Es ist die seltsamste Weltmeisterschaft in der Geschichte des iranischen Fußballs, und das beginnt schon bei der Reiseordnung: Die Nationalmannschaft trägt zwar alle drei Gruppenspiele in den USA aus, hat ihr Quartier aber in Mexiko bezogen. Die Regierung von Donald Trump will Spielern und Betreuern der iranischen Auswahl nur Tagesvisa erteilen. An Spieltagen müssten sie also aus Tijuana nach Los Angeles oder Seattle reisen – und noch am selben Tag zurück.

Schon diese Umstände erzählen mehr als jede Turniervorschau: eine Mannschaft, die in den USA spielen soll, aber dort nicht wirklich ankommen darf; ein Team, das zwischen WM-Quartier, Grenzregime und Sicherheitslogik pendelt. Doch der komplizierteste Gegner der iranischen Nationalmannschaft wartet nicht an der Grenze. Er steckt in ihrem eigenen Namen.