PfadnavigationHomePanorama„Verleumderische Unterstellung“ZDF entfernt nach Musk-Abmahnung Passage in Moderation – „Gigantische Fehlleistungen“, so SteinhöfelStand: 15:43 UhrLesedauer: 3 MinutenDas ZDF hatte in einer Nachrichtensendung behauptet, Elon Musk habe zu einem „rassistischen Mob“ aufgerufen. Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel vertritt die Interessen des Tech-Milliardärs und wirft dem Sender eine diffamierende Falschdarstellung vor.Das ZDF hatte in einer Nachrichtensendung behauptet, Elon Musk habe einen „rassistischen Mob“ aufgerufen, „Jagd auf Migranten“ zu machen. Der Tesla- und SpaceX-Chef geht juristisch dagegen vor – und der Sender reagiert.Das ZDF hat nach einer Abmahnung von Tech-Unternehmer Elon Musk wegen eines Beitrags über die Belfast-Krawalle eine Unterlassungserklärung abgegeben. Außerdem entfernte der Sender die fragliche Passage in der Anmoderation der Sendung „ZDFheute live“. Das teilte das ZDF auf Anfrage von WELT mit. Tech-Unternehmer Elon Musk war juristisch gegen das ZDF vorgegangen. In einem Schreiben seines Anwalts Joachim Steinhöfel hieß es über den Bericht über die Ausschreitungen in Belfast: „Die Behauptung, unser Mandant habe zu einer ,Jagd auf Migranten‘ durch einen ,rassistischen Mob‘ aufgerufen, ist offensichtlich unwahr.“ Weiter ist von einer „ehrabschneidenden und verleumderischen Unterstellung“ sowie einem „drastischen Verstoß gegen journalistische Grundsätze“ die Rede. Die damit verbundene Diffamierung des Unternehmers sei rechtswidrig.Steinhöfel sagte im Gespräch mit WELT TV: „Die Anmoderation zu einem Beitrag, in dem 30 Minuten lang Journalismus simuliert wurde, war eine verleumderische Unterstellung und Diffamierung, für die nicht der geringste Anhaltspunkt besteht.“ Er wisse „wirklich nicht, wer in diesem Sender redaktionell die Verantwortung trägt“, fügte er mit Blick auf die Moderation von Dunja Hayali bei der Ermordung von Charlie Kirk zu. „Diese Fehlleistungen sind ja gigantisch. So kann man nicht arbeiten, so arbeitet die Welt nicht, so arbeitet kein seriöses Medium.“Auslöser der Debatte war ein X-Beitrag Musks nach einem Messerangriff in Belfast. Der Unternehmer hatte als Reaktion ein Posting des als rechtsextrem geltenden Aktivisten Tommy Robinson zu Protesten geteilt und dazu geschrieben: „Nur durch wiederholte und laute Proteste wird sich etwas ändern.“Auf diesen Beitrag bezog sich eine Anmoderation der Sendung „ZDFheute live“ vom 12. Juni 2026. Die Moderatorin sagte dort: „Ein rassistischer Mob macht daraufhin Jagd auf Migranten: Dazu aufgerufen hatten ein britischer Rechtsextremist und Tech-Milliardär Elon Musk.“Lesen Sie auchMusk hatte sein juristisches Vorgehen bereits auf X angekündigt und die Berichterstattung des ZDF auf X als „skandalöse Lügen“ bezeichnet. Lesen Sie auchDer Fall hatte in den vergangenen Tagen für Diskussionen gesorgt. Mehrere Journalisten kritisierten die Formulierung des ZDF als unzulässige Zuspitzung. Auch der NDR-Redakteur Sebastian Eberle widersprach öffentlich und schrieb: „Liebe Kolleginnen und Kollegen in Mainz, bei allem Respekt. Das geht so nicht. So können und so dürfen wir nicht arbeiten. Das ist völlig inakzeptabel.“Das ZDF reagierte später auf die Kritik – und ergänzte auf der Webseite der Sendung folgenden Hinweis: „Die Formulierung ist unpräzise und deshalb missverständlich.“ Tommy Robinson habe nach dem Messerangriff in Belfast zu Protesten aufgerufen. „Der Post wurde von Elon Musk geteilt.“ Mittlerweile heißt es dort lediglich: „Die Anmoderation wurde aus rechtlichen Gründen gekürzt.“kami/ll