Kurioses geht in Südkorea gerade vor sich. Arbeitnehmer bekommen Boni in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro. Unternehmen müssen darüber nachdenken, ob sie große Teile ihrer Gewinne an die Mitarbeiter ausschütten. Ein linker Regierungschef geißelt Streikdrohungen von Gewerkschaften. Und all das liegt an dem Geld, das Koreas Unternehmen an der Künstlichen Intelligenz verdienen.Seit vor einigen Wochen klar geworden ist, dass einige Chipkonzerne wahre Reichtümer an ihre Mitarbeiter zahlen, hat sich im Land manches verändert. Korea gibt jetzt einen Vorgeschmack auf die Debatten, die dem Rest der Welt noch bevorstehen – oder zumindest jenem Teil der Welt, der mit der KI Geschäft macht.„Das Geschäft boomt!“Aber von vorn. Als sich Ende voriger Woche die Massen vor dem Lokal Hyeongnim Jeoyo drängten, hatte das nichts mit K-Pop zu tun. Um den Schweinebauch-Grill saßen nicht die süßen Jungs von BTS oder die coolen Girls von Blackpink. Nein, Nvidia-Chef Jensen Huang hatte die Verwaltungsratschefs der drei koreanischen Techkonzerne SK Hynix, LG und Naver zum betont bodenständigen Business-Dinner geladen. Der Name des Lokals bedeutet so viel wie „Hey Bro, ich bin’s“. Ähnlich lässig versuchten die drei Wirtschaftskapitäne rüberzukommen, die gerade durch verschiedene Partnerschaften auf der Erfolgswelle des KI-Dampfers Nvidia und seines Chefs Huang mitreiten, den viele Koreaner wie einen Star verehren.