PfadnavigationHomePolitikDeutschland„Aufnahmen sind kein Versehen“Brisantes AfD-Foto aus Sachsen-Anhalt – Video weckt Zweifel an Darstellung von CDU-PolitikerStand: 07:34 UhrLesedauer: 3 MinutenWas war da los? AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (l.) und CDU-Landtagsfraktionschef Guido Heuer vergangene Woche in Halberstadt. Zu dem Foto ist nun auch ein entsprechendes Video aufgetaucht.Nach dem Foto von CDU-Fraktionschef Guido Heuer und AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt verschärft ein Video die Debatte. Der kurze Mitschnitt zeigt beide Politiker in auffällig lockerem Austausch. Von Grünen und Linken kommt Kritik.Nach der Debatte um ein Foto von Sachsen-Anhalts CDU-Fraktionschef Guido Heuer und dem AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund wirft ein nun verbreitetes Video neue Fragen auf. Der kurze Ausschnitt zeigt die beiden Politiker bei einer Podiumsdiskussion in Halberstadt in lockerer Atmosphäre – und steht damit im Kontrast zu Heuers Darstellung, bei der Szene habe es sich „eher um Konfrontation“ als um Vertrautheit gehandelt.In dem 27 Sekunden langen Clip sitzt Siegmund neben Heuer auf dem Podium und sagt zu ihm: Man könne „irgendwie meinen, dass ihr noch nie was mit der Regierung zu tun hattet, wenn ich so zuhöre“. Dabei legt der AfD-Politiker dem CDU-Mann die Hand auf die Schulter. Heuer antwortet zunächst knapp mit „Nee“, greift dann nach Siegmunds Mikrofon, legt seinerseits die Hand auf dessen Schulter und sagt: „Ich saß noch nie im Bundestag.“Anschließend folgt ein kurzer, von Lachen begleiteter Schlagabtausch. Heuer bezeichnet ein offenbar nicht funktionierendes Mikrofon in Anspielung auf die AfD als „Altparteien-Telefon“. Siegmund greift den Ton auf und erwidert: „Da war vielleicht der Verfassungsschutz direkt mit drinne.“ Auf dem Podium sind in dem Ausschnitt auch Politiker von BSW, Linken und SPD zu sehen.Veröffentlicht wurde das Video zunächst vom AfD-nahen YouTuber Kolja Barghoorn; weiterverbreitet wurde es anschließend unter anderem von „Nius“-Chefredakteur Julian Reichelt. Der Clip zeigt allerdings nur einen kleinen Teil der Veranstaltung. Ob es davor oder danach zu einer schärferen inhaltlichen Auseinandersetzung zwischen Heuer und Siegmund kam, lässt sich anhand der kurzen Aufnahme nicht beurteilen.Auslöser der Debatte war ein Foto vom Donnerstagabend, das bei der Podiumsdiskussion in Halberstadt aufgenommen worden war. Es zeigt Heuer, wie er sich auf die Schulter Siegmunds stützt; beide haben dabei die Hand am selben Mikrofon. Das Bild hatte Spekulationen über das Verhältnis zwischen CDU und AfD in Sachsen-Anhalt ausgelöst.Lesen Sie auchHeuer wies den entstandenen Eindruck einer Vertrautheit am Samstag am Rande des Landesparteitags der CDU in Dessau-Roßlau zurück. „Das war eher Konfrontation, keine Verbrüderung“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Lesen Sie auchGegenüber WELT TV sagte Heuer: „Siegmund sagt die Unwahrheit und ich habe ihn mit ins Mikro gegriffen und habe nur gesagt, das ist die Unwahrheit, Herr Kollege“, sagte der CDU-Politiker. Zugleich betonte er: „Wir haben Unvereinbarkeitsbeschlüsse. An die werde ich mich als Fraktionsvorsitzender halten.“ Den Begriff „Brandmauer“ halte er allerdings „grundsätzlich für falsch“. Stattdessen gelte für die CDU-Fraktion: „abgrenzen, aber nicht ausgrenzen“.Eine Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion teilte auf dpa-Anfrage mit, der Abend des Wahlforums sei insgesamt „von inhaltlicher Auseinandersetzung“ geprägt gewesen. Die Diskussion über das Verhältnis der CDU zur AfD dürfte durch den Videoausschnitt dennoch neue Nahrung erhalten.„Wie soll man der CDU dann noch glauben?“Von Grünen und Linken kommt scharfe Kritik. Der Bundesvorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, sagte der „Frankfurter Rundschau“: „Dieses Video wirft ein beunruhigendes Licht auf das Verhältnis zwischen CDU und AfD in Sachsen-Anhalt. Es zeigt, wie eng die Beziehung zwischen dem CDU-Fraktionschef und dem AfD-Spitzenkandidaten offenbar bereits ist. Da ist keine Distanz mehr erkennbar.“„Diese Aufnahmen sind kein Versehen“, sagte die Vize-Fraktionschefin der Linken im Bundestag, Clara Bünger, dem „Spiegel“. Der CDU-Fraktionschef in Sachsen-Anhalt posiere mit einem Mann, der Remigration „zum Gebot der Stunde“ erklärt habe und auf dessen Wahlkampfveranstaltungen „Sieg“-Rufe skandiert würden, kritisierte Bünger. „Wie soll man der CDU dann noch glauben, dass sie sich von der AfD abgrenzt, wenn sie ständig das Gegenteil beweist?“, so die Bundestagsabgeordnete.ll mit dpa