Das Raumfahrt-Startup Isar Aerospace hat den für Montag geplanten zweiten Testflug seiner Spectrum-Rakete kurz ⁠vor dem geplanten Start abgesagt. Als Grund nannte das Unternehmen Unregelmäßigkeiten im Flüssigkeitssystem der Rakete. Die Teams analysierten ‌nun die Daten, um den Grund für die Schwierigkeiten herauszufinden, hieß es weiter. Ursprünglich sollte die Rakete am ‌Montagabend vom norwegischen ‌Weltraumbahnhof Andoya aus ins Weltall starten.Seit Januar wurde der Start der Rakete mehrfach verschoben. Der Grund waren meist Technikprobleme. Bei der Mission „Onward and Upward“ ⁠sollten unter anderem mehrere Kleinsatelliten in eine Umlaufbahn befördert werden. Die 28 Meter lange Spectrum-Rakete ist darauf ausgelegt, Nutzlasten von bis zu einer ⁠Tonne in den ‌Orbit zu bringen. Sie gehört zur Klasse der sogenannten Microlauncher. Neben Isar Aerospace aus Ottobrunn bei München ⁠entwickeln Rocket Factory ⁠Augsburg und HyImpulse aus der Nähe von Heilbronn in ⁠Deutschland Trägersysteme für Kleinsatelliten ⁠und Experimente. Die europäischen Staaten wollen sich von außereuropäischen Weltraumfirmen wie ‌SpaceX des Milliardärs Elon Musk unabhängiger machen.Isar Aerospace wurde 2018 gegründet und hat seitdem mehr als 500 Millionen Euro an Kapital eingesammelt. Es gehört zu einer Reihe deutscher und europäischer Unternehmen, die Europa in der Raumfahrt unabhängiger von den USA und Russland machen wollen, und wird von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) unterstützt. Bisher wird das lukrative Geschäft mit Trägerraketen von US-Milliardär Elon Musk dominiert. Sein Raumfahrtunternehmen SpaceX hat die teilweise wiederverwendbare Trägerrakete Falcon 9 schon hunderte Male ins All geschickt.