Man sitzt im Videocall und schielt parallel auf eintrudelnde E-Mails. Man liest einen Artikel auf dem Smartphone, und neue WhatsApp-Nachrichten schieben sich zwischen die Absätze. Keine Mahlzeit vergeht ohne mindestens einen Screencheck, und was im neuesten Netflix-Film gerade passiert ist, hat man nicht so richtig mitbekommen, weil das Handy gerade „Ping“ gemacht hat – und man natürlich sofort nachsehen wollte, ob die Welt noch steht.

Wer ohne Unterbrechung durch Apps, Alerts und Nachrichten bis hierhin gelesen hat, kann stolz auf sich sein. Die wenigsten kommen im Alltag ohne Smartphones, Tablets und Co. aus, aber die Dauerpräsenz dieser Geräte und der damit verbundenen Kanäle ist Gift für Aufmerksamkeit und Fokus.Die Debatte um die Auswirkungen von Social-Media- und Smartphone-Nutzung in Dauerschleife hat in den vergangenen Jahren an Fahrt aufgenommen, und sie wird nicht nur von besorgten Eltern befeuert oder von Politikern, die Handyverbote an Schulen fordern. Dass mentale Gesundheit und Konzentrationsfähigkeit unter zu viel Screentime leiden, das merken auch die Erwachsenen.

Die Bildschirmzeit allerorten hat zugenommen: Um die 180 Minuten pro Tag verbringen Nutzerinnen und Nutzer heute am Gerät, so das Ergebnis einer repräsentativen Bitkom-Umfrage. Die wenigsten nutzen das Gerät zum Telefonieren, stattdessen navigieren wir längst durch unseren Alltag mit einer Art multifunktionaler Fernbedienung in der Tasche. Sie hilft uns, das richtige Restaurant für den Businesslunch, das Taxi und den Weg dorthin sowie vor Ort das beste Gericht zu finden. Und dann zu bezahlen.