radiosender.

Nicht nur die großen EU-Staaten ziehen mit. Litauen stimmte vergangene Woche im Parlament mit 77 zu 11 Stimmen dafür, bis zu 40 Soldaten und Zivilisten in die Meerenge zu entsenden, wie der litauische Rundfunk LRT berichtete. Oppositionsführer Laurynas Kasčiūnas begründete die Entscheidung unverblümt: Wer die amerikanischen Truppen im Land behalten wolle, könne sich eine Ablehnung nicht leisten.

Litauens Schritt ist symptomatisch für eine breitere Verschiebung in der europäischen Sicherheitspolitik. Kleine Nato-Staaten an der Ostflanke, die traditionell auf amerikanische Schutzgarantien angewiesen sind, kalkulieren seit Trumps Wiederwahl neu und suchen aktiv nach Wegen, Washington ihre Loyalität zu demonstrieren. Ein Marineeinsatz im Persischen Golf ist dabei günstiger als er klingt: sichtbar, symbolisch stark, militärisch überschaubar.